Das Race hat einen neuen, eindeutigen Führenden. Team Brunel unter Bouwe Bekking ist auf der längeren, mutigen nördlichen Route allen anderen davongesegelt. 78 Seemeilen betrug am Vormittag der Vorsprung auf das Ziel gerechnet vor dem nächsten Boot, Abu Dhabi Ocean Racing. Doch dieser trügt etwas, da sich die Boote nördlich des kürzesten Kurses befinden, tatsächlich waren es rund 100 Seemeilen Abstand, gemessen mit dem Entfernungswerkzeug des Race-Viewers.
In der Nacht zum Sonntag hatte Team Brunel noch parallel zum Quartett weiter südlich gelegen, dann aber den Turbo gezündet. Mit einem etwas tieferen Kurs als das Feld konnte deutlich mehr Speed gefahren werden, Brunel überholte so in Luv und sicherte erst einmal den Vorsprung ab. Erstaunlich dabei war, wie klar sich das Team absetzte.
Wie Team Brunel alle überholte
Denn die Frauen vom Team SCA, ebenfalls nördlich platziert, konnten nicht folgen. Eigentlich, wenn der Vorteil von Brunel nur wind- und kursbedingt war, hätten sie ebenso profitieren müssen. Doch offensichtlich war Brunel auch deutlich schneller als Team SCA. Am 12. Februar hatten beide Boote auf ihrer nördlichen Position noch gleichauf gelegen, dann jedoch zog Brunel unaufhaltsam davon, auf zuletzt mehr als 117 Seemeilen. Wie bitter muss das für das Frauenteam sein: Sie haben den Extremschlag nach Norden nicht nur gewagt, sondern auch initiiert, wurden dafür jedoch nicht belohnt.
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Eine ebenfalls sehr interessante Entwicklung vollzog sich im Verfolgerquartett. Dort konnte sich Abu Dhabi Ocean Racing langsam, aber stetig absetzen, auf aktuell sieben Seemeilen. Offenbar liegen Ian Walker und seiner Crew die Bedingungen bei rund 20 Knoten halbem Wind.
Auch wenn der Vorsprung von Brunel momentan komfortabel ist – eine Sieggarantie stellt er nicht dar. Denn direkt voraus liegt die Innertropische Konvergenzzone, Doldrums genannt, mit ihren Flauten. Und wie jeder Regattasegler weiß: Wer zuerst in ein Flautenloch segelt, lässt den Verfolgern die Chance zu reagieren.

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