Die erste Etappe droht zum Zweikampf zu werden. Abu Dhabi Ocean Racing und Team Brunel haben seit gestern ihren Vorsprung enorm ausgebaut, auf aktuell rund 150 Seemeilen und mehr zum Verfolgerquartett. Dazwischen liegt noch Vestas Wind, aber auch das dänische Team hat mit fast 100 Seemeilen Rückstand die Tuchfühlung verloren.
Zur taktischen Situation heißt es im Englischen: "The rich gets richer", der Reiche wird immer reicher. Im Deutschen sagt man einfach: "Der Esel macht immer auf den größten Haufen." Soll heißen: Das Führungsduo liegt nicht nur weit voraus, es wird seinen Vorsprung bis zum Wegepunkt Fernando de Noronha, 450 Seemeilen entfernt, noch deutlich ausbauen. Mit etwa doppelt so viel Wind wie das zurückliegende Quartett, etwa 13 bis 16 Knoten und über zehn Knoten Speed, sind sie auch fast doppelt so schnell. Der Südostpassat sollte mit weiterem Fortschritt nach Süden noch zunehmen und etwas zurückdrehen, sodass beide, die jetzt fast einen Anlieger fahren können, auf demselben Bug ankommen sollten. Die Verfolger dagegen, der schlimmsten Flaute entkommen, haben noch mit unsteten Winden zu kämpfen und müssen teilweise wenden. Insgesamt keinen gute Ausgangslage, um aufzuholen.
Zuerst stellte sich die Position in der Mitte für Dongfeng, Alvimedica, Mapfre und SCA als unglücklich heraus, da rechts und links von ihnen die Post abging. Jetzt, der Flaute entkommen, dreht der Wind auch noch auf die Nase.
Yann Riou, Dongfeng-Reporter, beschreibt das Gefühl dabei so: "Gerade kam der Positionsreport herein. Und er tut weh. Zum dritten oder vierten Mal in Folge sind wir eines der langsamsten Boote. Es fühlt sich so an, als wäre es überall sonst in Ordnung, nur nicht, wo wir sind. Nicht leicht hinzunehmen. Die Spannung an Bord ist fühlbar."
Einen Eindruck von den Doldrums liefert diese Video-Zusammenfassung

Chefredakteur Digital