The Ocean Race

Volvo Ocean Race: Eine foilende Proa: Kann das funktionieren?

Lars Bolle

 · 13.11.2017

Volvo Ocean Race: Eine foilende Proa: Kann das funktionieren?Foto: Harryproa

Nach dem Volvo Super 40 gestern stellen wir ein weiteres Konzept des Volvo-Designwettbewerbes vor: die foilende Proa

Als wäre die Proa an sich nicht schon ein recht skurriles Segelgerät, soll sie jetzt sogar abheben. Das jedenfalls prognostiziert Rob Denney von HarryProa, einer australischen Werft, die sich auf den Bau von Fahrten- und Rennproas spezialisiert hat. Sein neuester Entwurf ist eine Idee für den Konstruktionswettbewerb der Organisatoren des Volvo Ocean Race, die einen neuen Bootstyp für spektakuläre In-Port Races suchten (zu den Hintergründen siehe Meldung gestern).

Wenn Denneys Proa so funktionieren sollte, wie sie erklärt wird, wäre sie ein echter Hingucker, vor allem während der Segelmanöver. Doch zunächst zum Konzept.

Da die Proa foilen soll, besitzt sie nur noch rudimentäre Rümpfe. Im Luvrumpf finden vier Crewmitglieder Platz und bleiben auch dort, müssen, wie bei einer Proa üblich, bei Wenden oder Halsen, wegen der besonderen Technik Shunten genannt, das Cockpit nicht verlassen. Denn der Lee-Rumpf bleibt immer in Lee, und er weist bei dieser Designstudie Besonderheiten auf.

Er lässt sich komplett demontieren, die Einzelteile finden in Gestellen Platz, sodass in einen Standard-Container mehrere Boote auf einmal passen. Außerdem sind die Rümpfe des Lee-Schwimmers drehbar. Soll das Boot aus dem Wasser genommen werden, dreht man die Rumpfteile um 180 Grad nach oben, sodass die Foils nach oben zeigen und das Boot einfach auf dem Rumpf abgesetzt werden kann.

Das ganze Gerät soll 15 Meter lang sein, nur 480 Kilogramm wiegen und von einem 66 Quadratmeter-Großsegel angetrieben werden.

Die weiteren Details, vor allem, wie die Manöver funktionieren sollen, entnehmen Sie der Bilderstrecke – einfach auf das erste Bild klicken!

Blick aus dem virtuellen CockpitFoto: Harryproa
Blick aus dem virtuellen Cockpit
Vier Crewmitglieder bilden die Besatzung plus ein GastFoto: Harryproa
Vier Crewmitglieder bilden die Besatzung plus ein Gast
Der Gast kann vom Motorboot aus über eine seitliche Klappe zusteigenFoto: Harryproa
Der Gast kann vom Motorboot aus über eine seitliche Klappe zusteigen
Zerlegt passen acht Boote in drei StandardcontainerFoto: Harryproa
Zerlegt passen acht Boote in drei Standardcontainer
Das gesamte Boot besteht aus wenigen Einzelteilen, die nach dem Baukastenprinzip zusammengesteckt werdenFoto: Harryproa
Das gesamte Boot besteht aus wenigen Einzelteilen, die nach dem Baukastenprinzip zusammengesteckt werden
Die Bedienung der Ruder/Foils erfolgt über SeilzügeFoto: Harryproa
Die Bedienung der Ruder/Foils erfolgt über Seilzüge
Zum Abstellen an Land können die beiden Rümpfe des Leeschwimmers nach oben gedreht werden, um die Foils zu schützenFoto: Harryproa
Zum Abstellen an Land können die beiden Rümpfe des Leeschwimmers nach oben gedreht werden, um die Foils zu schützen
Der Mast wird seitlich mittels einer 32:1-übersetzten Talje gehalten und kann geneigt werden. Der Großbaum ist nach vorn verlängert und nimmt das Vorstag auf. Spannung bekommt dieses durch Zug auf dem Achterliek des GroßsegelsFoto: Harryproa
Der Mast wird seitlich mittels einer 32:1-übersetzten Talje gehalten und kann geneigt werden. Der Großbaum ist nach vorn verlängert und nimmt das Vorstag auf. Spannung bekommt dieses durch Zug auf dem Achterliek des Großsegels
Die Proa segelt auf drei Beinen. Der Foil unter dem Luv-/Crewschwimmer ist selbstjustierend und dient nur dem Auftrieb, die beiden Foils am Leeschwimmer sind zugleich RuderFoto: Harryproa
Die Proa segelt auf drei Beinen. Der Foil unter dem Luv-/Crewschwimmer ist selbstjustierend und dient nur dem Auftrieb, die beiden Foils am Leeschwimmer sind zugleich Ruder
Der Zusammenbau in der schematischen DarstellungFoto: Harryproa
Der Zusammenbau in der schematischen Darstellung
Der Mast ist für den Containertransport teilbar und wird seitlich zusätzlich mittels eines Diamonds verstagtFoto: Harryproa
Der Mast ist für den Containertransport teilbar und wird seitlich zusätzlich mittels eines Diamonds verstagt
Im Falle eine Kenterung kann das Rigg nach Lee geklappt werden, wodurch sich die Plattform nach Luv neigt und das Aufrichten erleichtert wirdFoto: Harryproa
Im Falle eine Kenterung kann das Rigg nach Lee geklappt werden, wodurch sich die Plattform nach Luv neigt und das Aufrichten erleichtert wird
An Land lassen sich die Boote ineinandergeschoben sehr platzsparend lagernFoto: Harryproa
An Land lassen sich die Boote ineinandergeschoben sehr platzsparend lagern
Die Halse (Vormwind-Shunt): 1. Das Boot segelt auf optimalem Vormwindkurs, foilend! 2. Mit den Rudern wird angeluvt, mit dem achteren zuerst, das Großsegel gefiert (wie beim Windsurfen mit dem Vorliek durch den Wind), die Plattform dreht sich in Windrichtung. 3. Ruder und Segelzeigen direkt in Windrichtung, das Boot foilt immer noch, driftet jetzt quasi nach Lee. 4. Die Ruder steuern wieder nach Lee, das vordere zuerst, das Großsegel wird dichtgeholt. 5. Auf dem neuen Bug ist wieder der ideale Kurs erreichtFoto: Harryproa
Die Halse (Vormwind-Shunt): 1. Das Boot segelt auf optimalem Vormwindkurs, foilend! 2. Mit den Rudern wird angeluvt, mit dem achteren zuerst, das Großsegel gefiert (wie beim Windsurfen mit dem Vorliek durch den Wind), die Plattform dreht sich in Windrichtung. 3. Ruder und Segelzeigen direkt in Windrichtung, das Boot foilt immer noch, driftet jetzt quasi nach Lee. 4. Die Ruder steuern wieder nach Lee, das vordere zuerst, das Großsegel wird dichtgeholt. 5. Auf dem neuen Bug ist wieder der ideale Kurs erreicht
Die Wende (Amwind-Shunt): 1. optimaler Amwind-Kurs. 2. Mit den Rudern wird das Abfallen eingeleitet, mit dem hinteren zuerst, die Großschot gelöst, die Plattform dreht sich in Windrichtung. 3. Die Drehung ist komplett, das Boot liegt quer zum Wind, die Ruder zeigen direkt in Windrichtung, das Großsegel auch. Aufgrund der Trägheit "rutscht" das Boot jetzt auf den Foils gegen den Wind. 4. Die Ruder sind um 180 Grad gedreht, es wird wieder auf einen Amwindkurs abgefallen, zuerst mit dem neuen vorderen Ruder, das Groß dichtgenommen. 5. Der neue Amwind-Bug ist erreichtFoto: Harryproa
Die Wende (Amwind-Shunt): 1. optimaler Amwind-Kurs. 2. Mit den Rudern wird das Abfallen eingeleitet, mit dem hinteren zuerst, die Großschot gelöst, die Plattform dreht sich in Windrichtung. 3. Die Drehung ist komplett, das Boot liegt quer zum Wind, die Ruder zeigen direkt in Windrichtung, das Großsegel auch. Aufgrund der Trägheit "rutscht" das Boot jetzt auf den Foils gegen den Wind. 4. Die Ruder sind um 180 Grad gedreht, es wird wieder auf einen Amwindkurs abgefallen, zuerst mit dem neuen vorderen Ruder, das Groß dichtgenommen. 5. Der neue Amwind-Bug ist erreicht
Blick aus dem virtuellen CockpitFoto: Harryproa
Blick aus dem virtuellen Cockpit
Vier Crewmitglieder bilden die Besatzung plus ein GastFoto: Harryproa
Vier Crewmitglieder bilden die Besatzung plus ein Gast
Vier Crewmitglieder bilden die Besatzung plus ein Gast
Der Gast kann vom Motorboot aus über eine seitliche Klappe zusteigen
Zerlegt passen acht Boote in drei Standardcontainer
Das gesamte Boot besteht aus wenigen Einzelteilen, die nach dem Baukastenprinzip zusammengesteckt werden
Die Bedienung der Ruder/Foils erfolgt über Seilzüge
Zum Abstellen an Land können die beiden Rümpfe des Leeschwimmers nach oben gedreht werden, um die Foils zu schützen
Der Mast wird seitlich mittels einer 32:1-übersetzten Talje gehalten und kann geneigt werden. Der Großbaum ist nach vorn verlängert und nimmt das Vorstag auf. Spannung bekommt dieses durch Zug auf dem Achterliek des Großsegels
Die Proa segelt auf drei Beinen. Der Foil unter dem Luv-/Crewschwimmer ist selbstjustierend und dient nur dem Auftrieb, die beiden Foils am Leeschwimmer sind zugleich Ruder
Der Zusammenbau in der schematischen Darstellung
Der Mast ist für den Containertransport teilbar und wird seitlich zusätzlich mittels eines Diamonds verstagt
Im Falle eine Kenterung kann das Rigg nach Lee geklappt werden, wodurch sich die Plattform nach Luv neigt und das Aufrichten erleichtert wird
An Land lassen sich die Boote ineinandergeschoben sehr platzsparend lagern
Die Halse (Vormwind-Shunt): 1. Das Boot segelt auf optimalem Vormwindkurs, foilend! 2. Mit den Rudern wird angeluvt, mit dem achteren zuerst, das Großsegel gefiert (wie beim Windsurfen mit dem Vorliek durch den Wind), die Plattform dreht sich in Windrichtung. 3. Ruder und Segelzeigen direkt in Windrichtung, das Boot foilt immer noch, driftet jetzt quasi nach Lee. 4. Die Ruder steuern wieder nach Lee, das vordere zuerst, das Großsegel wird dichtgeholt. 5. Auf dem neuen Bug ist wieder der ideale Kurs erreicht
Die Wende (Amwind-Shunt): 1. optimaler Amwind-Kurs. 2. Mit den Rudern wird das Abfallen eingeleitet, mit dem hinteren zuerst, die Großschot gelöst, die Plattform dreht sich in Windrichtung. 3. Die Drehung ist komplett, das Boot liegt quer zum Wind, die Ruder zeigen direkt in Windrichtung, das Großsegel auch. Aufgrund der Trägheit "rutscht" das Boot jetzt auf den Foils gegen den Wind. 4. Die Ruder sind um 180 Grad gedreht, es wird wieder auf einen Amwindkurs abgefallen, zuerst mit dem neuen vorderen Ruder, das Groß dichtgenommen. 5. Der neue Amwind-Bug ist erreicht
Blick aus dem virtuellen Cockpit

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