Der Volvo Ocean 65 liegt wie trockengefallen auf der Seite, als warte er nur auf die nächste Flut, um weiterzusegeln. Doch statt Wattidyll ist auf diesem Foto der mauritianischen Küstenwache das ganze Drama der nächtlichen Strandung auf dem St.-Brandon-Atoll zu erahnen.
Neil Cox, Manager der Land-Crew des Teams, sagte: "Das Bild sagt mehr als tausend Worte." Ziel sei vorerst, so viel wie möglich zu bergen. Alle Flüssigkeiten wie Diesel und Hydrauliköl, alle Leinen, Elektronik und sonstige Ausrüstung seien vom Boot geholt worden.
Eine Bergung der Yacht dürfte aufgrund ihrer Lage schwierig werden. Offenbar ist sie komplett über das Riff gerutscht und befindet sich in der flachen Lagune, weshalb sie trotz Wassereinbruchs wohl auch nicht sank. Zur Bergung müsste sie wohl über das Riff gehoben oder gezerrt werden oder per Hubschrauber gehoben. Auf jeden Fall eine aufwändige und, so weit draußen im Ozean, teure Aktion.
Das Hauptaugenmerk gelte, so Cox, erst einmal jedoch der Crew: "Wir haben da draußen immer noch neun Jungs auf einer Sandbank sitzen." Die Insel verfügt nur über wenig Kommunikationsmöglichkeiten, und die Crew warte derzeit auf einen Transport nach Mauritius. Sie wurde unterdessen mit Verpflegung aus der Luft versorgt.
Im Rennen hat sich derweil nicht viel getan. Die Abstände sind ähnlich wie gestern Nachmittag, und es herrscht noch immer Flaute.

Chefredakteur Digital