Was aus einem Disney-Film so alles werden kann: Vor fünf Jahren lernten sich der damals 18-jährige Amerikaner Mark Towell und der vier Jahre ältere Charlie Enright bei den Dreharbeiten zur Segelstory "Morning Light" kennen. Der Dokumentarfilm begleitete ein Team junger Amerikaner bei ihrer Pazifiküberquerung. "Wir haben uns bei der Bewerbung dafür kennengelernt", erinnert sich der heute 29-jährige Charlie Enright, "und wir haben das Projekt beide als den Anfang unseres Traums betrachtet: der Teilnahme am Volvo Ocean Race."
Bei den Dreharbeiten standen den jungen Seglern mit Stan Honey, Mike Sanderson und Jerry Kirby namhafte amerikanische Segelprofis zur Seite. "Sie haben bei der Arbeit mit uns die Grundlage für unseren Weg in den Hochseesegel-Spitzensport geschaffen", erzählt Enright. Angetrieben von ihrem Traum vom Rennen um die Welt, gründeten Towell und Enright ihr kleines Unternehmen All-American Ocean Racing in der Seglerhochburg Newport auf Rhode Island. Es ist ein Teil des Happy Ends ihrer Geschichte, dass das kommende Volvo Ocean Race 2014/2015 dort im Mai 2015 einen Stopp einlegen wird.
Wie sie es von ihren Filmrollen zu Ocean-Race-Teilnehmern brachten, erzählt Enright: "Es war trotz des gelungenen Filmstarts nicht einfach. Am Ende geht es immer darum, sich die Chancen selbst zu erarbeiten. Wir mussten viele Umwege in Kauf nehmen, um den Durchbruch zu schaffen. Und wir hatten auf unserem Weg viel Hilfe von sehr, sehr vielen Menschen. Der amerikanische Traum nahm mehr und mehr Konturen an und erhielt einen zusätzlichen Motivationsschub, als CEO Knut Frostad Towell und Enright 2011 zum Start des Volvo Ocean Race einlud.
Der Durchbruch gelang mit dem Erfolg an der Sponsorenfront – sie fanden mit dem Unternehmen Alvimedica einen dynamischen und ambitionierten Partner. Alvimedica zählt zu den am schnellsten wachsenden türkischen Unternehmen, handelt mit medizinischen Produkten und will das Engagement im Volvo Ocean Race auf dem Weg zur Eroberung neuer Märkte vor allem in den USA nutzen.
Die Crew für das neue Ocean-Race-Projekt ist noch nicht beisammen. "Wir werden uns zunächst in den USA umsehen", sagt Mark Towell, "doch dann werden wir die Suche auf junge Segler in alle Welt ausweiten, darunter die Türkei und Italien."
Aufhorchen lässt der Name des CEO von Team Alvimedica: Kein Geringerer als Bill Erkelens wacht über Wohl und Wehe der Newcomer. Damit steht einer der erfahrensten Projektmanager weltweit hinter der jungen Mannschaft. Erkelens hatte viele Jahre die Segelteams von Larry Ellison dirigiert, bevor ihn der offene Disput mit dem streitbaren und später ebenfalls entlassenen Skipper Chris Dickson den Job kostete, den Erkelens damals selbst mit den Worten "Für beide ist kein Platz in diesem Team" aufgab.
Nach Team SCA, Abu Dhabi Ocean Racing, Dongfeng Race Team und Team Brunel, bei dem sich der Berliner Starbootsegler Robert Stanjek um einen Crew-Platz bewirbt, ist das Team Alvimedica die Nummer fünf auf der offiziellen Meldeliste der zwölften Auflage des Volvo Ocean Race. Die Veranstalter hoffen noch auf zwei bis drei weitere Teams. Die Hatz um den Globus in neun Etappen beginnt am 4. Oktober im spanischen Alicante und endet nach insgesamt 38.739 Seemeilen am 27. Juni im schwedischen Göteborg.

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