Segeln ist und bleibt ein Erfahrungssport. Das zeigt sich auch bei der ersten Etappe im Volvo Ocean Race. Die beiden co-favorisierten Mannschaften Abu Dhabi Ocean Racing und das holländische Team Brunel liefern sich an der Spitze des Feldes ein packendes Duell um die Führung. Nach fast 13 Tagen auf See trennten Ian Walkers und Bouwe Bekkings Crews am Freitagmorgen nur 13 Seemeilen. Sie hatten sich zuvor als Erste aus dem heißen Klammergriff der Doldrums befreien und mithilfe der frischeren Passatwinde einen angenehmen Vorsprung auf das Verfolgerfeld ersegeln können. Von den 6.487 Seemeilen der ersten Etappe von Alicante nach Kapstadt hatten die führenden Boote zu diesem Zeitpunkt 44 Prozent absolviert.
Einzig das dänische Last-Minute-Team Vestas Wind mit Skipper Chris Nicholson konnte mit seinem südlicheren Kurs auf dem Atlantik über Nacht Boden gutmachen und liegt mit 77 Seemeilen Rückstand auf die Spitzenreiter gut im Rennen. Die Skandinavier hatten mit 332 Seemeilen in 24 Stunden das bislang beste Etmal erreicht. Bereits 161 Seemeilen Rückstand hatte das chinesische Dongfeng Race Team aufzuholen. Das vor dem Rennen ebenfalls hoch eingestufte spanische Team Mapfre hatte nach zu später Korrektur von einem eher südlichen hin zu einem nördlichen Kurs im Heckwasser der Spitzenreiter nun schon 193 Seemeilen Rückstand. Mehr als 200 Seemeilen lagen zu diesem Zeitpunkt die amerikanischen Newcomer vom Team Alvimedica und die unter schwedischer Flagge segelnde Frauen-Crew SCA hinter den Führenden zurück.
Die aktuelle Reihenfolge bei der Hatz über den Atlantik ist ein Spiegel der Statistik nach dem Motto: Je mehr Erfahrung an Bord, desto besser liegen die Crews im Rennen. Die Segler von Abu Dhabi Ocean Racing sind zusammen mit bislang 21 Volvo-Ocean-Race-Teilnahmen in diese Auflage des Klassikers gestartet. Bouwe Bekkings Männer brachten es vor dem ersten Startschuss auf 18 Teilnahmen, gefolgt von Vestas Wind (14). An Bord der drei Top-Boote haben die drei ältesten Skipper das Kommando: Ian Walker, 44, Bouwe Bekking, 51, und Chris Nicholson, 45, treiben ihre Teams mit viel Erfahrung aus Hochseerennen an: Für Walker ist es die dritte Teilnahme, für Bekking sogar die siebte (womit er zu Rekordteilnehmer Roger Nilson aufschließt) und für Chris Nicholson die fünfte.

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