Sie haben eine offene Rechnung aus dem Jahr 2012 zu begleichen und wollen es noch einmal wissen: Die Kiwis planen einen Start im Volvo Ocean Race! Nach übereinstimmenden Berichten der spanischen Journalisten Nicolas Terry und Pierre Orphanidis will das im America's Cup so bitter knapp geschlagene Team New Zealand sein Glück erneut im Volvo Ocean Race versuchen.
Nach Platz zwei beim Volvo Ocean Race 2011/2012 wollen die Neuseeländer unter Skipper Chris Nicholson erneut als Partner von Pedros Campos und dem Team Campos im bekanntesten Mannschaftsrennen um die Welt antreten. Das bestätigte Teamchef Grant Dalton inzwischen auch dem neuseeländischen Fernsehsender TV3. Das sieghungrige Team plant, unter spanisch-neuseeländischer Doppel-Flagge anzutreten und soll ein Zielbudget von rund 30 Millionen Neuseeland-Dollar (rund 18 Million Euro) haben.
Dalton war vom Pressewirbel bei seiner Ankunft in Auckland überrascht und äußerte sich im ersten Fernsehinterview zurückhaltend. "Wir haben eine Partnerschaft mit Leuten besiegelt, die wir kennen", sagte der Weltumsegler und America's-Cup-Veteran. "Wir haben uns auf die Basisparameter geeinigt und darüber gesprochen, wie wir es machen würden. Es ist aber ziemlich schwierig zurzeit, einen solchen Geldbetrag zusammenzukommen."
Seine Hoffnungen auf den zweiten Start des Teams im Volvo Ocean Race begründete Dalton sachlich: "AT und die Regierung haben Geld in den Stopover in Auckland investiert, und ich glaube, dass es wichtig ist, dass dieses Land daran teilhat. Es wäre gut, wenn ein Boot aus Neuseeland dabei wäre." Ob Dalton bei seinem ersten Interview in Auckland tasächlich vom Pressewirbel überrascht war oder nur gut geschauspielert hat, war ihm nicht anzumerken. Er grinste, als er sagte: "Die Story war in diesem Fall etwas schneller zu Hause als ich. Wie auch immer das geschehen konnte ... Wir hoffen, dass JB, die Spanier und wir das Geld zusammenbringen und ein Boot ins Rennen schicken können." Dalton erzählte auch, dass "dieses Rennen seit meinen Twen-Zeiten in meinem Blut ist", er es "nie richtig loslassen konnte" und es "sehr wichtig" für ihn sei.
Angesprochen auf aktuelle America's-Cup-Aktivitäten vom Team New Zealand winkte der 56-jährige sechsmalige Whitbread-/Volvo-Ocean Race-Teilnehmer lächelnd ab und verwies darauf, dass die amerikanischen Verteidiger zunächst einmal die Regeln für die nächste Auflage bekanntgeben müssten, bevor sein Team ernsthafte Verhandlungen mit Sponsoren aufnehmen könne.
Da liegt das Volvo Ocean Race viel näher: Es beginnt am 4. Oktober in Alicante und führt über 38.739 Seemeilen in den schwedischen Zielhafen Göteborg. Und bekommt nun möglicherweise schon bald einen neuen Co-Favoriten.

Freie Reporterin Sport