Volvo Ocean RaceDie Achterbahn nach Lorient

Dieter Loibner

 · 12.06.2012

Volvo Ocean Race: Die Achterbahn nach LorientFoto: Amory Ross/Puma Ocean Racing
In Lauerstellung: Puma ist Dritter
Nach der Rechtskurve in den Azoren liegt die Volvo-Flotte noch dicht beisammen. Doch ein potentes Tief dürfte bald für Aufruhr sorgen
  Mütze voll Wind: Ein starkes Tief soll 40 Knoten und mehr bringenFoto: Yann Riou/Groupama Sailing Team Mütze voll Wind: Ein starkes Tief soll 40 Knoten und mehr bringen

Rau und wild wie im Südpolarmeer soll's werden. Bis 45 Knoten Wind soll es geben. Und alle werden durch die Mangel gedreht, weil es vor dem Kern des Tiefs kein Entrinnen gibt, das sich wie bestellt den Volvo-Rittern auf dem Weg nach Lorient, dem Ziel der vorletzten Etappe, quer vor den Bug legt.

„Das wird ein schneller Ritt", mutmaßt Abu Dhabis Kameramann Nick Dana: "Die Seen könnten schrecklich werden, weil sich die Suppe schon seit ein paar Tagen zusammenbraut." Sein Kollege, der Navigator Jules Slater, spricht gar von „ausnehmend abscheulichen" Bedingungen, die den Seglern da ins Haus stehen sollen.

  Perspektive: Franck Cammas und Groupama wollen in Lorient unbedingt die Gesamtführung behalten, komme, was wolleFoto: Yann Riou/Groupama Sailing Team Perspektive: Franck Cammas und Groupama wollen in Lorient unbedingt die Gesamtführung behalten, komme, was wolle

Drama scheint garantiert, und Spannung ebenfalls, denn die Top Drei Telefonica, Groupama und Puma waren zu Mittag nur durch 4,5 Meilen getrennt. Überholspuren wird es allerdings nicht viele geben, denn alle segeln mit demselben Wind aus Westen auf demselben Kurs nach Nordosten. Wohl oder Wehe sind deshalb eine Frage der Bootsgeschwindigkeit und der taktischen Dosierung derselben, um Materialbruch zu vermeiden, der zu diesem späten Zeitpunkt fatal wäre.

  In Lauerstellung: Puma ist Dritter, aber die Meister im Dosieren des Tempos sind auf TuchfühlungFoto: Amory Ross/Puma Ocean Racing In Lauerstellung: Puma ist Dritter, aber die Meister im Dosieren des Tempos sind auf Tuchfühlung

„Die letzten 1000 Meilen erfordern das richtige Maß zwischen Kontrolle und Sicherheit, weil alle um ein Quentchen härter segeln wollen als der Rest", fasste Hamish Hooper, der Medienmann von Camper, die Situation zusammen. Es spitzt sich also zu beim Volvo Ocean Race. Schnell ist jetzt nicht mehr genug. Wer gewinnen will, muss auch ohne Fehler bleiben. Und in einem Stück ankommen.

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