Rau und wild wie im Südpolarmeer soll's werden. Bis 45 Knoten Wind soll es geben. Und alle werden durch die Mangel gedreht, weil es vor dem Kern des Tiefs kein Entrinnen gibt, das sich wie bestellt den Volvo-Rittern auf dem Weg nach Lorient, dem Ziel der vorletzten Etappe, quer vor den Bug legt.
„Das wird ein schneller Ritt", mutmaßt Abu Dhabis Kameramann Nick Dana: "Die Seen könnten schrecklich werden, weil sich die Suppe schon seit ein paar Tagen zusammenbraut." Sein Kollege, der Navigator Jules Slater, spricht gar von „ausnehmend abscheulichen" Bedingungen, die den Seglern da ins Haus stehen sollen.
Drama scheint garantiert, und Spannung ebenfalls, denn die Top Drei Telefonica, Groupama und Puma waren zu Mittag nur durch 4,5 Meilen getrennt. Überholspuren wird es allerdings nicht viele geben, denn alle segeln mit demselben Wind aus Westen auf demselben Kurs nach Nordosten. Wohl oder Wehe sind deshalb eine Frage der Bootsgeschwindigkeit und der taktischen Dosierung derselben, um Materialbruch zu vermeiden, der zu diesem späten Zeitpunkt fatal wäre.
„Die letzten 1000 Meilen erfordern das richtige Maß zwischen Kontrolle und Sicherheit, weil alle um ein Quentchen härter segeln wollen als der Rest", fasste Hamish Hooper, der Medienmann von Camper, die Situation zusammen. Es spitzt sich also zu beim Volvo Ocean Race. Schnell ist jetzt nicht mehr genug. Wer gewinnen will, muss auch ohne Fehler bleiben. Und in einem Stück ankommen.