Volvo Ocean RaceDer Hexenküche knapp entflohen

Lars Bolle

 · 21.10.2014

Volvo Ocean Race: Der Hexenküche knapp entflohenFoto: Brian Carlin/Team Vestas Wind
Nein, das ist keine Zeremonie, um günstigen Wind zu beschwören – sondern beim Team Vestas Wind wird ein Outrigger repariert, der am frühen Morgen brach und heißes Wasser zum Backen der Kohlefaser-Prepregs benutzt
Ein Führungsduo hat sich abgesetzt und die Doldrums fast passiert, nur ein Team kann folgen – eine Vorentscheidung auf der ersten Etappe?

Die Position am weitesten im Westen hat sich für Abu Dhabi Ocean Racing und Team Brunel ausgezahlt. Sie sind dem Rest des Feldes enteilt, weiter, als es auf dieser Etappe bisher einem Team gelungen ist. Beim Positionsreport um 9.00 Uhr lag Abu Dhabi fast neun Seemeilen vor Brunel, über 81 Seemeilen zurück folgte, in der Mitte positioniert, Dongfeng, kurz dahinter Vestas Wind, das ganz im Osten liegt, mit über 170 Seemeilen Querabstand zu Abu Dhabi.

  Abstände und Windsituation um 9.00 UhrFoto: Volvo Ocean Race Abstände und Windsituation um 9.00 Uhr

Das Rennen zum nächsten Wegepunkt, der Inselgruppe Fernando de Noronha, wird wohl zwischen dem West-Duo und dem Ost-Solisten laufen und könnte eine Vorentscheidung für diese Etappe bedeuten. Denn Abu Dhabi, Brunel und Vestas Wind scheinen durch die schlimmste Zone der Doldrums durch zu sein, liefen zuletzt mit neun bis zehn Knoten Speed, während das Quartett in der Mitte gerade einmal auf maximal fünf Knoten kam. Dort lag Mapfre als zweit-östlichstes Boot schon 120 Seemeilen zurück.

Das Führungstrio gibt also Gas, während der Rest noch auf der Bremse steht. Dabei wird sich der Vorsprung wahrscheinlich beschleunigen. Denn je weiter südlich sich ein Team befindet, desto mehr Wind zeigt die Vorhersage. Er wird bis zum Wegepunkt voraussichtlich von derzeit nordöstlichen bis östlichen Richtungen auf Südost drehen. Das könnte noch einmal einen Vorteil für Vestas Wind bedeuten, weil das dänische Team mit halbem Wind bis raumschots angreifen könnte, während es für das Duo im Westen deutlich spitzere Winkel bedeuten würde, bei starkem Wind ein Nachteil.

Für das Quartett in der Mitte sind das jedoch ferne Überlegungen. Die nächsten Stunden werden zeigen, ob es den Anschluss an das Führungstrio hoffnungslos verliert.

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Lars Bolle

Lars Bolle

Chefredakteur Digital

Lars Bolle ist Chefredakteur Digital und Gründer von YACHT-Online. Viele Jahre war der Diplom-Sportwissenschaftler als Redakteur der YACHT in den Bereichen Sport und Seemannschaft tätig und hat die größten Segelsport-Veranstaltungen der Welt begleitet, vom America's Cup bis zu Olympischen Spielen. Seine persönliche Segel-Vita reicht vom Leistungssport in der Jolle (Deutscher Meister 1992 im Finn Dinghi) über historische und moderne Jollenkreuzer bis hin zu europaweiten Charter-Törns.

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