Volvo Ocean RaceDer Boss geht von Bord

Tatjana Pokorny

 · 25.09.2017

Volvo Ocean Race: Der Boss geht von BordFoto: VOR

Nach nur 16 Monaten am Steuer des Volvo Ocean Race schmeißt Mark Turner hin. Die Nachricht kommt zur Unzeit: Das erste Hafenrennen startet in knapp drei Wochen

Es war zuletzt ruhig geworden um Mark Turner. Der CEO des Volvo Ocean Race, der für so viele Neuerungen steht, war öffentlich nur noch selten aufgetreten. Auch Interviews gab es kaum mehr. Seit heute ist offiziell bekannt, warum das so war: Der Brite geht von Bord, will das Steuer des bekanntesten Mannschaftsrennens um die Welt baldmöglichst in andere Hände übergeben.

  Nachfolger für Mark Turner gesucht: Wer wird die Teams auf ihrem Kurs um die Welt dirigieren?Foto: Martin Keruzor/Volvo Ocean Race
Nachfolger für Mark Turner gesucht: Wer wird die Teams auf ihrem Kurs um die Welt dirigieren?

Eine Pressemitteilung der Veranstalter zum Zeitplan für zukünftige Auflagen beinhaltete diese Nachricht und ließ tief blicken. Die Botschaft der Veröffentlichung unter der Überschrift "Volvo überdenkt den Zeitplan für künftige Auflagen" klang zunächst ganz harmlos. Im Statement aber versteckte sich der Aufreger des Tages für die internationale Segelwelt: "Als Konsequenz der Überprüfung des Rennzeitplans hat sich der amtierende CEO Mark Turner zum Rücktritt von seiner aktuellen Position entschlossen."

Im intensiven Bemühen darum, kurz vor Rennstart in Alicante (14. Oktober: Hafenrennen, 22. Oktober: Start Etappe 1) trotzdem Kontinuität und Zuverlässigkeit zu signalisieren, suchen die Renninhaber bereits nach einem Nachfolger. Im Abgesang für Turner bedanken sich beide Seiten artig beieinander für die gute Zusammenarbeit, die nun offensichtlich mit Uneinigkeit über den Kurs in die Zukunft endet. Turner hatte nicht nur die Frauen mit einer vielschichtigen und taktisch-strategisch interessant formulierten Regel ins Rennen zurückgeholt, sondern auch neue Boote für die kommenden Editionen des Meeres-Marathons um die Welt angekündigt, ein neues Konzept vorgestellt sowie den Veranstaltungszyklus verkürzt.

  Mark Turner holte mit einer neuen Regel die Frauen ins Volvo Ocean Race zurück. Hier im Bild Skipperin Dee Caffari, die mit ihrem Team Turn the Tide on Plastic startetFoto: Jeremie Lecauday/Volvo Ocean Race
Mark Turner holte mit einer neuen Regel die Frauen ins Volvo Ocean Race zurück. Hier im Bild Skipperin Dee Caffari, die mit ihrem Team Turn the Tide on Plastic startet

Die 14. Auflage des Klassikers sollte bereits 2019/2020 stattfinden. Das erschien angesichts der vielen Neuerungen und der bevorstehenden Arbeit im Rahmen des Super-60-Konzepts von Beginn an sehr ambitioniert. Und wurde nun offenbar von den Renninhabern AB Volvo und Volvo Cars gekippt. Zwar gibt es noch keinen neuen Austragungstermin. Angestrebt aber ist ein späterer Zeitpunkt als 2019/2020.

  Fällt in Turners Wirkungsperiode: Der Einsatz der beiden neuseeländischen Segelstars Blair Tuke (Mapfre) und Peter Burling (r., Team Brunel) im 13. Volvo Ocean RaceFoto: ACEA2017/Ricardo Pinto
Fällt in Turners Wirkungsperiode: Der Einsatz der beiden neuseeländischen Segelstars Blair Tuke (Mapfre) und Peter Burling (r., Team Brunel) im 13. Volvo Ocean Race

Alle Seiten versicherten am Dienstag, dass die nahende 13. Auflage des Rennens vom Wachwechsel auf der Ocean-Race-Brücke nicht beeinflusst werden soll. Ganz zu glauben ist das nicht. Turners Nachfolger – wenn er denn schnell gefunden werden kann – übernimmt kein leichtes Erbe.

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