Volvo Ocean RaceDefekt: Wassernot bei Dongfeng

Lars Bolle

 · 20.04.2015

Volvo Ocean Race: Defekt: Wassernot bei DongfengFoto: Sam Greenfield / Dongfeng Race Team / Volvo Ocean Race

Für Dongfeng Racing könnte die sechste Etappe zur Durststrecke werden. Frischwasser muss wegen eines Defektes per Hand produziert werden

Einen Tag nach dem Flautenstart vor Itajai segelt das Feld geschlossen auf den Südatlantik hinaus. Der verpatzte Start von Abu Dhabi Ocean Racing blieb dabei ohne Folgen. Skipper Ian Walker hatte sein Boot zu dicht rechts vom Startschiff positioniert und wegen des fehlenden Windes nicht mehr unter die Linie drücken können. Er trieb außen am Startschiff vorbei, musste mit großem Zeitverlust umkehren und mit einigen hundert Metern Rückstand neu starten. Doch schon ausgangs der Bucht hatte er den Rückstand egalisiert.

Momentan liegt der Gesamtführende auf Platz drei, jedoch sind alle Boote noch auf Sichtweite beieinander. Walkers Team Abu Dhabi Ocean Racing liefert sich dabei einen Zweikampf mit der US-Crew der Alvimedica.

  Die Positionen am VormittagFoto: Volvo Ocean Race
Die Positionen am Vormittag

Das ganze Feld segelt mit Wind von Backbord, Alvimedica und Abu Dhabi liegen am weitesten in Luv. Dabei beschwert sich Abu Dhabis Bordreporter Matt Knighton darüber, dass das vorausliegende Team Alvimedica jede Bewegung von Abu Dhabi kopiere. Eine halbe Seemeile Abstand sei dabei dicht genug, um durch die gestörten Winde aus den Alvimedica-Segeln behindert zu werden. Skipper Walker versuche ständig, sich in Luv freizuhalten, aber Alvimedica gehe immer mit. Das Ergebnis ist, dass beide etwas zu hoch segeln und dadurch langsamer.

Mit Problemen ganz anderer Art schlägt sich derweil Team Dongfeng herum. Der Haupt-Wassermacher, der maschinell betrieben wird, hat ein Leck und ist ausgefallen. Das Team muss auf den Not-Wassermacher zurückgreifen, einen Katadyn Survivor-35, nicht eben als Dauerlösung geeignet.

"In der Werbung heißt es, er würde 35 Liter Wasser pro Stunde produzieren", schreibt Bordreporter Sam Greenfield. "Ich nenne es eine Spielerei. Tatsächlich benötigt der Survivor ungefähr 35 Liter Seewasser, 15 Minuten plus einen Teil deiner Seele, um einen einzigen Liter Frischwasser zu produzieren. Nachdem ich drei 1,5-Liter-Flaschen gepumpt hatte, brannten meine Muskeln, und mein Mund war trocken."

Alle neun Crewmitglieder auf diese Weise zu versorgen würde sehr mühsam: "Drei bis vier Flaschen benötigen wir allein, um eine Mahlzeit aus gefriergetrockneter Nahrung zuzubereiten", so Greenfield. "Die Jungs essen drei Mahlzeiten pro Tag. Jeder von uns braucht einen Liter Wasser pro Tag zum Überleben. Das macht 18 Flaschen pro Tag – viereinhalb Stunden pumpen."

Bleibt nur die Hoffnung auf ein Wunder bei der Reparatur des Haupt-Wassermachers.

Die Zusammenfassung des ersten Tages

Der komplette Start in der Aufzeichnung

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