Volvo Ocean RaceDas Rennen hat neu begonnen

Lars Bolle

 · 13.10.2014

Volvo Ocean Race: Das Rennen hat neu begonnenFoto: Amory Ross/Team Alvimedica/Volvo Ocean Race
Die Gegner sind in Sichtweite
Mit Erreichen des Atlantiks haben sich auch die Segelbedingungen drastisch geändert. Es geht vor allem um Speed. Und es gab den ersten Bruch

Bis zu 36 Knoten Wind aus Nordost bescherten den Crews eine zwar schnelle, aber unangenehme Nacht. "Die See war abscheulich", so Amory Ross, Reporter beim Team Alvimedica. Die Wellenhöhe betrug zwar nur rund 30 Zentimeter, dafür kamen die Wellen offenbar in sehr schneller Folge, was die Bootsbewegungen sehr unruhig und unkomfortabel werden ließ.

"Das Leben an Bord ist um 200 Prozent anders als zuvor", schreibt Reporterin Corinna Halloren von Bord der SCA. "Das macht es nicht nur interessant, sondern auch etwas schmerzvoll. Neue Prellungen sind hinzugekommen, unsere Mägen sind nicht bei 100 Prozent, und wir sind etwas erschöpft."

Beim aktuellen Positionsreport lagen nur sechs Seemeilen zwischen dem führenden Team Brunel und Schlusslicht Vestas Wind. Diese hatte jedoch keine Position gemeldet, und ihr Standort wurde geschätzt. Die sechs anderen Teams trennten sogar nur ein bis zwei Seemeilen. Allerdings hatte sich das Feld auf rund sieben Seemeilen Querabstand auseinandergezogen – quasi ein Neustart auf breiter Linie. Alle Boote segelten mit Wind von Steuerbord einen südwestlichen Kurs Richtung Kanaren.

  Die Positionen um 6:56 UTCFoto: Volvo Ocean Race Die Positionen um 6:56 UTC

Nach dem extrem anstrengenden Mittelmeerstück mit vielen Segel- und Kurswechseln ist das Race jetzt in einen neuen Modus übergegangen, momentan prägt weniger die Taktik, sondern die Technik den Charakter. Wer kann seine Yachten am besten trimmen und am meisten Speed herausholen?

Am schnellsten war bisher Team Alvimedica mit 21 Knoten über Grund, die beste 24-Stunden-Distanz schaffte Mapfre mit 247 Seemeilen. Für die Führung reichte es bei beiden nicht ganz.

Die nächsten Stunden werden zeigen, wie sich die neue Einheitsklasse auf den Charakter des Rennens auswirkt. Bleiben alle Yachten eng beieinander, weil sie eben identisch sind, oder kann sich doch ein Team einen Vorteil erarbeiten?

Größere Ausfälle gab es bisher offenbar nicht, einzig beim Team Brunel brach ein sogenannter Outrigger. Das ist im Prinzip eine Stange, die achtern in Lee nach außen gesetzt wird. Sie dient dazu, den Holepunkt des Code Zero oder Gennakers weiter nach außen, nach Lee, zu verlagern, um so einen größeren Anstellwinkel zu erreichen, ohne das Profil im Segel zu zerstören. Es gelang jedoch, den Outrigger mit Bordmitteln zu reparieren, wie das Video zeigt.

Die Reparatur des Outriggers

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Lars Bolle

Lars Bolle

Chefredakteur Digital

Lars Bolle ist Chefredakteur Digital und Gründer von YACHT-Online. Viele Jahre war der Diplom-Sportwissenschaftler als Redakteur der YACHT in den Bereichen Sport und Seemannschaft tätig und hat die größten Segelsport-Veranstaltungen der Welt begleitet, vom America's Cup bis zu Olympischen Spielen. Seine persönliche Segel-Vita reicht vom Leistungssport in der Jolle (Deutscher Meister 1992 im Finn Dinghi) über historische und moderne Jollenkreuzer bis hin zu europaweiten Charter-Törns.

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