Volvo Ocean Race"Das langweilige Segeln ist vorbei"

Lars Bolle

 · 19.02.2015

Volvo Ocean Race: "Das langweilige Segeln ist vorbei"Foto: Amory Ross / Team Alvimedica / Volvo Ocean Race

Team Brunel liegt weiter vorn und Skipper Bouwe Bekking freut sich über einen Segelschaden, der Schwung in den Bordalltag bringt

An der taktischen Situation hat sich insgesamt wenig geändert. Das Feld ist näher zusammengerückt, auf einen südlichen Kurs eingeschwenkt. Dongfeng Race Team konnte an Team SCA vorbeiziehen, ansonsten haben alle ihre Positionen behalten.

Langweilig, wie Bouwe Bekking, Skipper von Brunel, findet. Im Bordtagebuch schreibt er:

  Brunel-Skipper Bouwe BekkingFoto: Rick Tomlinson/Volvo Ocean Race
Brunel-Skipper Bouwe Bekking

So nah und doch so weit. Wenn man auf die Karte schaut, könnte man denken, wir hätten Neuseeland fast schon erreicht. Aber wenn man dann auf den Kilometerstand blickt, weiß man, dass die Wirklichkeit anders aussieht.

Capey (Navigator Andrew Cape) misst den Abstand so, wie viele Sydney Hobart Races es noch sind, ich nehme die Distanz von Lanzarote zu den Niederlanden, die wir im vergangenen Jahr ein paarmal gesegelt sind und die mir ein besseres Gefühl gibt, wie viele Tage noch bleiben.

Ich denke nicht oft über den Kilometerstand nach, aber diese Etappe bietet bis jetzt einiges an langweiligem Segeln. Aber wenigstens bieten die Wolken hier am Äquator einige Abwechslung.

Wir geben den Seglern auf Wache absolute Freiheit, wie sie diese aussegeln. Deshalb gibt es auf dem Track manchmal starke Ausschläge. Man muss aggressiv reagieren, sonst kann man in einer Flaute enden.

Letzte Nacht wurden wir in völliger Dunkelheit von einer plötzlichen Winddrehung überrascht. Im Bruchteil einer Sekunde kam der Wind aus der entgegengesetzten Richtung. Das Boot stand fast, und das große Code Zero wurde auf der falschen Seite gegen das Rigg gedrückt.

Kurze Zeit, nachdem wieder alles unter Kontrolle war, segelten wir auf demselben Kurs weiter, aber auf dem anderen Bug.

Wie sich herausstellte, hatte das Segel dabei zwei Risse abbekommen. Um diese flicken zu können, musste das Tuch herunter, aber nicht wie gewohnt aufgerollt, sondern frei, sonst wäre man ja nicht an die Risse gekommen.

Jetzt, bei Tageslicht, sieht man, wie das Vorschiff von 300 Quadratmeter Segeltuch bedeckt ist.

Das langweilige Segeln ist vorbei.

Die Video-Zusammenfassung

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