Volvo Ocean RaceDas große Kleistern und Schrauben

Dieter Loibner

 · 07.12.2011

Volvo Ocean Race: Das große Kleistern und SchraubenFoto: Ian Roman/Volvo Ocean Race
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Puma traf endlich in Kapstadt ein, Sanya kleisterte die neue Bugsektion dran und alle fürchten den Hammerwind, den's am Start geben soll

  Noch ist's ein Loch: Team Sanya wird für die Reparatur der delaminierten Bugsektion in Position gebrachtFoto: Ian Roman/Volvo Ocean Race
Noch ist's ein Loch: Team Sanya wird für die Reparatur der delaminierten Bugsektion in Position gebracht

Alles unter Druck? Es ist die Stunde des Bodenpersonals. Nach der Ausfallsorgie der ersten Etappe wurden bei den betroffenen drei Teams Puma, Sanya und Abu Dhabi Nachtschichten gefahren, um die Untersätze wieder einsatz- und konkurrenzfähig zu machen. Um einen Deut weniger hektisch ist es bei Telefonica, Camper und Groupama, den drei Booten, die die Etappe ordnungsgemäß fertigsegeln konnten. Hier wird kontrolliert, getauscht und geschraubt, um die Boote in Topform zu bringen. Anders als die Havaristen können diese drei Teams härter ran, wei sie Vertrauen in die Stabilität ihrer Boote haben. In Sicherheit wiegen können sie sich nicht.

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  Schiffe und Boote und Kräne: Für das halbe Feld (hier Abu Dhabi) wäre die Regatta längst vorbei, gäbe es keine FrachterFoto: Nick Dana/Abu Dhabi Ocean Racing
Schiffe und Boote und Kräne: Für das halbe Feld (hier Abu Dhabi) wäre die Regatta längst vorbei, gäbe es keine Frachter

„Unglaublich, was hier in den vergangenen 24 Stunden erreicht wurde”, schwärmte Sanya-Skipper Mike Sanderson, dessen Boot eine neue Bugsektion verpasst bekam. „Andererseits fühle ich auch einige Nervosität vor dem Start zum nächsten Teilstück. Vier andere Boote trainieren, und wir bolzen erst den Kiel dran…” Doch gestern am späten Nachmittag schwamm das reparierte Schiff, das einzige, das noch vom letzten Volvo Ocean Race übrig ist, wieder.

Alles déjà vu? Mulmig wird’s nicht nur Sanderson, sondern allen, die die Wettervorhersage studiert haben, die für den Start am Sonntag gleich satte sieben bis acht Windstärken auf die Nase prohezeit. Solche Bedingungen haben schon am Beginn der ersten Etappe im Mittelmeer Abu Dhabi und Sanya zur Aufgabe gezwungen.

  Spuck es aus: Der Ersatzprügel von Puma wird aus der Transportmaschine ausgeladenFoto: Marc Bow/Volvo Ocean Race)
Spuck es aus: Der Ersatzprügel von Puma wird aus der Transportmaschine ausgeladen

Alles im Lot? Puma hat den neuen Mast in Rekordzeit gestellt und war am Abend zu einem ersten Testschlag bereit. „Ob wir wettbewerbsfähig sein werden, wird davon abhängen, was wir in den nächsten paar Tagen schaffen”, sagt Puma-Skipper Ken Read. Ebenfalls auf dem Sprung ist Abu Dhabi, das wie Puma und Sanya per Schiff anreiste, aber schon ein paar Tage länger in Kapstadt weilt und ebenfalls das Ersatzrigg gestellt hat.

Der aktuelle Zwischenstand: 1. Team Telefónica 31 Punkte; 2. Camper 29; 3. Groupama 22; 4. Abu Dhabi 6; 5. Puma 5; 6. Sanya 3.

Heute gibt es ein Practice Race, doch es ist nicht sicher, dass alle daran teilnehmen werden. Keine Details ließen die Veranstalter über die Routenführung der zweiten Etappe nach Abu Dhabi verlauten, die drastisch geändert wurde, um das Piratengebiet am Horn von Afrika zu umschiffen. Das Programm:

Freitag: Pro-Am Race, 12 Uhr MEZ

Samstag: In-Port Race, 14 Uhr MEZ

Sonntag – Start zur 2. Etappe, 14 Uhr MEZ

Mehr auf der Event-Seite und über den Live-Stream, den YouTube-Kanal und die Apps für I-Phone und Android.

Aktuelle Positionen und Abstände im Live-Tracker.

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