Volvo Ocean RaceCamper hat es endlich hinter sich

Dieter Loibner

 · 17.04.2012

Volvo Ocean Race: Camper hat es endlich hinter sichFoto: Paul Todd/Volvo Ocean Race

Nach genau einem Monat Renndauer hat Camper gestern in Itajai Platz 4 geholt. Rückstand auf die Sieger: 11 Tage. Umweg: etwa 3000 Meilen

  Camper endlich eingetroffen: nach stürmischen Tagen im Southern Ocean mit Leichtwind ins Ziel in den TropenFoto: Paul Todd/Volvo Ocean Race
Camper endlich eingetroffen: nach stürmischen Tagen im Southern Ocean mit Leichtwind ins Ziel in den Tropen

Gestern haben die wackeren Neuseeländer bei praktisch null Wind endlich den Schlussstrich unter diese unselige 5. Etappe ziehen dürfen. Mit defektem Boot und Tausenden Extrameilen auf der Logge, die sie vor und nach dem Reparaturstopp im chilenischen Hafen Puerto Montt zurücklegen mussten, haben sie sich gestern 15 wohlverdiente Punkte abgeholt. Damit sind sie in der Gesamtwertung Dritte, 28 Punkte hinter der führenden Telefonica, acht Punkte hinter Groupama und sechs vor Puma.

  Schlappe Sache: Fahnen von Spanien und Neuseeland an Campers HeckFoto: Paul Todd/Volvo Ocean Race
Schlappe Sache: Fahnen von Spanien und Neuseeland an Campers Heck

Lange ist die Pause allerdings nicht, denn am Samstag geht es schon mit dem In-Port Race weiter. „Zeit genug, um uns vorzubereiten und die wichtigsten Arbeiten zu erledigen”, kommentierte Co-Skipper Stu Bannatyne trocken. Die beschädigte Abu Dhabi, die ebenfalls in Puerto Montt anlegen musste, soll heute per Frachter in Itajai eintreffen. Es müssen zwei größere delaminierte Rumpfsektionen ersetzt werden, was geschätzte 72 Stunden in Anspruch nehmen soll. Ob das dann noch fürs In-Port Race reicht, wagt keiner zu prognostizieren.

  Iker Martinez (l.) und Xabi Fernandez werden Spanien im 49er bei den Olympischen Spielen vertretenFoto: Ian Roman/Volvo Ocean Race
Iker Martinez (l.) und Xabi Fernandez werden Spanien im 49er bei den Olympischen Spielen vertreten

Gestern wurde auch bekanntgegeben, dass Iker Martinez, Skipper von Telefonica, und Xabi Fernandez, sein kongenialer Kollege, Spanien bei den Olympiaregatten vor Weymouth im 49er repräsentieren werden. Die Olympiasieger von 2004 und Silbermedaillengewinner von 2008 haben somit ein Kontrastprogramm vor sich. Doch ihr ganzes Augenmerk gilt vorerst dem Sieg beim Volvo Ocean Race, versicherten beide.

Ebenfalls in Sachen Telefonica: Der Protest gegen die Spanier wegen der auf der vierten Etappe von China nach Neuseeland mitgeführten Segel wird heute von der internationalen Jury behandelt.

Fünfte Etappe von Auckland, NZL nach Itajai, Brasilien (ca. 6.700 Meilen)

  Die Segelschlepper: Telefonica führt klar, aber ob das nach dem Protest noch so gelten wird?Foto: Paul Todd/Volvo Ocean Race
Die Segelschlepper: Telefonica führt klar, aber ob das nach dem Protest noch so gelten wird?

1. Puma Ocean Racing (USA), Ken Read (USA), Apr 6, 19t 18h 09m 50s

2. Telefonica (ESP), Iker Martinez (ESP), Apr 6, 19t 18h 22m 28s

3. Groupama 4 (FRA), Frank Cammas (FRA), Apr 10, 23t 12h 58m 44s

4. Camper (NZL), Chris Nicholson (AUS), Apr 17, 30t 11h 35m 43s

- Abu Dhabi Ocean Racing (UAE), Ian Walker (GBR), DNF

- Team Sanya (CHN), Mike Sanderson (NZL), DNF

Gesamtwertung nach fünf Etappen

1. Telefonica (ESP), Iker Martinez (ESP), 147 Punkte

2. Groupama 4 (FRA), Frank Cammas (FRA), 127

3. Camper (NZL), Chris Nicholson (AUS), 119

4. Puma Ocean Racing (USA), Ken Read (USA), 113

5. Abu Dhabi Ocean Racing (UAE), Ian Walker (GBR), 55

6. Team Sanya (CHN), Mike Sanderson (NZL), 25

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