Volvo Ocean RaceBrunel-Skipper Bekking: "Das beste Segeln bislang"

Tatjana Pokorny

 · 11.02.2018

Volvo Ocean Race: Brunel-Skipper Bekking: "Das beste Segeln bislang"Foto: Yann Rio/Volvo Ocean Race

Am Wochenende haben die Teams ideale Segelbedingungen genossen, während sie sich gleichzeitig – und meist in Sichtweite – heftige Positionskämpfe lieferten

"Heute war einer dieser Segeltage, an denen du realisierst, wie viel Glück du hast, dass du an diesen Rennen teilnehmen darfst. Als uns am Morgen die nördlichen Winde erreichten, haben wir das beste Segeln aller Zeiten auf diesem Boot genossen: 30 Knoten Wind und glattes Wasser. Wir rasten nur so dahin, erreichten Durchschnittsgeschwindigkeiten von 26,5 Knoten. Warum kann es nicht immer so sein? Diese Boote sind für glattes Wasser und nicht für Wellen gemacht." So schwärmte Team Brunels Skipper Bouwe Bekking von den Sonntagsbedingungen, bevor ihn bei seiner Wache in der Nacht zum Montag wieder Regen und Widrigkeiten einholten. Noch immer kämpft Brunels Crew um die Reparatur der Media-Station, zu der sie auch aus dem Hauptquartier der Rennleitung stets aufs Neue aufgefordert wird. "Es ist supernervig, diese Nachrichten von der Rennleitung zu erhalten, die uns dazu auffordern, die Media-Station einfach wieder einzuschalten. Das ist so leicht gesagt, wenn man irgendwo in einem trockenen Büro an Land sitzt. Sie haben keine Ahnung, wie sehr wir darum kämpfen, die Station wieder in Gang zu bringen. Yann und Capey haben sich den ganzen Tag damit herumgeschlagen. Ich bin sicher, dass die Jungs einen Weg finden werden, sobald es ruhiger zugeht."

  Nasser Arbeitsplatz am Montagmorgen an Bord des gelben Bootes von Team BrunelFoto: Yann Rio/Volvo Ocean Race
Nasser Arbeitsplatz am Montagmorgen an Bord des gelben Bootes von Team Brunel

Im Kampf um die vorderen Plätze in der Flotte hat sich am Wochenende nur wenig getan. Zwar hat Mapfre zunächst die Führung übernommen, doch das bislang dominierende Quartett segelt weiterhin meist in Sichtweite zueinander. Nur knapp hinter Mapfre machten am Montagmorgen Charles Caudreliers Dongfeng Race Team, Bekkings Team Brunel und Dee Caffaris Team Turn the Tide on Plastic Druck. Die vier führenden Boote trennten am sechsten Tag der sechsten Etappe gerade einmal dreieinhalb Seemeilen, bevor der Montagmorgen sie wieder mit harschen und nassen Bedingungen begrüßte.

  Skipper Charles Caudrelier steuert auf Kurs Auckland für sein Dongfeng Race TeamFoto: Martin Keruzore/Volvo Ocean Race
Skipper Charles Caudrelier steuert auf Kurs Auckland für sein Dongfeng Race Team
  So eng ging es am Wochenende im Kampf um die vorderen Plätze zu: Hier liefern sich Team Brunel und Mapfre nach rund 2000 Seemeilen auf See ein DuellFoto: Yann Rio/Volvo Ocean Race
So eng ging es am Wochenende im Kampf um die vorderen Plätze zu: Hier liefern sich Team Brunel und Mapfre nach rund 2000 Seemeilen auf See ein Duell

Und auch die beiden Verfolger, die Teams Sun Hung Kai / Scallywag und AkzoNobel, konnten ihren Rückstand nach dem zunächst extremer eingeschlagenen Nordkurs inzwischen wieder verkürzen, weil die nördlichen Winde sie – wie erhofft – zuerst erreichten. Zu Spitzenreiter Mapfre fehlen dem Duo aber immer noch etwas mehr als 30 Seemeilen. Hier geht es zum Tracker mit den aktuellen Positionen.

Diese sechste Etappe trägt die Boote auch ihrer Meilen-Halbzeit des Rennens entgegen, die etwa nach zwei Dritteln des Abschnitts von Hongkong nach Auckland bei bis dahin knapp 20.000 gesegelten Seemeilen erreicht sein wird. Bislang deutet alles darauf hin, dass sich die aktuell führenden Teams Mapfre und Dongfeng das erwartete Duell um den Gesamtsieg bei dieser 13. Auflage des Meeres-Marathons liefern werden. Welches der beiden roten Boote jedoch Ende Juni in Den Haag die Bugspitze vorn haben könnte, das bleibt wohl noch eine ganze Weile offen. Zurzeit hat Mapfre im Gesamtklassement mit 34 Punkten 4 Zähler Vorsprung vor Dongfeng. Hier geht es zum Zwischenklassement.

  Die wechselhaften Segelbedingungen fordern die Teams und ihre Steuerleute – hier ist AkzoNobels Wachführer Nicolai Sehested am Rad im EinsatzFoto: Rich Edwards/Volvo Ocean Race
Die wechselhaften Segelbedingungen fordern die Teams und ihre Steuerleute – hier ist AkzoNobels Wachführer Nicolai Sehested am Rad im Einsatz
  Frischwasserbedarf: Dongfengs Trimmerin und Steuerfrau Carolijn Brouwer wäscht sich das Salz vom GesichtFoto: Martin Keruzore/Volvo Ocean Race
Frischwasserbedarf: Dongfengs Trimmerin und Steuerfrau Carolijn Brouwer wäscht sich das Salz vom Gesicht

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