Volvo Ocean Race"Brunel" gewinnt das Duell gegen "Mapfre"

Tatjana Pokorny

 · 02.11.2017

Volvo Ocean Race: "Brunel" gewinnt das Duell gegen "Mapfre"Foto: Jasper van Staveren/Team Brunel

"Big Point" für Bekking, Burling und die "Brunel-Crew", die vor Lissabon siegen. Im packenden Rennen verletzte sich Liz Wardley, hatte aber Glück im Unglück

So macht live übertragener Segelsport Spaß: Beim Hafenrennen in Lissabon lieferten sich die Teams packende Positionskämpfe und servierten ihren begeisterten Zuschauern Segelsport vom Feinsten. Auf dem kurzen Kurs in der Flussmündung des Tejos ergaben sich in Regenschauern und böigen Winden für die Crews immer wieder neue Angriffschancen. Viele Manöver in schneller Folge forderten die Seglerinnen und Segler bis an den Rand der Erschöpfung.

  Das Duell des Tages lieferten sich "Brunel" und "Mapfre", hier von Fotograf Eloi Stichelbaut stilsicher eingefangenFoto: Jano Schurgers / Team Brunel
Das Duell des Tages lieferten sich "Brunel" und "Mapfre", hier von Fotograf Eloi Stichelbaut stilsicher eingefangen
  Hart erkämpft und hochverdient: "Brunel"-Seglerin Annie Lush, auch verantwortlich für die Segelgarderobe der Yacht, genießt das prickelnde Gefühl des Sieges nach dem anspruchsvollen Hafenrennen von LissabonFoto: Jasper van Staveren/Team Brunel
Hart erkämpft und hochverdient: "Brunel"-Seglerin Annie Lush, auch verantwortlich für die Segelgarderobe der Yacht, genießt das prickelnde Gefühl des Sieges nach dem anspruchsvollen Hafenrennen von Lissabon

Bouwe Bekkings Team Brunel meisterte die Herausforderungen des Tages am besten. Den enttäuschenden vorletzten Platz der ersten Etappe konterte sein Team mit dem Comeback und dem Sieg im Hafenrennen. "Ich glaube, wir haben es gut hingekriegt. Wir haben als Team große Schritte vorwärts gemacht", sagte der Rekordteilnehmer, der zum achten Mal am Rennen seines Lebens teilnimmt und es endlich gewinnen will. Bekking weiter: "Es ist immer nett zu gewinnen, aber ich denke, wir sind heute ziemlich hübsch gesegelt. Am Ende gab es einen heftigen Winddreher, was Entscheidungen immer schwierig macht. Aber ich glaube, wir haben die richtigen Entscheidungen getroffen. Wir sind sehr konservativ gesegelt, hatten unser großes Segel die ganze Zeit oben und haben auf die schlichten Lösungen gesetzt. Das hat sich heute für uns ausgezahlt."

  Aus dieser Position machte "Mapfre" am Ende des Rennens fast einen Sieg. Doch Bekkings "Brunel"-Crew konnte den Durchmarsch gerade noch verhindernFoto: Eliot Stichelbaut/Dongfeng Race Team
Aus dieser Position machte "Mapfre" am Ende des Rennens fast einen Sieg. Doch Bekkings "Brunel"-Crew konnte den Durchmarsch gerade noch verhindern
  Da freut sich einer: "Brunel"-Skipper Bouwe Bekking mit dem Siegerpokal für das Hafenrennen von Lissabon und einem Teil seiner CrewFoto: Jasper van Staveren/Team Brunel
Da freut sich einer: "Brunel"-Skipper Bouwe Bekking mit dem Siegerpokal für das Hafenrennen von Lissabon und einem Teil seiner Crew

Team Brunel hatte das Rennen fest im Griff, bis das spanische Team Mapfre zu einem imposanten Schlussspurt ansetzte und das Boot unter niederländischer Flagge heftig attackierte. Doch die Holländer konnten ihre hartnäckigen Verfolger auch auf engstem Raum im Schach halten und erreichten die Ziellinie schließlich mit acht Sekunden Vorsprung vor der "roten Gefahr". Ein interessanter Vergleich: Insgesamt hat Team Brunel in der rund einstündigen Schlacht "nur" 14 Wenden und Halsen absolviert, die Spanier 20!

Das Gegenteil der holländischen Hochgefühle erlebten Dee Caffari und ihr Team auf "Turn the Tide on Plastic". Die Skipperin fasste den Rennverlauf selbst knapp und treffend zusammen: "Vier Runden, kurzer Kurs, echt intensiv! Die erste Runde war für uns Glamour pur. In der zweiten lagen wir immer noch auf einem Podiumsplatz. Die dritte Runde war voller Desaster, und die vierte konnte man einfach nur noch abschreiben. Als wir endlich die Ziellinie erreichten, hatten wir uns selbst vom ersten auf den letzten Platz gesegelt." Und dabei hat sich Wachführerin Liz Wardley auch noch verletzt (siehe Clip), war nur mit Glück im Unglück und dank des schnellen Eingreifens von Teamkamerad Henry Bomby und Anbord-Kameramann Sam Greenfield noch schlimmeren Folgen entgangen.

Rund 48 Stunden blieben den Crews nach dem Rennen am Freitagnachmittag noch zur Erholung und letzten Vorbereitungen auf die zweite Etappe dieser 13. Auflage des Volvo Ocean Race, die am Sonntag beginnt. Sie führt die Flotte auf der Lieblingsetappe von Dongfeng-Skipper Charles Caudrelier, dessen Team nach Rang drei in Lissabon hinter Mapfre und Brunel auch im Zwischenklassement der Hafenrennen auf Platz drei liegt, den Atlantik hinunter nach Kapstadt.

  Bereit zum Auslaufen: Die VOR-Flotte vor dem Start zur zweiten Etappe von Lissabon nach Kapstadt am SonntagFoto: Jesus Renedo/Volvo Ocean Race
Bereit zum Auslaufen: Die VOR-Flotte vor dem Start zur zweiten Etappe von Lissabon nach Kapstadt am Sonntag

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