Volvo Ocean RaceAusblick: die erste Etappe

Lars Bolle

 · 08.10.2014

Volvo Ocean Race: Ausblick: die erste EtappeFoto: Ramos/VOR

Am Samstag, 11. Oktober, startet die erste Etappe von Alicante nach Kapstadt. 6500 äußerst anspruchsvolle Seemeilen liegen vor den Teams

Gleich die erste Etappe hat es in sich. Extrem unterschiedliche Seegebiete bedeuten extrem unterschiedliche Bedingungen. Das zeigte schon die vergangene Auflage, als gleich die Hälfte der sechs Starter auf dem identischen ersten Teilstück ausfiel.

Gleich in der ersten Nacht erwischte es Team Abu Dhabi, als der Mast von oben kam. Am zweiten Tag musse Team Sanya aufgeben, weil Teile des Rumpfes delaminierten. Und im Südatlantik havarierte schließlich auch noch Puma mit Mastbruch.

  Die 1. Etappe in der ÜbersichtFoto: Volvo Ocean Race
Die 1. Etappe in der Übersicht

Gerade diese erste Etappe wird zum Prüfstein für die neue Volvo-Ocean-65-Einheitsklasse. Ist sie tatsächlich robuster, sicherer als ihre Vorgängerin VO 70? Die Antwort auf diese Frage birgt zudem noch eine besondere neue Brisanz. Denn da die Boote äußerst strikt einheitlich gebaut wurden, bedeutet ein Materialfehler bei einem Teilnehmer fast zwangsläufig, dass dieser Fehler auch bei allen anderen Booten vorhanden ist. Man darf gespannt sein, wie die Rennleitung auf eventuelle Ausfälle reagiert.

Das Promo-Video zum Race-Start

Doch auch taktisch ist diese Etappe eine der anspruchsvollsten. Das Mittelmeer kann gleich nach dem Start mit seinen unsteten Winden zum Lotteriespiel werden, auch die Passage der Straße von Gibraltar mit starker Strömung ist eine Herausforderung.

Und am Äquator lauert eines der größten meteorologischen Hindernisse: die Doldrums. Riesige Gebiete mit sehr wenig Wind erstrecken sich quer über den Atlantik. Mächtige Quellwolken bringen zwischenzeitlich Gewitter, aus denen Böen mit Windstärke 9 herausstürzen können. Die Inselgruppe Fernando de Noronha muss an Backbord gelassen werden. Dahinter wartet das St.-Helena-Hoch, die südhemisphärische Schwester des Azorenhochs, eine endlos scheinende Strecke schwacher Winde. Der kürzeste Weg ist jedoch meist nicht der schnellste, Wind und Strömung kommen von vorn, wie Team Groupama im vergangenen Race leidvoll erfahren musste. Ein Umweg tief hinein in die 40er-Breitengrade kann sich lohnen.

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