Volvo Ocean RaceAuf die Buckelpiste nach China

Dieter Loibner

 · 21.01.2012

Volvo Ocean Race: Auf die Buckelpiste nach ChinaFoto: Hamish Hooper/Camper

Nach einem eher einsamen Neustart auf den Malediven setzt die VOR-Flotte das Rennen Richtung China fort. Und es dürfte wieder Bruch geben

  Wer vorn ist, muss nach hinten gucken. So war's auf Camper nach dem Neustart der dritten EtappeFoto: Hamish Hooper/Camper
Wer vorn ist, muss nach hinten gucken. So war's auf Camper nach dem Neustart der dritten Etappe

Bei leichtem bis mittlerem Wind und ganz ohne das übliche Trara gingen die sechs Boote in Male über die improvisierte Startlinie. Alle sind froh, dass nun zur Abwechslung wieder richtig gesegelt wird, ohne Frachter, Piraten und anderen Ablenkungen. „Ein seltsamer Start”, kommentierte Pumas Medienmann Amory Ross das Geschehen. „Die Linie war zwischen einer Fahne und einem Sendemast ausgelegt. Es gab so gut wie keine Zuschauer, dafür aber tonnenweise Fähren, Fischerboote und andere Hindernisse, denen wir auszuweichen hatten …”

Nach dem letzten Platz beim Auftakt-Sprint in Abu Dhabi setzte sich die neuseeländische Camper vorerst an die Spitze auf diesem 3.000 Meilen langen Teilstück, das in Sanya im Süden der chinesischen Insel Hainan endet. Um 17 Uhr MEZ, also kurz nach dem Start, segelte das Feld hoch am Wind mit etwa 12 Knoten Geschwindigkeit geschlossen Richtung Osten. Die ersten 1.000 Meilen, so sagt Skipper Chris Nicholson, seien nicht schlimm, mit bis zu 15 Knoten NO-Passat, ein paar Gewittern und häufigen Segelwechseln. „Dann geht’s durch die Straße von Malakka, und es scheint mir, als würde das leicht und diffizil. Danach segeln wir ums Eck nach Singapur und danach dürfte es so richtig windig werden, bis hinauf nach China.”

  Den „Puck" im Gesicht: Wer mitten drinnen ist, wie Groupama, guckt mit dem Peilkompass auf die anderen, die neben einem hersegelnFoto: Yann Riou/Groupama Sailing Team
Den „Puck" im Gesicht: Wer mitten drinnen ist, wie Groupama, guckt mit dem Peilkompass auf die anderen, die neben einem hersegeln

Es sei wichtig, mit Schwung aus dieser Meerenge von Malakka herauszukommen und den Fuß auf dem Gas zu lassen, erklärt Nicholson, schätzt aber, dass die Bedingungen wieder die Grenzen dieser Boote aufzeigen werden, von denen die Hälfte bisher schon mit Mastbrüchen und Delaminierungserscheinungen arg in Mitleidenschaft gezogen wurde. Die kurze und giftig-steile Welle in der seichten Südchinesischen See hat schon beim letzten Rennen für viel Kohlefaserbruch gesorgt, und es steht zu fürchten, dass es auch diesmal nicht ohne Schrammen abgehen dürfte. Sollte das eine oder andere Boot wieder einen Abschleppdienst benötigen, können die Segler nach dem bisherigen Rennverlauf zumindest auf solide Erfahrung im Frachtwesen zurückgreifen...

  Schneider am Werk: Segelreparatur auf TelefonicaFoto: Diego Fructoso/Team Telefonica
Schneider am Werk: Segelreparatur auf Telefonica

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