The Ocean RaceMit deutschem Hafen in die Zukunft – Kiel kommt in neuer Rolle an Bord

Tatjana Pokorny

 · 09.02.2024

Imposante Bilder vom Ocean-Race-Fly-by 2023 in Kiel
Foto: The Ocean Race
Hinter den Kulissen wird Kiel seit dem umjubelten Fly-by im letzten Ocean Race längst als Hafen für künftige Rennen der bekanntesten Mannschaftsregatta um die Welt gehandelt. Jetzt wollen die Veranstalter und die Stadt Kiel Nägel mit Köpfen machen. Bei einer Pressekonferenz in der kommenden Woche in Kiel soll die schleswig-holsteinische Landeshauptstadt in ihrer neuen Rolle vorgestellt werden.

Ocean-Race-Fans werden sich lebendig an den Fly-by des vergangenen Ocean Race in Kiel erinnern. Am 9. Juni hatte die Ocean-Race-Flotte auf ihrem Kurs von Aarhus in Dänemark nach Den Haag eine spektakuläre Schleife in der Kieler Förde absolviert. Insgesamt rund 120.000 Fans erlebten das Segelspektakel beim kurzen, aber intensiv gefeierten deutschen Ocean-Race-Gipfel in der Innenförde und entlang der sieben Kilometer langen Küstenlänge. 3.000 Boote hatten das Revier der “Sailing City” in eine extrem lebendige Wasserbühne für die Teams verwandelt.

Kiel ist prädestiniert für so was” (Boris Herrmann)

„Das war eine spektakuläre Passage, die uns unvergesslich bleiben wird – für uns alle hier an Bord. Vielen Dank an alle, die nach Kiel gekommen sind. Kiel hat sich von seiner besten Seite gezeigt, ein perfekt organisierter Fly-by. Die Fahrrinne wurde freigehalten, die Passage war sicher“, hatte „Malizia – Seaexplorer“-Skipper Boris Herrmann nach dem Gänsehaut-Schaulaufen in der Förde begeistert Bilanz gezogen.

Sein Fazit verknüpfte Boris Herrmann schon 2023 mit Ideen für eine künftige Rolle Kiels im The Ocean Race. Der 42-Jährige sagte: “Ich finde, dass sich Deutschland im 14. The Ocean Race insgesamt toll präsentiert hat. Kiel natürlich auch. Großen Respekt an die Veranstalter! Angefangen mit dem Oberbürgermeister, der den Segelsport auch persönlich unterstützt, aber auch an alle anderen Leute in Kiel, die das mit ihrer Erfahrung aus den sonstigen großen Segelveranstaltungen wie der Kieler Woche organisieren. Kiel ist prädestiniert für so was.”

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Es wird immer gesagt, Deutschland ist gar nicht so die Segelnation. Das war aber schon immer nicht ganz richtig” (Boris Herrmann)

Weiter sagte Boris Herrmann: “Deutschland war insgesamt ein starker Faktor in diesem Rennen. Viele Fans waren und sind Deutsche. Viele haben auf den Malizia-Tracker zugegriffen. Wir hatten sehr starke und tolle Unterstützung aus Deutschland. So viele Leute sind nach Aarhus oder Den Haag gekommen. Es wird immer gesagt, Deutschland ist gar nicht so die Segelnation. Das war aber schon immer nicht ganz richtig. Man hat das schon beim Sieg der ‘Illbruck’ 2002 gesehen.”

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Man sehe es, so Boris Herrmann, auch in vielen anderen Bereichen: “Bei der Kieler Woche, der boot in Düsseldorf, der Hanse-Gruppe als größter Werft und all den anderen Events und Engagements, wo Deutschland – an bestimmten Messzahlen gemessen – sehr präsent ist. Wir haben mit der YACHT das größte Segelmagazin Europas. Und man muss aus unserer Sicht bei diesem Ocean Race sagen, dass die deutschen Medien das Rennen toll aufgenommen haben – durchaus stärker als in Frankreich.”

Ich bin verliebt in Kiel” (Richard Brisius)

Diesen positiven Faktoren zollen die Ocean-Race-Verantwortlichen nun Tribut. Angekündigt ist eine Pressekonferenz für den 14. Februar in Deutschlands nördlichster Landeshauptstadt mit Kiels Oberbürgermeister Dr. Ulf Kämpfer, Team Malizias Skipper Boris Herrmann und Ocean-Race-Dirigent Richard Brisius. Auch der Schwede hatte im vergangenen Jahr beim Ocean-Race-Fly-by in Schleswig-Holsteins wasseraffiner Landeshauptstadt geschwärmt: “Ich bin verliebt in Kiel.”

In welcher Rolle genau Kiel beim Ocean Race an Bord kommen wird, soll noch bis Mittwoch ein gut gehütetes Geheimnis bleiben. Klar ist, dass Kiel in Zukunft einen größeren Part als den der kurzen Fly-by-Gastgeberin spielen wird. Vorerst dürfte für den Kieler Einstieg bei der wichtigsten Weltumsegelung für Teams auf Imocas das Ocean Race Europe 2025 im Visier sein.

Schöne Erinnerung! Rückblick auf den erfolgreichen Kieler Fly-by 2023:

Tatjana Pokorny

Tatjana Pokorny

Freie Reporterin Sport

Tatjana „tati“ Pokorny ist Autorin von neun Büchern. Sie arbeitet als Reporterin für die YACHT, berichtete unter anderem von neun Olympischen Spielen, als Korrespondentin für die Deutsche Presse-Agentur (DPA), das Hamburger Abendblatt sowie weitere nationale und internationale Medien. Kernthemen sind der America's Cup, das Ocean Race, die Vendée Globe, SailGP und weitere nationale und internationale Regatten und ihre Protagonisten. Lieblingsdisziplin: Portraits von und Interviews mit Segelsportpersönlichkeiten.

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