The Ocean RaceEtappe 6 ist eine wie keine – viel Sprintvergnügen!

Tatjana Pokorny

 · 08.06.2023

Action an Bord von "Biotherm" – so wird es auf Etappe 6 permanent sein …
Foto: Ronan Gladu/Team Biotherm/The Ocean Race
Am Abend des 8. Juni fällt um 18.15 Uhr der Startschuss zur sechsten von sieben Etappen im Ocean Race. Es geht von Aarhus nach Den Haag. Dazwischen liegt der Fly-by auf der Förde am Freitagnachmittag. Für die Teams steht viel auf dem Spiel beim Gastspiel in Kiel. Wie sich die Etappe gestalten könnte, beschreibt das französische Team Biotherm lesenswert und voller Segel- und Angriffslust

Paul Meilhats Team Biotherm hat eine wunderbare Vorschau auf Ocean-Race-Etappe sechs veröffentlicht. Die Franzosen beschreiben die bevorstehenden Herausforderungen nach ihrer schweren fünften Etappe mit viel Respekt, aber auch geladen mit Vorfreude und Angriffslust. Ihr jüngstes Boot der Flotte gilt trotz unzähliger technischer Probleme und Rückschläge als wie gemacht für die glatten und möglicherweise windärmeren europäischen Finalgewässer.

Aktuell liegt Team Biotherm in der Ocean-Race-Gesamtwertung auf Platz vier. Es wird nur schwer möglich sein, sich noch aufs Podium vorzuarbeiten. Dennoch widmet Team Biotherm der bevorstehenden sechsten Etappe eine Liebeserklärung, die voller Segellust steckt:

Verdichtet, küstennah, vielfältig

800 Meilen. Es ist die kürzeste Strecke des Ocean Race, aber sicher keine kleine Etappe. Wie in den Märchen von Hans Christian Andersen*, dem dänischen Schriftsteller, der auf der Insel Fünen geboren wurde, die von der Flotte gerundet werden muss, haben die Ocean-Race-Helden viele Hindernisse zu überwinden, wenn sie eine Chance auf ein Happy End in Den Haag (Holland), der Endstation dieses sechsten und vorletzten Werks, haben wollen.

Auf dem Wasser wird dieser dreitägige Sprint entlang der Küste zügig verlaufen und eine Reihe von schlaflosen Nächten mit sich bringen. Ein Format, das der Biotherm-Crew sehr entgegenkommt, denn sie hat nur ein Ziel: den Sieg. Start morgen, Donnerstag, um 18.15 Uhr.

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Das wird ein echtes Rennen. Ein echtes Hürdenrennen, erklärt Anthony Marchand, der neben Paul Meilhat, Alan Roberts, Mariana Lobato und Anne Beaugé (Red.: An-Bord-Reporterin) wieder an Bord des blauen Bootes ist. Es ist eine Etappe für Figaro-Segler, fährt Antho fort, und das ist auch gut so, denn wir alle zusammen haben bereits 24 Solitaires gesammelt!

Wie wird diese vorletzte Etappe verlaufen?

Ein erster ultraküstennaher Abschnitt führt die Flotte entlang des mäandernden Kattegats. Dort müssen die Imocas eine Spur zwischen den dänischen Inseln ziehen, um die erste Marke vor der deutschen Stadt Kiel zu erreichen. Von dort aus müssen sie diesem maritimen Labyrinth entkommen und die Nordsee ansteuern, wo sie entlang der niederländischen Küste zwischen Sandbänken und Schifffahrtswegen tauchen werden.

Es wird eine Menge passieren. Viele Positionsbestimmungen gegenüber unseren Konkurrenten, taktische und strategische Fragen, Segelwechsel, Stacking und Manöver. Es wird wichtig sein, vor der Kartografie nicht einzuschlafen! Es wird ein Kopf-an-Kopf-Rennen, und wir müssen um jeden Meter kämpfen. Kurzum, wir werden nicht viel Schlaf bekommen. Die kurzen Ruhepausen werden umso hypothetischer sein, als der Start des Rennens von einer leichten Brise geprägt sein wird.

“Vollgas”

Angespornt durch den Erfolg beim In-Port Race in Aarhus will das Biotherm-Team alles geben, trotz der erheblichen Müdigkeit, die sich in den bald sechs Monaten des Rennens und dem späten Ende in Dänemark angesammelt hat. Wir wollen uns etwas Besonderes gönnen und für uns, die Segler, die Landcrew und den Sponsor hart kämpfen. Wir sind immer noch gut gelaunt, und alle arbeiten mit Hochdruck, warnt Antho.

Mit der Rückkehr von Guyot Environnement werden wieder fünf Imoca-Teilnehmer an der Startlinie stehen. Die Spitzenreiter werden am 11. Juni in Den Haag erwartet, wo The Ocean Race zum dritten Mal in seiner Geschichte in den Hafen einläuft. In dieser europäischen und internationalen Hochburg, die Gastgeberin zahlreicher Segelwettbewerbe ist, wird der Zwischenstopp nur von kurzer Dauer sein, denn am 15. Juni hebt sich der Vorhang für den letzten Akt.

* Hans-Christian Andersen ist Autor von über 150 weltweit bekannten Geschichten, darunter “Die kleine Meerjungfrau”, “Die Schneekönigin”, “Das Streichholzmädchen” und “Das hässliche Entlein.”.

Mit viel Team-Erfahrung und einem neuen Star in Etappe sechs

Gegen die geballte Figaro-Macht auf “Biotherm” und auch anderen Booten will Boris Herrmanns Team Malizia im Kampf um den bestmöglichen Podiumsplatz seine Intensiv-Erfahrung als Gruppe setzen. Co-Skipper Will Harris sagte: “Wir sehen die gemeinsame Crew-Erfahrung in unserem Team im Vergleich zu den vielen Figaro-Seglern auf anderen Booten als Vorteil.”

Mit einem neuen Star werden die Spitzenreiter vom US-Team 11th Hour Racing an der Startlinie von Aarhus aufkreuzen: Ocean-Race-Sieger, America’s-Cup-Segler und “Gitana”-Skipper Franck Cammas kommt als Schwergewicht und Antreiber an Bord. “Franck wird eine neue Intensität mitbringen, wenn wir uns dem Ende des Rennens nähern”, kommentierte Enright den prominenten Neuzugang.

Mehrrumpf-Maestro Franck Cammas im Spiel

Weiter sagte Enright: “Franck bringt eine Menge Imoca-Erfahrung mit. Er ist ein ehemaliger Gewinner des Ocean Race, und dies ist eine 800 Seemeilen lange, dreitägige Etappe, eine Art Solitaire du Figaro, und die hat er auch gewonnen! Er hat vor dem Rennen mit uns trainiert, kennt also die Crew und das Boot gut. Wir freuen uns darauf, ihn im Team zu haben.”

Cammas ist einer der erfolgreichsten Segler Frankreichs, der 2012 als “Groupama”-Skipper das Ocean Race gewonnen hat und sechsmaliger Orma-Weltmeister ist. Der 2020 zum Segler des Jahrzehnts ernannte Mehrrumpf-Experte hat mit der Groupe Edmond de Rothschild Ultime seit 2019 jedes Rennen, an dem er teilgenommen hat, gewonnen. Aktuell ist Franck Cammas Co-Skipper neben Jérémie Beyou auf dem Imoca “Charal 2”.

Ohne Crew können wir die Imocas nicht zu hundert Prozent antreiben” “Franck Cammas”

“Das Ocean Race liegt mir sehr am Herzen, seit wir 2012 mit ‘Groupama’ gewonnen haben. Ich habe diese Ausgabe des Rennens von Anfang an verfolgt und bin beeindruckt von dem Kampfgeist des 11th Hour Racing Teams auf seinem neuen Imoca. Ich habe 2021 mit ihnen in Lissabon trainiert und freue mich darauf, wieder an Bord zu kommen und mehr über Imocas mit voller Besatzung zu lernen. Diese Boote zu 100 % antreiben zu können ist etwas, das wir nicht ohne Crew machen können. Ich bin beeindruckt von der Geschwindigkeit und der Kraft der Boote.”

Es geht um alles: Die letzten beiden Etappen stehen bevor! Hier die Vorschau:

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Tatjana Pokorny

Tatjana Pokorny

Freie Reporterin Sport

Tatjana „tati“ Pokorny ist Autorin von neun Büchern. Sie arbeitet als Reporterin für die YACHT, berichtete unter anderem von neun Olympischen Spielen, als Korrespondentin für die Deutsche Presse-Agentur (DPA), das Hamburger Abendblatt sowie weitere nationale und internationale Medien. Kernthemen sind der America's Cup, das Ocean Race, die Vendée Globe, SailGP und weitere nationale und internationale Regatten und ihre Protagonisten. Lieblingsdisziplin: Portraits von und Interviews mit Segelsportpersönlichkeiten.

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