Im kommenden Jahr wird Jochen Schümann 60 Jahre alt. Doch für den deutschen Segelnachwuchs ist der dreimalige Olympiasieger, der am Samstag seinen 59. Geburtstag in seiner Wahlheimat Bayern wie schon so oft bei einer Segelregatta feierte, immer noch schwer zu schlagen. So war es auch bei der historischen Auftaktregatta zur Deutschen Segel-Bundesliga an diesem Wochenende auf dem Starnberger See vor Tutzing.
18 Vereinsmannschaften nahmen auf Booten vom Typ J 70 an der Premiere teil und mühten sich in insgesamt 36 Wettfahrten in mäßigen Winden unter bayerisch-blauem Himmel nach Kräften, die Ikone Jochen Schümann und dessen Team vom Yachtclub Berlin-Grünau vom Durchmarsch abzuhalten. Vergeblich. Einmal mehr zeigte der zweimalige America's-Cup-Gewinner der Konkurrenz meist das Heck und sicherte sich und seinem Verein die ersten 18 Siegpunkte der neuen, mit vielen Vorschusslorbeeren bedachten Serie.
"Das Konzept Segel-Bundesliga funktioniert offensichtlich gut. Wir hatten Riesenglück mit dem Wetter, und die Veranstalter haben einen super Job gemacht. Auf dem Wasser ging es sehr ausgeglichen zu. Da ist eine Menge passiert, es war spannend. Wir haben als Team schnell zusammengefunden", sagte Sieger Schümann, "und wir haben uns bemüht, die wenigsten Fehler zu machen." Klingt einfach und war wirkungsvoll. Die Plätze zwei und drei beim ersten Bundesliga-Schlagabtausch der 18 Bundesliga-Segelmannschaften mit insgesamt 76 Seglerinnen und Seglern sicherten sich der gastgebende Deutsche Touring Yacht-Club mit Skipper Maximilian Weiß und der Württembergische Yacht-Club mit der Olympiateilnehmerin Stefanie Rothweiler am Steuer.
Im Premierenjahr 2013 macht die von den Initiatoren des Sailing Team Germany mit ihrer "Konzeptwerft" aus der Taufe gehobene Segel-Bundesliga noch Station in Travemünde, Hamburg, Friedrichshafen und Berlin. Eine Erweiterung der Bundesliga um eine Zweite Liga ist aufgrund der großen Nachfrage weiterer Vereine bereits angedacht.
Ideengeber Oliver Schwall sagte: "Einen besseren Kick-Off hätten wir uns nicht wünschen können! Das DSV-Präsidium war da und wahnsinnig viele Segler. Auch viele, die nicht teilgenommen haben. Die Veranstaltung hat den Sport toll zusammengerückt, die Stimmung war sensationell. Das Ding wird ein Volltreffer. Die Clubs finden die Idee so cool, begeistern sich, engagieren sich und überlegen schon fleißg, wer bei den nächsten Bundesliga-Regatten starten soll. Wir hatten tolle Gastgeber, die Segler waren begeistert von den Booten. So viel Schwein kann man eigentlich gar nicht haben. Dazu noch schräg auflandigen Wind, der Starts fast direkt vom Steg ermöglichte. Was für ein Bundesliga-Wochenende!"
In der neuen Bundesliga-Tabelle belegen hinter den drei Vereinen auf dem Tutzinger Podium der Norddeutsche Regatta Verein Platz vier vor dem Bayerischen Yacht-Club und dem Konstanzer Yacht Club. Die "Rote Laterne" des Tabellenletzten hängt vorerst im Heck des Segelklubs Bayer Uerdingen.

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