Viel Geduld und gute Nerven waren zwei Schlüssel zum Sieg am vierten Wochenende der 14. Bundesliga-Saison. Die Alster-Gastgeber und achtmaligen Rekordsieger vom Norddeutschen Regatta Verein waren als Favoriten in den Hamburg-Gipfel gestartet – und haben das Rennen im auf zehn statt 15 Rennen pro Bundesligist verkürzten Programm gemacht. Am Sonntag wurden keine Läufe mehr ausgetragen.
Die Winde konnten an diesem langen Segelwochenende im Herzen der Hansestadt nicht mit der prächtig-sommerlichen Außenalsterkulisse mithalten, waren stark fordernd. Schon am Freitag mussten die 18 Erstligisten sehr geduldig sein, weil in den leichten Bedingungen nur zwei Läufe pro Crew möglich waren. Am Samstag dauerte das Programm auf dem Wasser im starken Kontrast dazu mehr als neun Stunden an. In anfänglich sehr leichten Winden um fünf, sechs Knoten ging es am Morgen los. Später wurden zwischen Hamburger Himmelblau oder Wolkengrau und Alsterdunkelblau bis zu zehn Knoten serviert. Erst um 19.15 Uhr war der Segeltag beendet.
Mit vier Rennsiegen und sechs zweiten Rängen sammelten Steuermann Tobias Schadewaldt, Johann Kohlhoff, Florian Thoelen und Luisa Krüger nur 16 Punkte ein. Damit setzten sie sich gegen Kristian Lenkmann, Philip Hall, Oda Hausmann und Ludwig Geisweid vom Bayerischen Yacht-Club (20 Punkte) und Jacob Ahlers, Laura Bo Voss, Matteo Wolgast und Leonie Bergmann vom Mühlenberger Segel-Club an der Elbe durch. Hier geht es zur Crew-Liste mit allen Seglern udn Seglerinnen an diesem Wochenende.
„Das war die konstanteste Serie, die wir je gesegelt sind – nur Platz eins und zwei, bei wirklich anspruchsvollen Bedingungen mit wechselnden Windverhältnissen als zusätzlicher Herausforderung”, sagte Steuermann Tobias Schadewaldt, der als erfolgreichster Steuermann der NRV-Liga-Geschichte gilt. Der frühere Skiffsegler war 2012 vor Weymouth mit Hannes Baumann bei der Olympia-Regatta auf Platz elf gesegelt. Die SailGP-Stars Nathan Outteridge mit Iain Jensen und Peter Burling mit Blair Tuke holten damals Gold und Silber.
Tobi Schadewaldt sagte am Sonntag in seinem Heimatverein: “Dass wir das so souverän gemeistert haben, freut mich sehr. Der Bayerische Yacht-Club hat eine extrem starke Serie gesegelt und uns bis zum Schluss unter Druck gesetzt: Trotz unserer wirklich guten Ergebnisse lagen wir bis zum letzten Rennen nur einen Punkt vor ihnen und durften uns keine Fehler erlauben. Das hätte ich so nicht erwartet – und es hat uns, glaube ich, auch zu dieser Spitzenleistung getrieben.”
Der Heimsieg brachte den Ausbau der Führung in der Saisonmeisterschaft mit sich: Der NRV führt die Erstligatabelle vor den verbliebenen beiden Events mit nur zehn Zählern vor dem Joersfelder Segel-Club (21 Punkte, Platz 12 in Hamburg) und dem MSC (22 Punkte) an. Tobias Schadewaldt sagte: “Damit haben wir unseren Vorsprung in der Meisterschaft auf über zehn Punkte ausgebaut – ein großer Schritt. Jetzt heißt es abschalten, neu fokussieren und in Berlin von vorne angreifen, um uns am Ende die Meisterschale zu holen.” Es wäre die neunte, sollten die Jäger die Hamburger nicht mehr ausbremsen können.
Während die Zweitligisten beim NRV-Event an diesem Wochenende pausierten, setzen beide Ligen die Saison vom 18. bis 20. September auf dem Wannsee fort. Gastgeber ist dann der Potsdamer Yacht-Club. Das Bundesliga-Finale steigt ebenfalls auf dem Wannsee, dann aber vom 15. bis 17. Oktober beim Verein Seglerhaus am Wannsee, wo die Saison genau sechs Monate nach dem ersten Startschuss am 17. April zu Ende geht. Zu den Hamburg-Ergebnissen von diesem Wochenende geht es hier. Über der Tabelle kann dann der Button “Saison” angeklickt werden, der zu den Zwischenständen bei der deutschen Vereinsmeisterschaft führt.
In der Tabelle fällt auf, dass nach vier von sechs Events drei Hamburger Vereine in den Top-Sechs platziert sind. Der Blankeneser Segel-Club liegt nach Rang acht auf der Alster mit 30 Punkten auf Platz sechs. Tabellenschlusslicht vor dem letzten Saisondrittel die Seglervereinigung Itzehoe. Auf den Plätzen 16 und 17 kämpfen die Entdecker und Seefahrer Fördervereinigung und die Segler-Vereinigung-Wuppertal Bug an Bug mit jeweils 55 Zählern gegen den Abstieg.

Freie Reporterin Sport
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