Sandberg PalmaVela„Tilakkhana II“ und „Rose“ dominieren Saisonauftakt der Maxis

YACHT

 · 05.05.2026

„Tilakkhana II“, die alte „Magic Carpet 3“, war nach knapp 30 Stunden First Ship Home. Den 100-Fußer segelten ...
Foto: Tomás Moyá/Sandberg PalmaVela
Die Maxi-Saison im Mittelmeer eröffnete Pascale Decaux' Wallycento „Tilakkhana II“ mit einem Sieg bei der La Larga genannten Langstrecke der PalmaVela. Sven Wackerhagen und Crew brillierten auf der Wally 80 „Rose“ in der Inshore-Wertung.

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Die Mediterranean Maxi Offshore Challenge und die Mediterranean Maxi Inshore Challenge der International Maxi Association (IMA) nahmen mit der PalmaVela Fahrt auf. Das Event in Palma de Mallorca, vom Real Club Náutico de Palma ursprünglich als Maxi Race Week ins Leben gerufen, bildet seit der Premiere im Jahr 2004 den Saisonauftakt für die Maxi-Klasse im Mittelmeer. Seit 2021 ergänzt der Offshore-Part La Larga die Regatta. Für die IMA markiert La Larga die Fortsetzung der Mediterranean Maxi Offshore Challenge, die traditionell mit der Rolex Middle Sea Race im Herbst beginnt.

First Ship Home nach knapp 30 Stunden

La Larga führte die Maxi-Flotte aus drei Yachten auf einen 295 Seemeilen langen Kurs südwestlich um Formentera, zu Marken vor der Südwestküste Ibizas und nördlich von Formentera, dann entlang der Ostküste Mallorcas mit einer Marke vor Porto Colom zurück nach Palma. „Tilakkhana II“ von Pascale Decaux, die ehemalige Wallycento „Magic Carpet 3“, trat gegen Jean-Michel Cayes Vismara 80 „Luce Guida“ und Carlo Pirzio Birolis Southern Wind 96 „Liberty“ an. „Tilakkhana II“ erreichte als erste das Ziel nach einer verstrichenen Zeit von 29 Stunden, 52 Minuten und 31 Sekunden.

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Die zahlreichen Inselrundungen vor Ibiza und Formentera fanden in der Dunkelheit statt. Offshore-Heroine Dee Caffari, war als Helm-Coach an Bord und erklärte: „Leider haben wir im Dunkeln all die wunderschöne Landschaft verpasst, von der alle schwärmen, aber wir hatten einen herrlichen Spinnaker-Lauf, sind dann zurückgesegelt und haben noch eine Runde entlang der mallorquinischen Küste gedreht, bevor wir das Ziel erreichten. Wir haben es gerade noch geschafft, bevor die Meeresbrise nachließ.“

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Acht Frauen auf „Tilakkhana II“

Das Rennen begann bei zehn bis 13 Knoten Wind, der in der Spitze 17 Knoten erreichte und sich bei durchschnittlich zehn bis zwölf Knoten einpendelte. Auf dem Rückweg nach Palma ging der Wind auf sechs bis acht Knoten zurück und zwang die restliche Maxi-Flotte zur Aufgabe und machte „Tilakkhana II“ zur Gesamtsiegerin nach IRC. Für die Crew diente La Larga als Testlauf nach den Winterarbeiten. Die Mannschaft fügte dem Rigg mehr Rake hinzu und ließ den Rumpf gründlich bearbeiten.

In dieser Saison segelt die 100-Fuß-Wally mit reduzierter Crew-Stärke von 22 statt 26 Personen, wie zwischen IMA und RORC Rating Office vereinbart. Die neue Aufstellung umfasst acht Frauen, darunter Spaniens Match-Racing-Olympiasiegerin Támara Echegoyen, Rebecca Hornell und Annemieke Bes. Diese drei segelten im Januar mit Dee Caffari auf Alexia Barriers Maxi-Trimaran The Famous Project als erste reine Frauen-Crew non-stop um die Welt.

„Rose“ dominierte PalmaVelas Inshore-Wertung

Die PalmaVela setzte sich vom 30. April bis 3. Mai mit Inshore- und Coastal-Rennen fort. „Tilakkhana II“ konnte das erste der beiden Windward-Leeward-Rennen am Donnerstag gewinnen, danach übernahm Sven Wackerhagens Wally 80 „Rose“ das Kommando mit einer ununterbrochenen Serie von Siegen in den verbleibenden drei Windward-Leeward-Rennen der ersten beiden Tage und dem Coastal Race am Samstag. Am Sonntag verhinderten Gewitter über der Bucht von Palma mit zwei Stunden sintflutartigem Regen und anschließender Windstille weitere Rennen.

„Rose“ sichert sich bereits am Samstag den Klassensieg, Andres Varela Entrecanales' Vismara 68 „Pelotari Project“ komplettierte das Podium. Am ersten Tag herrschten neun bis 13 Knoten Wind, und auf „Rose“ verletzte sich ein Crewmitglied die Fingerspitzen in einer Winsch und wurde ins Krankenhaus gebracht. Trotzdem verlor „Rose“ im ersten Rennen gegen „Tilakkhana II“ nur 13 Sekunden unter IRC auf einem extrem kurzen Kurs. Im zweiten Rennen gewann die Wally 80 mit einer Minute und 38 Sekunden Vorsprung.

Taktische Herausforderungen bei ablandigem Wind

Am zweiten Tag wehte der Wind ablandig und umlaufend. „Rose“ gewann das erste Rennen mit zwei Minuten und 39 Sekunden Vorsprung vor „Tilakkhana II“. Nach einer Pause, während zwei verschiedene Winde miteinander kämpften, siegte „Rose“ in der zweiten Wettfahrt mit drei Minuten und 34 Sekunden. Jesper Radich, Taktiker auf „Rose“, kommentierte: „Tilakkhana lag so weit vorne, dass man ihre Daten nicht nutzen konnte, was schwierig war, da es massive Winddreher gab und man auf einer Maxi nicht allzu oft wenden kann.“

Das knappste Rennen war das 30-Seemeilen-Coastal-Race am Samstag. Die Maxis starteten ostwärts aus der Bucht von Palma und kehrten zurück. „Tilakkhana II“ benötigte zwei Stunden und 43 Minuten, „Rose“ drei Stunden und 22 Minuten. Berechnet lag die 20 Fuß kleinere Wally nur eine Minute und vier Sekunden vorn. Die Leistung der „Rose“-Crew baute sich kontinuierlich auf. Radich benannte einen zusätzlichen Trainingstag als Vorteil. Er selbst, zwei Trimmer und der Vorschotmann segeln gemeinsam auf anderen Booten und kamen Regatta-fit zur PalmaVela. „Dank der guten Kommunikation, der Teamarbeit und der kleinen Details haben wir uns sehr schnell als Team gefunden und konnten fast fehlerfrei segeln“, sagt Radich. Eigner Sven Wackerhagen ist ein erfahrener Segler und starker Steuermann. „Er macht das wirklich gut. Er hatte schon andere Segelboote und segelt schon lange, und das merkt man. Er kann instinktiv und mit Gefühl reagieren.“

Ausblick auf die Maxi-Saison

Die Mediterranean Maxi Offshore Challenge geht mit der Regata dei Tre Golfi weiter, die am 22. Mai in Neapel startet. Die Mediterranean Maxi Inshore Challenge setzen die Inshore-Rennen der IMA Maxi European Championship weiter, die vom 25. bis 28. Mai im italienischen Sorrent stattfindet.

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