SailGPTeam Germany will ins Finale – “Wir sind bereit, ganz vorne mitzufahren”

Max Gasser

 · 31.05.2024

Mit Vollspeed ins nächste Event: Das deutsche Team will erstmals ins Finale der ersten drei kommen
Foto: Ricardo Pinto for SailGP
Spannende Rennen mit zahlreichen Action-Bildern werden auch am Wochenende in Halifax erwartet
Das deutsche SailGP Team um Steuermann Erik Heil geht in Halifax (Kanada) trotz widriger Trainingsbedingungen zuversichtlich und mit großen Zielen an den Start. Im Saisonendspurt will man sich gegen die Top-Teams durchsetzen und erstmals ins Finale einziehen

Zum ersten Mal in der SailGP-Geschichte geht die Highspeed-Katamaran-Flotte an diesem Wochenende in Kanada an den Start. Erstmals will dann auch die deutsche Crew ins Finale der drei besten Teams einziehen. Bei den drei zurückliegenden Events segelte man zweimal auf Rang sechs und einmal auf den fünften Platz. Im Saison-Klassement liegt Team Germany trotz der ansteigenden Formkurve in seiner ersten Saison an neunter Position.

„Wir kommen immer näher an ein mögliches Finale”, bestätigt Steuermann Erik Heil das klare Ziel für das drittletzte Event der Saison. Angesichts der guten Windvorhersage glaubt auch Strategin Anna Barth an den Erfolg: „Wir sind bereit, ganz vorne mitzufahren.“ Man wolle sich dafür besonders auf die Startstrategie und den Speed konzentrieren.

19-Jährige steuert deutschen F50-Katamaran

Während der ersten Trainingstage in Kanada war das Team aufgrund technischer Schwierigkeiten allerdings noch nicht in Fahrt gekommen und wurde am ersten Tag zudem durch eine Gewitterwarnung gestoppt. Gastgeber Kanada rettete den zweiten Trainingstag, indem sie ihren Katamaran für eine Einheit zur Verfügung stellten, während der deutsche F50 repariert wurde. „Das war einerseits frustrierend, aber wir durften dafür das kanadische Boot testen und es war beeindruckend, wie unterschiedlich sich die Boote anfühlen“, sagte Erik Heil.

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Dass so doch noch bei besten Bedingungen trainiert werden konnte, dürfte für das Team von Thomas Riedel und Sebastian Vettel eine große Erleichterung gewesen sein. Da die Trainingstage im SailGP stark begrenzt sind, hat Deutschland als neuestes Team in der Liga immer noch einen Trainingsrückstand gegenüber den Top-Teams aufzuholen. Strategin Anna Barth konnte zudem wichtige Erfahrungen sammeln. Erstmals durfte die 19-jährige 49erFX-Steuerfrau auch das Ruder des Highspeed-Katamarans für längere Zeit übernehmen. „Das hat mir großes Selbstbewusstsein gegeben und ich starte mit einem guten Gefühl ins Rennwochenende”, so die Hamburgerin.

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Vor ausverkauften Rängen treten in Halifax nach der Kenterung der US-Amerikaner in Bermuda wieder alle zehn Teams gegeneinander an. Somit könnte es zu einem heißen Nachbarschaftsduell zwischen Kanada und den USA kommen, die auf den Rängen sechs und sieben in der Saisonwertung nur wenige Punkte voneinander trennen. Ganz klarer Favorit ist allerdings der ohnehin in Führung liegende Phil Robertson der beim Heim-Event eine starke Leistung zeigen will. Newcomer Taylor Canfield mit dem ausgetauschten US-Team muss sich nach dem Ausfall in Bermuda und bisher sehr wechselhaften Leistungen zunächst beweisen.

Saisonendspurt: Sebastian Vettels SailGP-Team live im TV verfolgen

Die mit starken Winden vorhergesagten Bedingungen werden für viel Action auf dem Rennkurs dicht unter der Küste sorgen und alle Teams fordern. Ein neuer Austragungsort gilt ohnehin als große Herausforderung.

Während Neuseeland vor den Rekord-Siegern aus Australien mit zehn Punkten an der Spitze der Saisonwertung liegt, spitzt sich der Kampf um den dritten und letzten Platz für den Einzug ins große Finale zu. Den Sieger des großen Finals in San Francisco, an dem nur die besten drei Teams der Saisonrangliste teilnehmen dürfen und in einem einzigen Rennen den Ligasieg ausfahren, erwartet ein Preisgeld in Höhe von zwei Millionen US-Dollar. Die anderen beiden Teams gehen leer aus. Spanien hat derzeit die Nase vorn, Dänemark und Frankreich liegen allerdings lediglich neun Punkte dahinter. Ein gutes Abschneiden in Halifax könnte problemlos dazu führen, dass sie den Rückstand bis zum vorletzten Event in New York aufholen.

Das Germany SailGP Team hat auf dem neunten Platz derweil 16 Punkten Rückstand auf Großbritannien und liegt sechs Punkte vor den Schweizern und somit ebenfalls ein wichtiges Event vor der Brust. Verfolgt werden kann die Crew um Erik Heil an beiden Renntagen ab 21 Uhr deutscher Zeit auf wedotv. Die Rennen werden erneut von den Segelexperten Tobias Schadewaldt und Thomas Plößel kommentiert.


Max Gasser

Max Gasser

Social Media Redakteur

Nur wenige Meter von den Ufern des Bodensees entfernt aufgewachsen, fand Max Gasser schon früh an Bord des familieneigenen 15er Jollenkreuzers. Nach aktiver Regattalaufbahn erfüllte er sich mit dem Kauf einer foilenden Motte einen Kindheitstraum, den er heute mit einem neueren Boot lebt. Journalistisch trat er als freier Mitarbeiter erstmals bei einem lokalen Wasserportmedium in Erscheinung und absolvierte dann ein Praktikum bei der YACHT, welches ihm zunächst sein Volontariat und darauffolgend den Job als Redakteur in der Wasserport Digital Redaktion verschaffte.

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