Die Szenen, die sich am ersten Renntag beim ITM New Zealand Sail Grand Prix an diesem Samstag abspielten, waren nur schwer mitanzusehen. Im dritten Rennen war es in den erwarteten druckvollen und böigen Winden 20 Sekunden nach dem Start bei der rasenden Jagd zur ersten Marke zu einer schweren Kollision zwischen Neuseelands Black Foils mit Steuermann Peter Burling und dem DS Team France mit Fahrer Quentin Delapierre gekommen.
Dabei hatten zunächst die Neuseeländer bei hohem Tempo von fast 90 km/h die Kontrolle über ihr Boot verloren. Sie waren sehr hoch geflogen. Dabei können die Boote seitlich zu rutschen. Dann steuert der Fahrer gegen. Die typische Folge: Wenn das Boot wieder runterkommt, liegt auch die Strömung wieder an. Das geschieht dann oft bei maximal rechts eingeschlagenem Ruder. Das Boot bekommt wieder vollen Grip und stoppt.
Die Franzosen hatten in der Situation bei ähnlich hohem Tempo wie die Neuseeländer keine Chance mehr zum Ausweichen. Ihr Backbord-Foil stieß von hinten unweit der Grinder-Positionen über das Deck des neuseeländischen Katamarans. Das Foil kam nach und richtete sichtbare Zerstörung im Rumpfbereich der Grinderpositionen an. Schlimmer noch: die Verletzungen der Segler. Dazu wurden zunächst aber keine Einzelheiten bekanntgegeben.
Die Rede war erst von einer verletzten Person im neuseeländischen Team, dann von zwei Verletzten – in jedem Team eine Person. Dazu vermeldete die Liga in einem ersten Statement: “Das Rennen wurde nach einer schweren Kollision zwischen Neuseeland und Frankreich am ersten Tag des Auckland-SailGP abgebrochen. Zwei Athleten wurden wegen Verletzungen behandelt, befinden sich jedoch in einem stabilen Zustand. Alle anderen Crewmitglieder waren nach dem Unfall an Bord.”
Heftig wurde in Folge der Kollision in den Sozialen Netzwerken darüber diskutiert, dass in den starken Winden zu viele Boote auf zu kleinem Kurs im Einsatz waren. Diese wiederkehrende SailGP-Debatte erhielt durch den Crash neue Nahrung. In Auckland waren nach den Ausfällen beim Saisonauftakt in Perth an diesem Samstag erstmals in der SailGP-Geschichte alle 13 F50-Foiler bei einem Rennen im Einsatz. Das wird mit Blick auf die im Crash demolierten Boote am zweiten der beiden Renntage nicht mehr so sein.
Zwar hatte die Kiwis bis zur Kollision und dem bald danach erfolgten Abbruch des dritten Rennens und dann auch des gesamten Renntages mit einem dritten Rang und einem Sieg in Rennen zwei die Führung des Klassements in Auckland vor dem DS Team France (2/3) und den Bonds Flying Roos (1/4) übernommen, doch werden sie den Auckland-SailGP nicht fortsetzen können. Die gerade erst nach der Kollision mit den Schweizern in Perth reparierte “Amokura” ist so enorm beschädigt, dass sie nicht auf die Schnelle zu reparieren sein wird.
Das Germany SailGP Team by Deutsche Bank war mit einem fünften und einem letzten Rang mit wechselndem Erfolg in den Auckland-SailGP eingestiegen. Nach Starts aus der zweiten Reihe gelang im ersten Durchgang am Valentinstag noch eine gute Aufholjagd, im zweiten jedoch mussten sich Steuermann Erik Kosegarten-Heil, Strategin Anna Barth und ihre vier Mitstreiter der gesamten Flotte beugen. Danach lag Schwarz-Rot Gold zunächst auf Platz acht.
“Die Starts waren schlecht. Das war das Einzige. Im ersten Rennen haben wir dann gut kommuniziert, diese ganzen Chaos-Stuationen vermieden. Da waren wir auf gutem Weg. Im zweiten Rennen haben wir uns etwas ins Chaos reinziehen lassen, das war nicht so gut. Aber für morgen ist noch alles offen”, sagte Steuermann Erik Kosegarten-Heil. Und weiter: “Die Bedingungen waren bei 15 bis 18 Knoten machbar, aber super böig. Auch der Kurs war mit seiner etwas schiefen Achse ziemlich krass. Das Luv-Gate war nahe an der Tribühne, was dort immer ein massives Windloch verursacht hat.”
Das gerade von American Magic gekaufte dänische Team Rockwool Racing lag nach dem verkürzten ersten Renntag und den Rängen 6 und 7 auf Platz sechs. Die britischen Saisonmeister von 2025 starten nach den Rängen 11 und 2 von Platz fünf aus in die nächsten Rennen. Vor ihnen waren hinter den Top-Drei auch Spaniens Los Gallos mit den Rängen 4 und 6 als Gesamt-Vierte gut durch den schweren Tag gekommen waren. Hier geht es zu den Zwischenständen nach dem ersten der beiden Renntage beim ITM New Zealand Sail Grand Prix.