Tatjana Pokorny
· 22.02.2024
Zum fünften Mal seit der Premierensaison 2019 kreuzt am kommenden Wochenende die SailGP-Flotte vor Sydney auf. Und wieder rechnen die Teams vor allem für das letzte Training am Freitagmorgen und den ersten der beiden Renntage am Samstag mit druckvollen Bedingungen. Nach vielen Leichtwind-Events in dieser Saison kommen möglicherweise die kleinen Foils und die mittleren Flügel zum Einsatz. Für den deutschen Steuermann Erik Heil und sein Team bedeutet das, sich im ersten Lehrjahr auf neue Herausforderungen einzustellen.
Motiviert vom besten Saisonergebnis, das sie zuletzt in Abu Dhabi mit Platz fünf erkämpft hatten, gehen Erik Heil und das Germany SailGP Team in Australien an den Start. “In solchen Bedingungen hatten wir bislang nur wenig Vergleiche”, weiß Erik Heil. Der zweimalige Olympia-Dritte erinnert sich: “Wir sind in Taranto mal so ein Rennen gesegelt. Da hatten wir eine Chance. Es war nicht komplett abwegig, dass wir mitsegeln können.”
Unsere Kapazitäten werden in stark drehenden und druckvollen Bedingungen noch stark im Boot gefangen sein” (Erik Heil)
Gleichzeitig weiß der 34-Jährige im ersten SailGP-Jahr, dass sein Team beim Aufstieg in der Profiliga mit den rasanten F50-Katamaranen weiter Lehrgeld zahlen muss. Er sagt: “Wenn man realistisch ist: Wir haben in den Bedingungen mit kleinen Foils noch ziemlich viel aufzuholen. Da wird alles schneller und instabiler. Beim letzten Event waren wir nur einen Punkt vom Finale entfernt. Da kann schon echt viel passieren. Trotzdem sehe ich auch, wie gut die anderen das Boot segeln. Man merkt, dass sie ein paar 100 Tage auf dem Boot verbracht haben. Vor allem bei den Bedingungen.”
Die erwarteten Bedingungen in Sydney werden die jüngsten Neueinsteiger in der Formel 1 des Segelsports fordern. “Ich schätze, unsere Kapazitäten werden in stark drehenden und druckvollen Bedingungen noch stark im Boot gefangen sein. Wir werden uns im Training noch einmal sehr auf die Manöver fokussieren. So, dass wir danach maximal schnell wieder auf 90, 95 Prozent Maximalspeed kommen. So schnell es eben geht. Der Fokus liegt auf Foiling-Wenden. Dass wir mit wirklich gutem Winkel aus der Wende kommen, um danach schnellstmöglich beschleunigen zu können.”
Mit Fahrer Erik Heil sind am kommenden Wochenende (24. und 25. Februar) Flügeltrimmer Stuart Bithell, Flight Controller James Wierzbowski, die Grinder Dan Morris und Joanathan Knottnerus-Meyer sowie Strategin Anna Barth im Einsatz. Coach vor Ort ist Lennart Briesenick. Interessant wird am Wochenende auch zu beobachten sein, wie sich die Tabellen-Zweiten der Saisonwertung schlagen: Das zuletzt in Abu Dhabi siegreiche neuseeländische Team muss ohne Meister-Steuermann Peter Burling auskommen, der zur Geburt seines ersten Kindes in der Heimat weilt. Vertreten wird er vom australischen Super-Joker Nathan Outteridge in dessen Heimatland.
Für die australischen Spitzenreiter der Saisonwertung steht ein spannendes Heimspiel an: Tom Slingsby und das Australia SailGP Team wollen die achte von 13 Regatten der Saison 2023/2024 im eigenen Revier gewinnen. Sie führen die Serie nach sieben von 13 SailGP-Gipfeln mit 56 Punkten vor Neuseeland (50 Punkte) und den USA (43 Punkte) an. Die Newcomer aus Deutschland (16 Punkte) konnten sich in der Saisonwertung mit der zuletzt starken Leistung in Abu Dhabi erstmals auf Platz neun und damit vor die Schlusslichter aus der Schweiz (14 Punkte) verbessern.
Die SailGP-Rennen werden am Wochenende wieder von Wedo Sports live übertragen. Der zweimalige olympische 49er-Bronzemedaillengewinner und Heil-Vorschoter Thomas Plößel sowie Bundesliga-Rekordsieger Tobias Schadewaldt werden die Rennen kommentieren. Dabei sind in Deutschland Frühaufsteher-Qualitäten gefragt: Die Live-Berichterstattung beginnt am Samstag und am Sonntag (24. und 25. Februar) jeweils schon um 6 Uhr morgens!

Freie Reporterin Sport