Rolex Swan Cup 2026Segelfestival mit Rekordbeteiligung und Traumbedingungen

Martin Hager

 · 21.09.2026

Eindrücke vom 23. Rolex Swan Cup, der mit Rekordbeteiligung und besten Segelbedingungen die 1800 angereisten Segler begeisterte.
Foto: studioborlenghi
Der Rolex Swan Cup 2026 rückte Porto Cervo mit einer Rekordflotte von 170 Yachten und mehr als 1.800 Seglern in den Mittelpunkt der internationalen Swan-Szene. Zum 60. Jubiläum der finnischen Werft wurde die 23. Auflage der Regatta zum Treffen von Klassikern, modernen Performance-Yachten und One-Design-Racern– mit engen Entscheidungen bis zum letzten Rennen.

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Vom 13. bis 19. September füllten 170 Swans und eine feine Auswahl an Sanlorenzo-Superyachten die Liegeplätze vor dem Yacht Club Costa Smeralda. Die Spannweite der Flotte reichte von frühen Sparkman-&-Stephens-Entwürfen bis zum Flaggschiff Swan 128. Damit zeigte die Veranstaltung nicht nur die sportliche Breite der Marke, sondern auch sechs Jahrzehnte Yachtbaugeschichte.

Die Segelbedingungen an der Costa Smeralda überzeugten auch in diesem Jahr. Während an den ersten beiden Tagen nur wenig Wind die Segel der Yachten füllte und die Regattakurse verkürzt werden mussten, sorgte der Mistral an Tag 3 und 4 für bestes Wetter im La Maddalena-Archipel, durch dass die Wettfahrten führte. Yachten wie die 140 Tonnen verdrängende Swan 128 “Raijin” oder das Schwesterschiff “Be Cool” surften mit über 18 Knoten durch den engen und mit Felsen gespickten 35 Seemeilen langen Küstenkurs. Ein beeindruckender Anblick!

Schon vor dem ersten Regattastart am Mittwoch lieferte der sogenannte „Dance of the Swans“ das Bild der Woche: Die gesamte Flotte segelte gemeinsam um die Isola dei Monaci. Auf dem Wasser folgten danach getrennte Programme für die vermessenen Swan-Klassen und die ClubSwan-One-Designs.

Küstenrennen zum Finale, Tonnenkurse für die One-Designs

Am Samstag, dem Schlusstag setzte bei klarem Himmel ein Nordostwind ein, der von zunächst acht auf zwölf Knoten zunahm. Die Ratingklassen segelten einen Küstenkurs vom Golf von Arzachena entlang der Ostseite Capreras und an der Isola dei Monaci vorbei. Über den Passo delle Bisce ging es zur Secca di Tre Monti und zurück zum Ziel vor Porto Cervo.

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Die ClubSwan-One-Designs fuhren derweil zwei Up-and-down-Rennen zwischen Isola delle Bisce und Isola dei Monaci. Die Parallelität der Felder war typisch für diese Ausgabe des Rolex Swan Cup: Auf dem Küstenkurs kreuzten große Swan-Modelle um die Tonnenbahnen die kompakten One-Design-Flotten. Die offiziellen ORC-Ergebnisse dokumentieren das Finale der vermessenen Klassen.

Freya dreht die Maxi-Wertung

In der Maxi-Klasse gelang der Swan 90 “Freya” ein bemerkenswerter Umschwung. Nach Rang sechs zum Auftakt gewann sie die folgenden drei Rennen – einschließlich der finalen Wettfahrt vor “Spiip” – und holte damit den Klassensieg.

Auch in mehreren weiteren Wertungen entschied Konstanz oder ein starkes Finale:

KlasseSiegerEntscheidung
Swan MaxiFreya (Swan 90)Drei Siege in Folge nach Platz sechs zum Auftakt
Swan Mini-MaxiArobas (Swan 601)Rang zwei im Finale reichte zum Gesamtsieg
Swan Cruiser RacerFrom Now On (Swan 45)Drei Rennsiege in Folge; punktgleich vor Thetis
Swan Legacy S&S ab 47 FußShirlaf (Swan 65)Sieg im letzten Rennen vor Elan
Swan Legacy S&S bis 44 FußPride (Swan 44)Klassensieg und Gesamtsieg aller Legacy-Yachten
Swan Legacy Classics by FrersLunz am Meer (Swan 651)Sieg auch im letzten Rennen
Swan Pure CruisingBlack Zero (Swan 51)Sieg nach Wertungsgleichheit
Swan Maxi Pure CruisingAzzurro (Swan 78)Drei Siege hintereinander

Nadir gewinnt den Gleichstand im letzten Rennen

Die engste Entscheidung der One-Design-Felder fiel in der ClubSwan-42-Klasse. “Nadir” und “Pez de Abril” lagen nach Punkten gleichauf. Auch der Vergleich der Einzelergebnisse brachte zunächst keine Trennung: beide Teams hatten jeweils drei erste, zwei zweite und einen dritten Platz. Erst der Sieg von “Nadir” im finalen Rennen gab den Ausschlag.

In der ClubSwan 50 setzte “Earlybird” von Hendrik Brandis mit Taktiker Francesco „Checco“ Bruni ein klares Zeichen. Fünf Siege aus sieben Rennen brachten den Gesamterfolg vor “Cuordileone” und “Hatari”. Team “42+1” gewann die ClubSwan 43-Wertung nach sechs Siegen in Serie, “Cuordileone” die ClubSwan 36. In der ClubSwan 28 sicherte sich “Anya Race” den Titel mit nur einem Punkt Vorsprung vor “Black Swan”.

One-Design-KlasseSieger
ClubSwan 50Earlybird
ClubSwan 43Team 42+1
ClubSwan 42Nadir
ClubSwan 36Cuordileone
ClubSwan 28Anya Race

Der Rolex Swan Cup bleibt ein sportlicher Wettbewerb, aber die Rekordbeteiligung machte 2026 vor allem die enge Bindung innerhalb der Swan-Community sichtbar. Beim Abschlussabend erhielt die französische Seglerin Catherine Chabaud den Fabio-Gallia-Preis. Gewürdigt wurden ihre Leistungen als erste Frau, die die Vendée Globe beendete, und ihr Engagement für den Meeresschutz.

Dass die alle zwei Jahre stattfindende Regatta erneut in Porto Cervo stattfinden soll, steht bereits fest: Der Yacht Club Costa Smeralda kündigte den nächsten Rolex Swan Cup für September 2028 an. Zuvor ist vom 2. bis 5. Juni 2027 die Nations Trophy in Porto Cervo geplant. Damit bleibt die Costa Smeralda der zentrale Treffpunkt für die unterschiedlichen Generationen von Swan-Yachten.

Buchtipps

Traumyachten versammelt 18 klassische Segelyachten mit ihren Geschichten und zahlreichen Fotografien. Zum Rolex Swan Cup passt der Band vor allem wegen der Legacy-Flotte: Neben sportlichen Ergebnissen zeigte die Regatta in Porto Cervo auch, wie stark Konstruktion, Stil und Pflegezustand den Charakter einer Yacht über Jahrzehnte prägen. Das Buch erweitert diesen Blick auf die Geschichte großer Segelyachten.

Regattasegeln erklärt Strategie und Taktik vom Vorbereiten eines Wettfahrttags über die einzelnen Phasen eines Rennens bis zur anschließenden Analyse. Das macht den Titel zur praktischen Ergänzung zum Bericht aus Porto Cervo: Gerade die knappen Entscheidungen in den One-Design-Klassen zeigen, welche Bedeutung Starts, Manöver, Übersicht im Feld und eine konsequente Auswertung haben.

Welche Yacht und welche Klasse hätten Sie in dieser Rekordflotte vor Porto Cervo am liebsten selbst erlebt?

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Martin Hager

Martin Hager

Chefredakteur YACHT und BOOTE Exclusiv

Martin Hager ist Chefredakteur der Magazine YACHT und BOOTE EXCLUSIV. Er segelt seit seiner Kindheit, Surfen, Kitesurfen und Wingfoilen ergänzen seit vielen Jahren seinen sportlichen Horizont. Die Liebe zum Wassersport führte ihn zum Schiffbaustudium und von dort im Jahr 2004 in die Hamburger Redaktion des Delius Klasing Verlages. Seine Leidenschaft für den Bootsbau, die Yachtbranche und die spannenden Charaktere, die das Yachting prägen, gibt er mit Freude weiter – sei es in seinen Artikeln, als auch im Gespräch mit Lesern und der Branche.

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