RegattaSegel-Olympia wieder in Kiel? Stadt und Land bewerben sich

Fabian Boerger

 · 22.11.2024

Noch heute stehen die Gebäude, die anlässlich der Olympiade 1972 errichtet wurden.
Foto: Stadtarchiv Kiel
Zuletzt fand Olympia 1972 in Kiel statt. Das soll sich wiederholen, wie die Stadt und das Land Schleswig-Holstein jetzt bekannt gaben. Sie wollen sich für die Austragung der Segelwettbewerbe im Jahr 2036 oder 2040 bewerben. Allerdings sind noch viele Fragen ungeklärt.

Noch heute erinnern die Olympiabauten in Kiel-Schilksee an das bedeutende Sportereignis, das hier einst stattfand. Zweimal - 1932 und 1972 - wurden in der Landeshauptstadt die Segelwettkämpfe der Olympischen Spiele ausgetragen. Ein drittes Mal soll 2036 oder 2040 folgen. Zumindest plant das die Stadt Kiel. Sie will sich als Austragungsort für die Segelwettbewerbe bewerben.

Unterstützung für das Unterfangen kommt vom Land. Der Schleswig-Holsteinische Landtag hat sich in seiner Novembersitzung fraktionsübergreifend für eine Bewerbung ausgesprochen. Neben dem Segeln sollen auch die Disziplinen Küstenrudern und Freiwasserschwimmen ausgetragen werden.

Kiel und SH: “Goldverdächtige Marken”

Schleswig-Holsteins Landtagspräsidentin, Kristina Herbst (CDU), sagte dazu: „Sportland Schleswig-Holstein und Kiel Sailing City sind zwei goldverdächtige Marken, die gut zueinander passen und Olympia können – das haben wir in der Vergangenheit bereits unter Beweis gestellt.“

Kiels Oberbürgermeister Ulf Kämpfer (SPD) ergänzt: „Kiel ist nicht nur Sailing City, sondern auch eine weltweit anerkannte Segel- und Sporteventstadt sowie Klimaschutz- und Zero-Waste-City. Wir haben ganz viele starke Argumente und gute Ideen für olympische Wettbewerbe.“ Mit der Kieler Woche zeige man bereits, dass man in der Umsetzung solcher Großevents geübt sei.


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Kiels Argumente für Olympia

Ein Vorteil der Stadt Kiel ist, dass bereits Planungen aus einer früheren Olympiabewerbung vorliegen, wie das Land in einer Mitteilung bekanntgab. Dadurch kann eine zukunftsorientierte Stadtentwicklung mit den Anforderungen für olympische Wettbewerbe kombiniert werden.

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Zudem könnten notwendige Investitionen in das Segelzentrum in Kiel angestoßen und dieses für die kommenden Jahrzehnte gestärkt werden, unabhängig von den Spielen. Neben Schilksee sollen auch andere Gemeinden wie Laboe in die Bewerbung einbezogen werden.

1972 wurden anlässlich der Spiele nicht nur die Olympiabauten in Schilksee errichtet, sondern auch die Autobahnanbindung an die A7 und die Kiellinie ausgebaut. Einen ähnlichen Investitionsschub erhofft sich Oberbürgermeister Kämpfer auch durch diese Bewerbung.

Deutsche Olympia-Bewerbung noch offen

Die Stadt und das Land wollen nun Konzepte entwickeln, um zu klären, wie die Umsetzung aussehen könnte und woher die finanziellen Mittel kommen sollen. Das ist im beschlossenen Antrag des Landtags festgehalten.

Kiel kann jedoch nur dann Austragungsort für Olympia werden, wenn Deutschland überhaupt eine Bewerbung einreicht. Diese Entscheidung fällt erst im kommenden Jahr auf der Mitgliederversammlung des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB). Außerdem besteht die Möglichkeit, dass auch die Stadt Rostock sich bewirbt und als Austragungsort zur Auswahl steht.

Fabian Boerger

Fabian Boerger

Redakteur News & Panorama

Fabian Boerger ist an der Lübecker und Kieler Bucht zuhause – aufgewachsen in diversen Jollen und an Bord eines Folkeboots. Seit September 2024 arbeitet er als Redakteur im Panorama- und News-Ressort und verbindet dort seine Leidenschaften für das Segeln und den Journalismus. Vor seiner Zeit bei Delius Klasing studierte er Politikwissenschaften und Journalistik, arbeitete für den Norddeutschen Rundfunk und das ZDF. Sein Volontariat machte er bei der MADSACK Mediengruppe (LN, RND). Jetzt berichtet er über alle Themen, die die Segelwelt bewegen – mit dem Blick des Praktikers und der Präzision des Journalisten.

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