YACHT
· 13.05.2026
Die nationale inklusive Regattaserie Heinz Kettler Deutschland Cup startet am 14. und 15. Mai auf der Hamburger Außenalster in die vierte Saison. 16 Teams aus Deutschland, Norwegen und Belgien treten beim Hamburger Segel-Club an – darunter Paralympics-Goldmedaillengewinner Siggi Mainka. Schirmherrin des ersten Spieltags ist die Olympia-Silbermedaillengewinnerin Susann Beucke.
Der Heinz Kettler Deutschland Cup ist die erste nationale inklusive Regattaserie Deutschlands und bringt seit 2023 Segler mit und ohne Behinderung gemeinsam in dieselben Boote. Die Serie wurde von Wir sind Wir Inclusion in Sailing e.V., dem Yachtclub Möhnesee und der Heinz Kettler Stiftung ins Leben gerufen. Anders als bei vielen Regattaformaten stellt der Veranstalter die Boote – RS Venture Connect –, sodass aufwändige Bootslogistik keine Hürde für die Teilnahme darstellt.
Auf der Meldeliste steht unter anderem Siggi Mainka, der 2008 in Peking im Sonar Paralympics-Gold gewann und 2012 in London Silber holte. Er geht gemeinsam mit Jürgen Brietzke an den Start. Die Teilnahme des Paralympics-Siegers unterstreicht den sportlichen Anspruch der Serie, die nicht in separaten Klassen organisiert ist, sondern als gemeinsamer Wettkampf ausgetragen wird.
Gesegelt wird im Liga-Format auf identischen, vom Veranstalter gestellten RS Venture Connect. Alle Crews steigen direkt am Steg in voll ausgestattete Boote ein – eigenes Boot, Trailer oder Transportlogistik sind bewusst keine Voraussetzung für die Teilnahme. Ein zusätzlicher Effekt: Die Crews können emissionsarm mit der Bahn anreisen, lange Trailerfahrten entfallen.
Der Hamburger Segel-Club (HSC) und Wir sind Wir Inclusion in Sailing e.V. betreiben gemeinsam ein breites Spektrum an inklusiven Segelangeboten auf der Alster. Dazu gehört unter anderem ein wöchentlicher Schulsegelkurs mit der Bugenhagenschule Alsterdorf, der 2025 mit dem Annemarie-Dose-Preis ausgezeichnet wurde, sowie das Heinz Kettler Inclusive Youth Sailing Team Germany – ein bundesweit einmaliges Pilotprojekt für junge Segler mit Beeinträchtigungen.
Die Austragung des ersten Spieltags in Hamburg setzt zugleich ein Signal für die Paralympics- und Olympia-Bewerbung der Stadt: Inklusiver Wettkampfsport gehört sichtbar in den Mittelpunkt. Die Schirmherrschaft hat Susann Beucke übernommen, die 2021 im 49er FX Olympia-Silber gewann und als Hamburg Active City Botschafterin tätig ist. Hamburg Active City unterstützt die inklusiven Segelaktivitäten auf der Alster seit Jahren intensiv.
Vom 18. bis 20. August folgt der zweite Spieltag in Sassnitz im Rahmen des SailGP – nach der Weltpremiere 2025 erneut eine Integration des inklusiven Segelsports in eines der weltweit prestigeträchtigsten Segelevents. Neu für 2026: Mit dem Berliner Yacht-Club (BYC) und dem Verein Seglerhaus am Wannsee (VSaW) kommen zwei traditionsreiche deutsche Segelclubs als Mitausrichter hinzu.
„Der VSaW engagiert sich seit mehreren Jahren intensiv im inklusiven und paralympischen Bereich – von der Nachwuchsarbeit mit Schulen und Partnern wie Alba Berlin bis hin zur Teilnahme an Weltmeisterschaften. Umso mehr freuen wir uns, gemeinsam mit dem Berliner Yacht-Club und Wir sind Wir unsere Erfahrungen und unser Engagement zu bündeln", sagt Marlene Raabe-Steinherr, stellvertretende Vorsitzende des Vereins Seglerhaus am Wannsee.
Die Saison 2026 endet mit dem Finale vom 19. bis 20. September beim Royal Yacht Club Warche in Belgien – erstmals wird die Serie damit international ausgetragen.
Die Wettfahrten auf der Außenalster sind von der Uferpromenade gut zu verfolgen. Start am 14. Mai um 10:30 Uhr, Siegerehrung am 15. Mai um etwa 16:30 Uhr.
1. Spieltag: 14./15. Mai in Hamburg (Außenalster, Hamburger Segel-Club)
2. Spieltag: 18.-20. August in Sassnitz (im Rahmen des SailGP)
3. Das Finale: 19./20. September beim Royal Yacht Club Warche (Belgien)