WM Laser StandardBuhl zur WM-Halbzeit in den Top Fünf: "Ich bin im Spiel"

Tatjana Pokorny

 · 15.09.2017

WM Laser Standard: Buhl zur WM-Halbzeit in den Top Fünf: "Ich bin im Spiel"Foto: Pedro Martinez/Sailing Energy/World Sailing

Sein Aufwärtstrend hält an: Zur Halbzeit hat sich Philipp Buhl bei der WM in Split erneut zwei Plätze vorgearbeitet. In die Finalrunde startet er als Fünfter

Vor ihm liegt mit dem Neuseeländer Sam Meech der Bronzemedaillengewinner der Olympischen Spiele von Rio. Direkt hinter ihm der australische Olympiasieger Tom Burton. Philipp Buhl – umzingelt von den olympischen Medaillengewinnern – behauptete sich auch am dritten Tag der Laser-WM in Kroatien souverän in der Spitzengruppe, verbesserte sich mit den starken Rängen zwei, drei und vier auf Platz fünf und blieb dabei ohne jeden Aussetzer. "Ich bin im Spiel", zog der 27-Jährige zur Halbzeit der Welttitelkämpfe in der größten Olympia-Segelflotte mit 147 Startern aus 52 Nationen zufrieden Zwischenbilanz. Die Führung verteidigte nach den ersten sechs Wettfahrten, von denen nach einem Ausfall am Vortag drei am Samstag ausgetragen wurden, der Zypriot Pavlos Kontides vor dem Franzosen Jean-Baptiste Bernaz und dem Australier Mathew Wearn.

  Philipp Buhl im Einsatz am dritten WM-Tag vor SplitFoto: WMLASER2017SPLIT
Philipp Buhl im Einsatz am dritten WM-Tag vor Split
  Der private Schnappschuss von Philipp Buhl entstand in einer RennpauseFoto: Team Buhl
Der private Schnappschuss von Philipp Buhl entstand in einer Rennpause
  Der olympisches Silbermedaillengewinner Tonci Stipanovic liegt nach sechs Rennen auf Platz 13Foto: WM Laser 2013 / Split / Kroatien
Der olympisches Silbermedaillengewinner Tonci Stipanovic liegt nach sechs Rennen auf Platz 13

Nach drei Tagen mit Gruppensegeln treffen die Besten von Sonntag bis Dienstag in der Goldflotte erstmals alle direkt aufeinander. Theo Bauer verpasste den Einzug in die Goldflotte als 53. (vor Ende der Protestzeit) knapp. Maximilian Müller (101.) setzt die WM als jüngstes Mitglied im German Sailing Team in der Bronzeflotte fort. Für Philipp Buhl geht es ab Sonntag darum, die bislang so eindrucksvolle Konstanz zu wahren. "Das wird natürlich mit allen Top-Leuten in einer Flotte schwerer, da kassiert man schneller einmal ein zweistelliges Ergebnis, aber ich freue mich auf die Hauptrunde", sagte Buhl.

  Szene einer WM-Wettfahrt kurz nach dem StartFoto: WM Laser 2013 / Split / Kroatien
Szene einer WM-Wettfahrt kurz nach dem Start

Bundestrainer Alex Schlonski war mit seiner Nummer eins am Samstagabend in Split mehr als zufrieden: "Das hat er wirklich gut gemacht. Heute herrschten mit 15 bis 20 Knoten Wind Hausaufgaben-Bedingungen, in denen die Guten, die fit sind und ihr Boot im Griff haben, fast alle vorne reingefahren sind. Damit hat sich auch Philipp eine sehr gute Basis für die Finalrunde geschaffen." Dabei macht sich Buhl genauso wenige Illusionen über die nun zunehmenden Herausforderungen wie Spitzenreiter Pavlos Kontides, der vier von sechs Rennen gewinnen konnte, aber nach Materialbruch auch einen hohen "Streicher" kassierte: "In der Goldflotte wird es jetzt härter zugehen. Da kann noch viel passieren. Im Segeln geht es auf diesem Niveau nicht unbedingt darum, Rennen zu gewinnen, sondern konstant vorne dabei zu sein."

  Spitzenreiter Pavlos KontidesFoto: WM Laser 2013 / Split / Kroatien
Spitzenreiter Pavlos Kontides

Probleme mit den neuen Segeln

Mit einem in diesem Jahr so hartnäckigen wie ärgerlichen Problem schlagen sich bei den Welttitelkämpfen auch viele der Top-Segler herum: Die neuen Segel reißen viel zu oft! So hatte deshalb am Samstag Spitzenreiter Pavlos Kontides das dritte Rennen des Tages aufgeben müssen. "Ich habe das beobachten können", berichtete Schlonski, "er hat das Cunningham angezogen, und dann ist das Segel gerissen."

An Land klagten mehrere Dutzend Segler über gerissene oder angerissene Segel. Über Nacht gehen rund 30 Lasersegel zu den Segelmachern. "Die Segel reißen alle am Mast auf, haben zu kleine Verstärkungen", erklärt Schlonski. Diese Verstärkungen sollen nun überarbeitet werden. Auch an Philipp Buhls Segel wurde ein Riss entdeckt. Es geht ebenso wie das Segel von Theo Bauer zu den Segelmachern. "Das ist eigentlich eine kleine Katastrophe", sagte Schlonski über die erst in diesem Jahr von verschiedenen Segelmachern ausgelieferten neuen Segel. Auch dem olympischen Silbermedaillengewinner Tonci Stipanovic war das Segel am Samstag gerissen. Sein Coach Jozo Jakelic, der auch Pavlos Kontides trainiert, sagte: "Ich sage nicht, dass ich wütend bin, aber ich bin unglücklich. Ich bin ziemlich überrascht darüber, dass es möglich ist, dass ein neues Ausrüstungsteil so leicht kaputtgehen kann."

Dieses Video war zu Beginn der WM entstanden. Philipp Buhl berichtet von seinem Auftakt. Dazu weitere Interviews und Regattabilder aus Split

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