Weltsegler des JahresItaliens Überflieger Tita und Banti doppelt geehrt

Tatjana Pokorny

 · 26.10.2022

Weltsegler des Jahres: Italiens Überflieger Tita und Banti doppelt geehrtFoto: Sailing Energy/World Sailing
Die italienischen Weltsegler des Jahres – Ruggero Tita und Caterina Banti – segeln hier bei der olympischen Regatta vor Enoshima auf Goldkurs

In ihrer olympischen Klasse Nacra 17 sind sie seit 2016 als Mixed-Team eine Macht: Ruggero Tita und Caterina Banti aus Italien. Jetzt wurden sie bei der Jahrestagung des Weltseglerverbandes World Sailing in den Kategorien Männer und Frauen einzeln zu den Weltseglern des Jahres gewählt. Der Nachhaltigkeitspreis ging an das Bremer Unternehmen Greenboats

Die Erfolgsstory des italienischen Segel-Duos gipfelte 2021 in Japan im Olymp: Auf zwei Rümpfen holten sich die Top-Favoriten ihr Gold im Nacra 17. Das gelang ihnen 13 Jahre nach der letzten italienischen Segelmedaille und 21 Jahre nach Alessandra Sensinis Surf-Gold in Sydney. Ruggero Tita und Caterina Banti sind seit Jahren auch von den besten Konkurrenten nicht zu schlagen. Sie gelten auf Kurs Olympia 2024 erneut als die foilende Katamaran-Crew, die es im Kampf um die Medaillen vor Marseille zu schlagen gilt.

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Ruggero Tita: olympisch gut und im America’s Cup gefordert

Ruggero Tita ist bis 2024 im Doppel-Einsatz: Neben seinem olympischen Sport ist der 30-Jährige aus Rovereto auch als Afterguard-Mitglied im italienischen America’s-Cup-Team Luna Rossa Prada Pirelli aktiv. Tita ist außerdem bekannt für seine Vorliebe für Extrem- und Fun-Sportarten. Er liebt Kiten, Surfen, Snowkiting, Paragliding, Speedflying, Snowboarden und Freestyle-Skifahren. Hier geht es zu den olympischen Ergebnissen 2021 im Nacra 21.

Die italienischen Olympiasieger Ruggero Tita und Caterina BantiFoto: Sailing Energy/World Sailing
Die italienischen Olympiasieger Ruggero Tita und Caterina Banti

Außergewöhnlich ist, dass Ruggero Titas Vorschoterin Caterina Banti parallel zu ihrem Steuermann zur Weltseglerin des Jahres gekürt wurde. Die erfahrene 35-jährige Römerin bildet mit ihrem Vorschoter seit sechs Jahren eine Einheit, an deren Dominanz die international besten Nacra-17-Crews vergeblich rütteln.

Wer kann die Azzurri auf Kurs Olympia 2024 schlagen?

Zu den Jägern von Ruggero Tita und Caterina Banti zählen auch Paul Kohlhoff und Alica Stuhlemmer vom Kieler Yacht-Club. Das deutsche Duo gewann 2021 vor Enoshima Bronze im Nacra 17. Zuletzt von einer Knieverletzung Stuhlemmers aus dem Saisonrhythmus geworfen, wird das vorolympische Jahr 2023 zeigen, ob es eine der internationalen oder auch die deutsche Crew schafft, die Lücke zu den italienischen Überfliegern zu schließen.

So unvergesslich wie der italienische Nacra-17-Olympiasieg war diese tiefglückliche Umarmung der jungen deutschen Bronzemedaillen-Gewinner Paul Kohlhoff und Alica Stuhlemmer. Sie segeln wie die Azzurri erneut auf OlympiakursFoto: Sailing Energy / World Sailing
So unvergesslich wie der italienische Nacra-17-Olympiasieg war diese tiefglückliche Umarmung der jungen deutschen Bronzemedaillen-Gewinner Paul Kohlhoff und Alica Stuhlemmer. Sie segeln wie die Azzurri erneut auf Olympiakurs

Nach dem Einzeltitel jetzt der Mannschaftssieg für Tom Slingsby

Als Segelmannschaft des Jahres wurde Australiens SailGP-Team ausgezeichnet. Die Wahl belohnt die zweite SailGP-Saisonmeisterschaft der Mannschaft um Tausendsassa Tom Slingsby in Folge. Und es ist auch die zweite Ehrung in Folge, denn der Australier Tom Slingsby war im Vorjahr als Einzelathlet zum Weltsegler des Jahres gekürt worden.

Australiens SailGP-Team wurde zur Segelmannschaft des Jahres gewählt | Foto: Bob Martin for SailGP
Australiens SailGP-Team wurde zur Segelmannschaft des Jahres gewählt | 

Zum Boot des Jahres wurde bei der World-Sailing-Jahrestagung der Vortex Pod Racer gewählt. Gefeiert wurde das Bremer Unternehmen Greenboats, das den World Sailing 11th Hour Racing Sustainability Award für seine Pionierarbeit bei der Entwicklung und Herstellung von Produkten und Komponenten aus Naturfasern erhielt.

Greenboats erhält den Nachhaltigkeitspreis

Greenboats zeigt nachhaltige Alternativen zu herkömmlichen Verbundwerkstoffen auf und etabliert sie. So stecken auch in Boris Herrmanns neuer “Malizia – Seaexplorer” eine Reihe von Greenboats-Lösungen. Greenboats erhält von der Stiftung 11th Hour Racing ein Preisgeld in Höhe von 10.000 US-Dollar zur Finanzierung künftiger Entwicklungen.

Bei Ausstellungen wie hier im Rahmen der Kieler Woche zeigen die Greenboats-Vordenker ihre Ideen anschaulich und anfassbarFoto: tati
Bei Ausstellungen wie hier im Rahmen der Kieler Woche zeigen die Greenboats-Vordenker ihre Ideen anschaulich und anfassbar

Rekord-Weltsegler des Jahres ist Sir Ben Ainslie

World Sailing hatte die Ehrung der Weltsegler 1994 ins Leben gerufen, um herausragende Leistungen im Segelsport zu würdigen. Nur einmal konnte 1996 mit Jochen Schümann ein deutscher Segler die Wahl gewinnen. Die Ehrung folgte Schümanns dritter und letzter Goldmedaille, die er im amerikanischen Revier vor Savannah mit Thomas Flach und Bernd Jäckel gewinnen konnte. Rekordsieger ist mit vier Auszeichnungen Sir Ben Ainslie. Der Brite gewann ebenso viele Goldmedaillen und ist der erfolgreichste Olympiasegler der Sportgeschichte.

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