Er wird um 11.13 Uhr mit nur einem Punkt Rückstand auf den führenden Norweger Hermann Tomasgaard in das Medaillenrennen starten: Philipp Buhl kämpft am Sonntag beim Weltcup-Finale vor Marseille um Laser-Gold. Während einige olympische Disziplinen beim Jahreshöhepunkt der Weltcup-Serie aufgrund von Kollisionen mit anderen europäischen und globalen Titelkämpfen eher schwach besetzt sind oder gar nicht ausgetragen werden, fehlen in der größten olympischen Einhand-Jolle in Frankreich nur wenige Asse. Nach zehn Wettfahrten haben sich der Norweger Tomasgaard, Buhl, Doppel-Weltmeister Nick Thompson aus Großbritannien und dessen Landsmann Elliot Hanson zum Vierkampf um den Sieg formiert, liegen insgesamt nur acht Punkte auseinander.
Buhls Trainer Alexander Schlonski sagt: "Philipp hat in Marseille eine starke Serie hingelegt, super Leistungen gezeigt. Nun hat er die große Chance, etwas daraus zu machen." Nicht weniger hat der 28-jährige Aktivensprecher des German Sailing Teams für das Finale der besten zehn Lasersegler am Sonntag im Sinn. Der für den Segelclub Alpsee-Immenstadt startende Vize-Weltmeister, der mit der Teilnahme am Weltcup-Finale auch seinen Kieler-Woche-Start und die Medaillenjagd bei der im August stattfindenden Weltmeisterschaft aller olympischen Disziplinen in Aarhus vorbereitet, sagte am Samstagabend: "Ich bin im Spiel, der Sieg bleibt das Ziel." Buhl erwartet für das Finale der besten zehn Lasersegler leichte und schwierige Winde.
AUCH WINKEL/CIPRA SEGELN AUF MEDAILLENKURS
Außer Buhl treten bei diesem Weltcup-Finale für das German Sailing Team noch die beiden führenden deutschen 470er-Herrenteams an. Eine Crew konnte sich dabei herausragend in Szene setzen: Malte Winkel und Matti Cipra starten am Sonntag als Dritte mit guten Medaillenchancen in das Finale. In zehn Rennen hatte die Crew vom Schweriner Yacht-Club und vom Plauer Wassersport Verein dreimal Olympiasieger Mathew Belcher und dessen Vorschoter Will Ryan hinter sich lassen können. Vor dem Shwodown haben Winkel/Cipra 13 Punkte Rückstand auf die Australier und sechs Zähler auf die zweitplatzierten Spanier Jordi Xammar Hernandez und Nicolás Rodríguez García-Paz gutzumachen. Die hinter ihnen auf Platz vier liegenden Hippolyte Machetti und Sidoine Dantes oder die mit den Franzosen punktgleichen Japaner Keiju Okada/Jumpei Hokazono müssten mindestens acht Punkte aufholen, um die Norddeutschen noch vom Podest zu verdrängen. Malte Winkel sagte: "Natürlich möchte man jetzt die erarbeitete Position auch konservieren. Aber es ist wie im Fußball: Einen 1:0-Sieg zu verwalten, das ist auch nicht leicht. Nach oben wie nach unten ist noch alles drin." Simon Diesch und Philipp Autenrieth haben den Einzug ins Finale als Gesamt-Fünfzehnte verpasst.

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