In den Buchten vor Palma herrscht längst Hochbetrieb. Die meisten Teilnehmer der 55. Trofeo Princesa Sofia Mallorca by Fergus Hotels trainieren bereits vor Ort für die Auftaktregatta des Sailing Grand Slams (SGS) 2026. Am 30. März starten die Bootsklassen 470er-Mixed, 49er, 49erFX, Nacra 17, Ilca 6 und Ilca 7 in die mit Spannung erwartete Serie. Am 31. März folgen iQFOiL-Windsurfer und Kiter. Die Finalentscheidungen fallen am 4. April – Samstag vor Ostern.
Rund 900 Boote und Boards mit mehr als 1100 Seglern und Seglerinnen aus 62 Nationen werden zum ersten großen Kräftemessen der neuen Saison für alle zehn Olympiadisziplinen erwartet. Mit 81 gemeldeten deutschen Aktiven auf 52 Booten und Boards ist das deutsche Aufgebot eines der größten. Im Einsatz sind die erfolgreichsten Crews vom German Sailing Team und weitere Landsleute.
Die Teilnehmerzahlen sind beim Spanien-Klassiker traditionell hoch. Gute Bedingungen früh im Jahr, erfahrene und herzliche Gastgeber und das Wissen um die regelmäßige Hochklassigkeit der Felder lockt auch die Großen des olympischen Segelsports auf die Insel.
Im 470er-Mixed sind alle drei Podiumscrews der noch früher in diesem Jahr ausgetragenen Europameisterschaft am Start: die britischen Champions Martin Wrigley/Bettine Harris ebenso wie die EM-Zweiten Giacomo Ferrari/Alessandra Dubini und die Bronzegewinner Jordi Xammar und Marta Cardona, die gleichzeitig als amtierende Weltmeister antreten.
Nach studienbedingter Pause sind aber auch die deutschen WM-Zweiten von 2025 wieder im Einsatz: Simon Diesch und Anna Markfort (Württembergischer Yacht-Club/Verein Seglerhaus am Wannsee) kommen in Angriffslaune. Dazu weitere Top-Teams wie Theresa Löffler/Christopher Hoerr (Deutscher Touring Yacht-Club/Segelclub Breitbrunn Chiemsee), Malte Winkel/Paula Amelie Schütze (Norddeutscher Regatta Verein/Schweriner Yacht-Club) und Theres Dahnke/Paco Melzer (Plauer Wassersportverein/Verein Seglerhaus am Wannsee). Insgesamt sind elf deutsche 470er-Duos im Einsatz – mehr als aus jedem anderen Land.
Im 49er stehen die deutschen Männer den 470er-Mixed-Teams kaum nach. Sie gehen im Feld von 101 gemeldeten Skiffs mit zehn Crews ins Rennen. Als Zweite der Trofeo Princesa Sofía im vergangenen Jahr wollen der erst 20 Jahre alte Richard Schultheis und Fabian Rieger (Norddeutscher Regatta Verein/Verein Seglerhaus am Wannsee) erneut einen guten Saisonaufschlag hinlegen. Allerdings liegt die letzte große Regatta mit der WM im Herbst 2025 schon eine Weile zurück.
„Wir sind lange nicht intensiv geraced, wollen erst einmal wieder gut reinkommen“, sagte Fabian Rieger auf Mallorca. Dort bekommt seine Crew wie alle anderen auch die aktuell frischen Temperaturen zu spüren. Am Donnerstag betrug die Lufttemperatur gerade einmal 13 Grad. Nicht wenige Teams haben – wo möglich – ihre Neoprenschichten um ein paar Millimeter erweitert.
Im 49er sind auch die Olympia-Elften Jakob Meggendorfer und Andreas Spranger vom Bayerischen Yacht-Club am Start. Dazu ambitionierter Nachwuchs wie die KYC-Crews Simon Heindl/Conrad Jacobs und ihre jungen Club-Kameraden Per und Frederik Schwall. Das zweite Brüder-Paar im 49er-DSV-Aufgebot für die Trofeo Princesa Sofía Mallorca bilden Johann und Anton Sach vom Lübecker Yacht-Club. Hier geht es zu den Meldelisten und allen Startern.
Auch im Skiff-Pendant der Frauen sind die Besten aus dem German Sailing Team im Einsatz. Das gilt für die WM-Fünften Sophie Steinlein udn Catherine Bartelheimer (Norddeutscher Regatta Verein) ebenso wie für ihre Teamkameradinnen Anna Barth/Emma Kohlhoff (Kieler Yacht-Club), die Olympia-Sechsten Marla Bergmann/Hanna Wille (Mühlenberger Segel-Club), Women’s America’s Cup-Steuerfrau Maru Scheel und Freya Feilcke (Kieler Yacht-Club) und weitere ehrgeozige Crews.
Qualitativ und quantitativ herausragend besetzt ist das Ilca-7-Feld mit 200 Meldungen! Neun deutsche Starter wollen die Saison bestmöglich eröffnen. Unter ihnen ist – aktuell ohne Kaderzugehörigkeit – auch Philipp Buhl. Der Weltmeister von 2020 und dreimalige Olympiateilnehmer ist bei knappen Mitteln in Eigenregie angereist, will sich in diesem Jahr den verlorenen Kaderplatz zurückerkämpfen und ist unter nicht ganz leichten Umständen “zuversichtlich”.
Während sich die Ilca-7-Segler der Nationalmannschaft, unter ihnen Nik Aaron Willim (Norddeutscher Regatta Verein), Ole Schweckendiek (Kieler Yacht-Club) und Julian Hoffmann (VSaW/Segelclub Alpsee-Immenstadt) in Regie von Trainer Alex Schlonski im Palma-Revier auf die Trofeo Princesa Sofía vorbereiten, hat Buhl Förderung durch Bastian Henning gefunden.
Der Landestrainer vom Bayerischen Seglerverband unterstützt Buhl, der sich noch in diesem Jahr wieder für das German Sailing Team qualifizieren will. “Bastian ist ein bisschen wie der Dom Tidey vom Bayerischen Seglerverband: er ist ein Jahr älter als ich, ein erfahrener Coach und hat Lust auf das Projekt. Er fliegt Drohne, hat eine eigene Analyse-App entwickelt, ist Segelmacher und bringt viel Motivation mit”, sagt Buhl dankbar für das Engagement.
Weitere Asse im DSV-Ärmel sind bei der Trofeo Princesa Sofía Mallorca mit Theresa Steinlein (NRV) die Olympia-Sechste im iQFOiL-Windsurfen, der Kite-Olympia-Fünfte Jannis Maus (Cuxkiters) und sein zuletzt immer schneller gewordene Teamkamerad Jan Vöster (Württembergischer Yacht-Club). Sie sind mit allen olympischen Windsurfern und Kitern erst ab 31. März gefordert.

Freie Reporterin Sport