Testregatta RioVorolympische Medaille in Reichweite

Tatjana Pokorny

 · 19.08.2015

Testregatta Rio: Vorolympische Medaille in ReichweiteFoto: SailingEnergy/Pedro Martinez
Segeln am Freitagabend deutscher Zeit um eine vorolympische Medaille: Erik Heil und Thomas Plößel liegen vor dem Finale auf Platz drei
Erik Heil und Thomas Plößel haben zu alter Stärke zurückgefunden und sich bei der olympischen Generalprobe eine Medaillenchance erarbeitet

Mit einem weiteren Wettfahrtsieg und den Rängen 4, 9 und 4 haben sich 49er-Steuermann Erik Heil und Thomas Plößel bei der olympischen Testregatta vor Rio de Janeiro am Tag vor ihrem Finale eine Medaillenchance erarbeitet. Die beiden Berliner rückten mit den sehr guten Leistungen an ihrem Vorschlusstag auf Platz drei vor und können am Freitag im doppelt gewerteten Abschlussrennen noch vorolympisches Silber oder Bronze gewinnen. "Wir hatten ein nicht so gutes Rennen, da habe ich den Start verrissen und bin sogar gegen das Startschiff gefahren. Wir haben dann aber immerhin noch krass aufholen können. Von dem Rennen abgesehen, war es ein sehr guter Tag für uns. Wir fühlen uns mit dem Boot sehr wohl, das wir hier segeln. Das werden wir wohl auch zur WM nach Bueneos Aires verschiffen."

  Gelungener Steuerbord-Start für Erik Heil und Thomas Plößel im 49er-FeldFoto: SailingEnergy/Jesús Renedo Gelungener Steuerbord-Start für Erik Heil und Thomas Plößel im 49er-Feld

Den Sieg im 49er haben die neuseeländischen Top-Favoriten Peter Burling und Blair Tuke im Visier. Die zweitplatzierten Österreicher Nico Delle-Karth und Nikolaus Resch liegen 15 Punkte hinter den Kiwis und zwölf Punkte vor den Deutschen, die ihrerseits mit zehn Punkten Vorsprung vor den viertplatzierten Spaniern Diego Botín und Iago Lopez Marra ins Finale starten.

  Die 49erFX-Flotte vor Rios StadtkulisseFoto: SailingEnergy/Pedro Martinez Die 49erFX-Flotte vor Rios Stadtkulisse

Tina Lutz und Susann Beucke haben dagegen das Finale der besten zehn 49erFX-Crews verpasst. Die Steuerfrau aus Holzhausen und ihre Strander Vorschoterin Susann Beucke beendeten die Hauptrunde zwar mit einem hervorragenden zweiten Rang. Der aber reichte nicht mehr, um den Cut doch noch zu überstehen. Lutz/Beucke beenden die Serie vor dem Medaillenrennen als Gesamt-Zwölfte.

Gleichzeitig zogen Paul Kohlhoff und Carolina Werner souverän ins Finale ein. Die junge Kieler Nacra-17-Crew musste zwar in den leichteren Winden am Mittwoch und Donnerstag nach ihrem fulminanten Auftakt und der zwischenzeitlichen Führung einige Federn lassen, liegt jedoch aussichtsreich auf Platz fünf und hat im abschließenden Finale alle Chancen, nach insgesamt elf Wettfahrten und drei Tagessiegen mit einem weiteren guten Ergebnis noch nach einer vorolympischen Medaille zu greifen. Schlechter als mit Platz sechs kann die Crew vom Kieler Yacht-Club die Serie nicht mehr abschließen. Schon das ist ein riesiger Erfolg für den erst 20 Jahr alten Steuermann und seine ein Jahr ältere Vorschoterin. "Sie haben viel gelernt und eine großartige Einstellung", lobte DSV-Cheftrainer David Howlett, der das norddeutsche Duo auch auf dem Wasser betreut.

Diese Chance hatte der Olympia-Vierte Toni Wilhelm bei der Testregatta im Olympiarevier von Rio de Janeiro nicht. Der RS:X-Surfer aus Dogern drehte aber zum Ende der Serie noch einmal auf, surfte mit Rang sechs in der neuten Wettfahrt ins Finale und belegte im Medaillenrennen Platz fünf. Am Ende war Wilhelm als Gesamt-Zehnter nur fünf Zähler schlechter als der holländische Olympiasieger Dorian van Rijsselberge, der in Brasilien mit Platz acht zufrieden sein musste. Die vorolympische Goldmedaille bei den Surfern holte sich überraschend der Chinese Aichen Wang vor dem Griechen Byron Kokkalanis und dem französischen Weltmeister Pierre Le Coq. Die Konkurrenz der RS:X-Surferinnen gewann die Französin Charline Picon vor Malgozata Bialecka aus Polen und Spaniens Surfstar Blanca Manchon.

  Schöne Studie eines Duells zwischen dem neunmaligen Laser-Weltmeister und Olympiasieger Robert Scheidt (r.) und dem deutschen Vize-Weltmeister Philipp BuhlFoto: SailingEnergy/Jesús Renedo Schöne Studie eines Duells zwischen dem neunmaligen Laser-Weltmeister und Olympiasieger Robert Scheidt (r.) und dem deutschen Vize-Weltmeister Philipp Buhl

Im 470er müssen die Europameister Ferdinand Gerz und Oliver Szymanski als Elfte am Freitag in den verbleibenden zwei Wettfahrten kämpfen, um ihr Medaillenfinale am Samstag noch zu erreichen. Das gilt auch für die Berlinerinnen Annika Bochmann und Marlene Steinherr, die zwei Rennen vor dem Finale der 470er-Frauen 13. sind.

Vizeweltmeister Philipp Buhl hat sich nach seinem Zwischentief einen Tag vor dem Medaillenrennen der mit 38 Lasern größten Flotte mit den Rängen sechs und drei auf Platz neun vorgekämpft. Eine Medaille ist für den Sonthofener kaum mehr möglich, doch will sich Buhl gern mit einem starken Resultat aus dem Olympiarevier verabschieden.

  Der neunmalige Laser-Weltmeister Robert Scheidt in seinem HeimatrevierFoto: SailingEnergy/Pedro Martinez Der neunmalige Laser-Weltmeister Robert Scheidt in seinem Heimatrevier
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Tatjana Pokorny

Tatjana Pokorny

Freie Reporterin Sport

Tatjana „tati“ Pokorny ist Autorin von neun Büchern. Sie arbeitet als Reporterin für die YACHT, berichtete unter anderem von neun Olympischen Spielen, als Korrespondentin für die Deutsche Presse-Agentur (DPA), das Hamburger Abendblatt sowie weitere nationale und internationale Medien. Kernthemen sind der America's Cup, das Ocean Race, die Vendée Globe, SailGP und weitere nationale und internationale Regatten und ihre Protagonisten. Lieblingsdisziplin: Portraits von und Interviews mit Segelsportpersönlichkeiten.

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