Laser-Vizeweltmeister Philipp Buhl und RS:X-Sufer Toni Wilhelm waren die ersten deutschen Starter, die bei der olympischen Testregatta vor Rio den Janeiro bereits am Samstag ins Rennen gingen. Für beide begann die Serie nicht wunschgemäß. Während sich der Olympia-Vierte Wilhelm vom Württembergischen Yacht-Club als Gesamt-Zwölfter nach drei Wettfahrten noch im ersten Drittel seines Feldes mit 28 Startern behaupten konnte, fand sich Deutschlands Hoffnungsträger Nummer eins am Abend des Eröffnungstages auf Platz 20 im Feld der 38 Laser-Steuerleute aus ebenso vielen Ländern wieder.
Der "noch nicht so richtig ins Revier verliebte" Philipp Buhl vom Segelclub Alpsee-Immenstadt hatte schnell ausgemacht, woran es bei ihm zum Auftakt gehapert hatte: "Ich habe die Starts ein wenig verschlafen." Das meinte Buhl so nicht wörtlich. Vielmehr ginge es darum, im starken Strom (zwischen 20 und 40 Meter pro Minute) noch deutlich früher loszufahren. Wer das nicht tut, der wird schnell mit zehn, zwanzig Meter Rückstand bestraft. Während der Sonthofener in seinem ersten Rennen des Tages aber allein auf der zweiten Kreuz zehn Boote überholen konnte und noch 14. wurde, reichte es im zweiten Rennen nur zu Rang 24.
"Da war meine Position zum gesamten Feld zu mittig. Ich wollte etwas von allen Vorteilen abgreifen." Doch die hatte sich die Konkurrenz auf den Außenbahnen rechts und links von Buhl gesichert. Allen voran der britische Weltmeister Nick Thompson, der nach Rang 16 in der ersten Wettfahrt die zweite gewinnen konnte. An der Spitze des Feldes liegen nach dem ersten Tag punktgleich Pavlos Kontides aus Zypern und der bei der WM zuletzt noch auf Formsuche segelnde neunmalige brasilianische Weltmeister Robert Scheidt, der im komplexen Stromrevier von Rio seinen Heimvorteil ausspielen will. Am Sonntag wechseln die Lasersegler auf die Außenbahn "Copacabana", wo weniger Strom, dafür aber mehr Wind und Wellen erwartet werden. Buhl freut sich darauf: "Ich glaube weiter, dass ich ganz vorn mitsegeln kann."
In den beiden anderen Disziplinen des Tages waren keine deutschen Starter dabei: Bei den Laser-Radial-Seglerinnen übernahm die olympische Silbermedaillengewinnerin und Favoritin Marit Bouwmeester aus den Niederlanden die Führung. Bei den RS:X-Surferinnen liegt Hei Man Chan aus Hongkong vorn. Am Sonntag starten auch alle anderen Disziplinen in die letzte große Generalprobe vor der olympischen Regatta in einem Jahr. Für die Segelnationalmannschaft sind ab Sonntag neben Philipp Buhl und Toni Wilhelm auch die 470er-Europameister Ferdinand Gerz/Oliver Szymanski (Segler-Verein Wörthsee/Joersfelder Segel-Club), die 49er-Europameister Erik Heil/Thomas Plößel (Norddeutscher Regatta Verein), die 49er-Seglerinnen Tina Lutz (Chiemsee Yacht Club) und Susann Beucke (Hannoverscher Yacht-Club) sowie die 470er-Crew Annika Bochmann und Marlene Steinherr vom Verein Seglerhaus am Wannsee und die Nacra-17-Mixed-Crew Paul Kohlhoff/Carolina Werner vom Kieler Yacht-Club im Einsatz. Insgesamt starten am Sonntag 339 Seglerinnen und Segler aus 52 Nationen in allen zehn olympischen Segeldisziplinen.

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