Testregatta RioDämpfer zum Auftakt für Team Germany

Tatjana Pokorny

 · 15.08.2015

Testregatta Rio: Dämpfer zum Auftakt für Team GermanyFoto: SailingEnergy/Pedro Martinez

In den ersten Wettfahrten der Testregatta im Olympiarevier konnten sich Philipp Buhl und Toni Wilhelm noch nicht in den Top Ten platzieren

  Kleine "Zuckerhüte" vor dem großen Zuckerhut: Laser im Einsatz vor der Kulisse Rio de JaneirosFoto: Sailing Energy / Jesús Renedo
Kleine "Zuckerhüte" vor dem großen Zuckerhut: Laser im Einsatz vor der Kulisse Rio de Janeiros
  Toni Wilhelm liegt nach den ersten drei Wettfahrten auf Platz zwölfFoto: SailingEnergy/Pedro Martinez
Toni Wilhelm liegt nach den ersten drei Wettfahrten auf Platz zwölf

Laser-Vizeweltmeister Philipp Buhl und RS:X-Sufer Toni Wilhelm waren die ersten deutschen Starter, die bei der olympischen Testregatta vor Rio den Janeiro bereits am Samstag ins Rennen gingen. Für beide begann die Serie nicht wunschgemäß. Während sich der Olympia-Vierte Wilhelm vom Württembergischen Yacht-Club als Gesamt-Zwölfter nach drei Wettfahrten noch im ersten Drittel seines Feldes mit 28 Startern behaupten konnte, fand sich Deutschlands Hoffnungsträger Nummer eins am Abend des Eröffnungstages auf Platz 20 im Feld der 38 Laser-Steuerleute aus ebenso vielen Ländern wieder.

  Philipp Buhl kam bei den Starts nicht optimal weg und in der Folge nicht mehr ganz nach vorneFoto: SailingEnergy/Pedro Martinez
Philipp Buhl kam bei den Starts nicht optimal weg und in der Folge nicht mehr ganz nach vorne
  Nach der weniger gelungenen WM segelt der neunmalige brasilianische Weltmeister Robert Scheidt in seinem Heimatrevier zum Auftakt der olympischen Testregatta wieder auf ErolgskursFoto: SailingEnergy/Pedro Martinez
Nach der weniger gelungenen WM segelt der neunmalige brasilianische Weltmeister Robert Scheidt in seinem Heimatrevier zum Auftakt der olympischen Testregatta wieder auf Erolgskurs

Der "noch nicht so richtig ins Revier verliebte" Philipp Buhl vom Segelclub Alpsee-Immenstadt hatte schnell ausgemacht, woran es bei ihm zum Auftakt gehapert hatte: "Ich habe die Starts ein wenig verschlafen." Das meinte Buhl so nicht wörtlich. Vielmehr ginge es darum, im starken Strom (zwischen 20 und 40 Meter pro Minute) noch deutlich früher loszufahren. Wer das nicht tut, der wird schnell mit zehn, zwanzig Meter Rückstand bestraft. Während der Sonthofener in seinem ersten Rennen des Tages aber allein auf der zweiten Kreuz zehn Boote überholen konnte und noch 14. wurde, reichte es im zweiten Rennen nur zu Rang 24.

  Der erfolgreichste Laser-Steuermann der Segelsportgeschichte: Robert Scheidt war zum Auftakt der Testregatta ganz in seinem Element Foto: SailingEnergy/Pedro Martinez
Der erfolgreichste Laser-Steuermann der Segelsportgeschichte: Robert Scheidt war zum Auftakt der Testregatta ganz in seinem Element 
  Sie wollte schon 2012 in Weymouth Gold, musste aber mit Silber zufrieden sein. Jetzt nimmt sie einen neuen Anlauf und stieg erfolgreich in die Testregatta ein: Marit Bouwmeester aus HollandFoto: SailingEnergy/Pedro Martinez
Sie wollte schon 2012 in Weymouth Gold, musste aber mit Silber zufrieden sein. Jetzt nimmt sie einen neuen Anlauf und stieg erfolgreich in die Testregatta ein: Marit Bouwmeester aus Holland

"Da war meine Position zum gesamten Feld zu mittig. Ich wollte etwas von allen Vorteilen abgreifen." Doch die hatte sich die Konkurrenz auf den Außenbahnen rechts und links von Buhl gesichert. Allen voran der britische Weltmeister Nick Thompson, der nach Rang 16 in der ersten Wettfahrt die zweite gewinnen konnte. An der Spitze des Feldes liegen nach dem ersten Tag punktgleich Pavlos Kontides aus Zypern und der bei der WM zuletzt noch auf Formsuche segelnde neunmalige brasilianische Weltmeister Robert Scheidt, der im komplexen Stromrevier von Rio seinen Heimvorteil ausspielen will. Am Sonntag wechseln die Lasersegler auf die Außenbahn "Copacabana", wo weniger Strom, dafür aber mehr Wind und Wellen erwartet werden. Buhl freut sich darauf: "Ich glaube weiter, dass ich ganz vorn mitsegeln kann."

In den beiden anderen Disziplinen des Tages waren keine deutschen Starter dabei: Bei den Laser-Radial-Seglerinnen übernahm die olympische Silbermedaillengewinnerin und Favoritin Marit Bouwmeester aus den Niederlanden die Führung. Bei den RS:X-Surferinnen liegt Hei Man Chan aus Hongkong vorn. Am Sonntag starten auch alle anderen Disziplinen in die letzte große Generalprobe vor der olympischen Regatta in einem Jahr. Für die Segelnationalmannschaft sind ab Sonntag neben Philipp Buhl und Toni Wilhelm auch die 470er-Europameister Ferdinand Gerz/Oliver Szymanski (Segler-Verein Wörthsee/Joersfelder Segel-Club), die 49er-Europameister Erik Heil/Thomas Plößel (Norddeutscher Regatta Verein), die 49er-Seglerinnen Tina Lutz (Chiemsee Yacht Club) und Susann Beucke (Hannoverscher Yacht-Club) sowie die 470er-Crew Annika Bochmann und Marlene Steinherr vom Verein Seglerhaus am Wannsee und die Nacra-17-Mixed-Crew Paul Kohlhoff/Carolina Werner vom Kieler Yacht-Club im Einsatz. Insgesamt starten am Sonntag 339 Seglerinnen und Segler aus 52 Nationen in allen zehn olympischen Segeldisziplinen.

Meistgelesene Artikel