Die Berliner 49er-Segler Erik Heil und Thomas Plößel haben bei der Generalprobe im Olympiarevier vor Rio de Janeiro Bronze gewonnen und demonstriert, dass sie auch in den komplizierten Wind- und Strombedingungen zu den Top-Akteuren ihrer Disziplin zählen. Das Team vom Norddeutschen Regatta Verein musste sich nur Weltmeister und America's-Cup-Steuermann Peter Burling mit Blair Tuke aus Neuseeland und den Österreichern Nico Delle-Karth und Nikolaus Resch geschlagen geben.
Vor einem Olympiaeinsatz der deutschen 49er-Segler stehen aber noch zwei Hürden. Eine Mannschaft muss bei der Weltmeisterschaft im argentinischen Buenos Aires noch den Nationenstartplatz sichern. Und: Es kann im Duell zwischen Erik Heil/Thomas Plößel und den amtierenden jungen Europameistern Justus Schmidt und Max Boehme aus Kiel nur eine Crew die Olympiafahrkarte für sich erstreiten. Nach der ersten von drei Ausscheidungsregatten führen Schmidt/Boehme dank ihres EM-Titels mit 25:13 Punkten zunächst deutlich. Erik Heil sagte in Brasilien: "Momentan ist der Punktabstand aufgrund der Bonuspunkte für den Titel recht groß. Wir sind eindeutig die Jäger. Justus und Max haben zunächst einmal eine gewisse Favoritenrolle eingenommen. Wir hoffen, dass wir das Spiel mit einer WM-Medaille neu definieren können." Wiedererstarktes Selbstbewusstsein nehmen Heil/Plößel mit ihrem dritten Platz bei der Testregatta in die nächsten Ausscheidungsregatten mit.
Laser-Vizeweltmeister Philipp Buhl dagegen musste nach herausragenden Erfolgen in Serie vor Rio seinen ersten kleinen Dämpfer seit langer Zeit hinnehmen. Dennoch erreichte der Sonthofener mit Platz neun sein Minimalziel und erwarb sich die Gewissheit, sich auch in schwierigsten Bedingungen sicher in den Top Ten bewegen zu können. Am Samstagabend deutscher Zeit starten in der neuen olympischen Mixed-Katamaran-Klasse Nacra 17 die Kieler Paul Kohlhoff und Max Boehme als Fünfte mit Medaillenchancen ins Finale der schnellen Zweirumpfsegler.

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