Segeln olympischWo ein Wille ist, da ist ein Weg

Tatjana Pokorny

 · 27.04.2016

Segeln olympisch: Wo ein Wille ist, da ist ein WegFoto: Pedro Martinez/Sailing Energy/Weltcup Hyères 2016
Weltcup Hyères 2016
Während sich die deutschen Segler beim Weltcup einträchtig und bestlaunig in Form zeigen, überrascht eine FSC-Crew in der Olympia-Quali
  Die Nacra-17-Flotte beim Weltcup vor HyèresFoto: Pedro Martinez/Sailing Energy/Weltcup Hyères 2016 Die Nacra-17-Flotte beim Weltcup vor Hyères

Jan Hauke Erichsen und Lea Spitzmann sind die deutsche Überraschungs-Mannschaft beim Weltcup vor Hyères, der für die deutschen Nacra-17-Crews die dritte und letzte Regatta der nationalen Olympia-Ausscheidung markiert. Das Flensburger Duo segelt in Frankreich zur Halbzeit überraschend auf Kurs Olympia. Am Donnerstag erarbeiteten sich der 25-jährige Steuermann und seine 23-jährige Vorschoterin nach gelungenem Auftakt mit den Rängen 3, 5, 19 und 11 Platz fünf im Zwischenklassement.

Nach fünf von elf Rennen bis zum Medaillenfinale haben sich die in den letzten Monaten immer besser in Fahrt kommenden Erichsen/Spitzmann damit eine gute Ausgangsposition im Kampf um die Olympia-Fahrkarte erarbeitet, während die nationalen Rivalen Paul Kohlhoff und Carolina Werner ihre Erfolgswelle noch nicht gefunden haben. Die bislang in der nationalen Olympia-Ausscheidung mit acht Punkten Vorsprung führenden Kieler hatten nach verpatztem Auftakt auch am zweiten Weltcup-Tag nicht entscheidend punkten können und liegen nach knapp der Hälfte des Regattaprogramms auf Platz 20. Bei diesem Stand würde das Rio-Ticket an die Flensburger gehen.

  Glauben an sich und ihre Olympia-Chance: Jan Hauke Erichsen und Lea SpitzmannFoto: Pedro Martinez/Sailing Energy/Hyères Glauben an sich und ihre Olympia-Chance: Jan Hauke Erichsen und Lea Spitzmann

Noch aber stehen im französischen Weltcup-Revier sechs Rennen aus, in denen viel passieren kann. Beide Crews sind überzeugt: Wo ein Wille ist, da ist auch ein Weg. Jan Hauke Erichsen sagte YACHT online: "Wir sind natürlich sehr zufrieden mit dem bisherigen Verlauf, auch wenn wir hier und da noch ein paar Punkte haben liegen lassen. Wir vertrauen weiterhin auf unsere Stärke, die wir ja auch schon vor Palma de Mallorca andeuten konnten." Auf die Frage, ob das plötzlich in greifbare Nähe gerückte Olympia-Ticket sich auf ihre Strategie auswirken könnte, sagte Erichsen: "Wir sind nicht nervös und genießen jedes Rennen. Es sind noch zwei Tage bis zum Medaillenrennen zu segeln."

  Müssen jetzt kämpfen, wollen sie ihre Olympia-Chance wahren: Paul Kohlhoff und Carolina WernerFoto: Pedro Martinez/Sailing Energy/Weltcup Hyères 2016 Müssen jetzt kämpfen, wollen sie ihre Olympia-Chance wahren: Paul Kohlhoff und Carolina Werner

Für die Kieler Paul Kohlhoff und Carolina Werner hat sich zwar die Perspektive, nicht aber die Einstellung geändert. Carolina Werner sagte: "Wir sind trotzdem guter Dinge. Zweimal hat es heute am Start gelegen, im dritten Rennen sind wir super gestartet, waren aber auf der falschen Seite. Im letzten Rennen des Tages hatten wir einen guten Plan, aber den Winddreher nicht ganz bekommen. Die Tendenz ist aufsteigend und wir sind morgen wieder voll da."

  Ein schönes Fotobild für Laser-Puristen von Pedro MartinezFoto: Pedro Martinez/Sailing Energy/Weltcup Hyères 2016 Ein schönes Fotobild für Laser-Puristen von Pedro Martinez  Heiko Kröger (l.) und sein Coach Bernd Zirkelbach in HyèresFoto: Pedro Martinez/Sailing Energy/Weltcup Hyères 2016 Heiko Kröger (l.) und sein Coach Bernd Zirkelbach in Hyères

Während die beiden norddeutschen Nacra-17-Crews um ihre Olympia-Chance kämpfen, bringen sich die Freunde und Kameraden im Audi Sailing Team Germany beim Weltcup olympisch und paralympisch einträchtig in Form. Die Stimmung unter den Aktiven ist bestens. Laser-Vizeweltmeister Philipp Buhl verteidigte am zweiten Weltcup-Tag seine Führung. In der 2.4mR verbesserte sich Heiko Kröger nach dem Materialbruch am ersten Tag auf Platz fünf. Die deutsche Sonar-Crew probt in veränderter Besetzung für die Paralympics im September: 2.4mR-Steuermann Lasse Klötzing hat in Frankreich das Steuer von Jens Kroker übernommen. Dritter Mann im Boot ist Siegmund Mainka.

  Genießt die Weltcup-Rennen vor Hyères: Philipp BuhlFoto: Jesus Renedo/Sailing Energy/Weltcup Hyères Genießt die Weltcup-Rennen vor Hyères: Philipp Buhl  2.4mR-Steuermann Heiko Kröger in seinem ElementFoto: Jesus Renedo/Sailing Energy/Weltcup Hyères 2.4mR-Steuermann Heiko Kröger in seinem Element  Deutschlands Beste in olympischen und paralympischen Disziplinen haben zusammen Spaß beim Weltcup vor HyèresFoto: Pedro Martinez/Sailing Energy/Weltcup Hyères 2016 Deutschlands Beste in olympischen und paralympischen Disziplinen haben zusammen Spaß beim Weltcup vor Hyères
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Tatjana Pokorny

Tatjana Pokorny

Freie Reporterin Sport

Tatjana „tati“ Pokorny ist Autorin von neun Büchern. Sie arbeitet als Reporterin für die YACHT, berichtete unter anderem von neun Olympischen Spielen, als Korrespondentin für die Deutsche Presse-Agentur (DPA), das Hamburger Abendblatt sowie weitere nationale und internationale Medien. Kernthemen sind der America's Cup, das Ocean Race, die Vendée Globe, SailGP und weitere nationale und internationale Regatten und ihre Protagonisten. Lieblingsdisziplin: Portraits von und Interviews mit Segelsportpersönlichkeiten.

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