Erik Heil und Thomas Plößel haben bei den Olympischen Spielen auch an ihrem dritten Regattatag Platz zwei verteidigt. Mit einem erneut starken Auftritt behaupteten die Berliner ihren zweiten Platz, sind dabei umringt von olympischen Medaillengewinnern und America's-Cup-Stars: Vor ihnen liegen die top-favorisierten Weltmeister und olympischen Silbermedaillengewinner von 2012, Peter Burling und Blair Tuke. Auf die Neuseeländer hat die Crew vom Norddeutschen Regatta Verein 18 Punkte Rückstand. Hinter den Deutschen lauern mit 15 Zählern Rückstand auf das GER-Boot die Australier Nathan Outteridge und Iain Jensen – die Olympiasieger von 2012. Alles deutet auf eine kriminal spannende Schlussphase hin, in der die deutsche Segel-Nationalmannschaft hoffen darf.
"Wir sind mehr als auf Kurs", sagte Steuermann Erik Heil, "aber wir gestatten uns keinerlei Medaillen-Gedankenspiele. Wir konzentrieren uns auf uns und unsere Rennen. Wettfahrt für Wettfahrt. Wir wollen morgen noch einmal im Schnitt fünfte Ränge erzielen und uns für das Medaillenrennen gut positionieren." Vorschoter Thomas Plößel berichtete von den drei Rennen am Montag. Die Crew habe nach dem ersten, mit Rang 15 nicht optimal gelaufenen Rennen den Trimm des Bootes leicht verändert und dann wieder aufgedreht. "Wichtig war heute, dass man frei fahren konnte und freien Wind hatte, dazu Speed. Den hatten wir in den beiden letzten Rennen. Es wird morgen ganz sicher nicht leicht, aber wir bleiben fokussiert."
Gleichzeitig müssen die 49erFX-Seglerinnen Victoria Jurczok und Anika Lorenz nach einem mäßigen Renntag um den Einzug ins Finale der besten Skiff-Teams kämpfen. Die Berlinerinnen vom Verein Seglerhaus am Wannsee sind vor den letzten drei Rennen am Dienstag und dem Medaillenrennen am Donnerstag Gesamt-Elfte. "Wir haben noch drei Wettfahrten, um die Serie zu retten", sagte Steuerfrau Jurczok und fügte mit einem Augenzwinkern hinzu: "Sonst müssen wir unter der Brücke schlafen." Die Frauen blieben aber kämpferisch. Anika Lorenz sagte: "Dann müssen wir eben morgen drei raushauen, und dann sind wir wieder dran."
Während bei den Skiffs gute Segelbedingungen herrschten, konnten die Rennen für die 470er-Frauen und Männer nicht gestartet werden. Ebenso mussten die mit Spannung erwarteten Medaillenrennen für die Klassen Laser und Laser Radial auf Dienstag vertagt werden. Erst lähmte eine Flaute das Geschehen, dann pfefferten zum Tagesende stürmische Böen von 30 Knoten und mehr über die dem Hafen entgegenstrebenden Skiffs, die draußen wartenden 470er und auch die Laser-Radial-Seglerinnen auf dem Medaillenkurs in Strandnähe hinweg. Es gab viele Kenterungen. Thomas Plößel berichtete, dass Erik Heil und er beide auf der äußersten Kante ihres 49ers sitzend das Boot heimgebracht hätten. Die 470er-Seglerinnen Annika Bochmann und Marlene Steinherr, die sich mit ihrer gesamten Flotte über die Kurzsichtigkeit der 470er-Wettfahrtleitung ärgerte, die den Seglerinnen eine lange Wartezeit auf dem Kurs abverlangt hatte, kam mit völlig zerfetztem Großsegel in den Hafen. Und das, obwohl nicht ein Rennen hatte ausgetragen werden können. "Dabei war die Front doch angesagt", kommentierte Steinherr.

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