Trotz Ausfällen in Serie und viel Warterei auf dem Wasser und an Land startet Laser-Steuermann Philipp Buhl heute mit viel Segellust in die beiden Finaltage der Laser-Europameisterschaft vor Gran Canaria. Der Sonthofener Sportsoldat hat sich in bislang sechs Wettfahrten der insgesamt 125 Starter aus 41 (!) Nationen für den Schlussspurt gut positioniert, liegt mit nur zwei Zählern Rückstand auf den führenden britischen Weltmeister Nick Thompson (12 Punkte) punktgleich mit dem Argentinier Julio Alsogaray auf Platz drei und wahrt damit seine Titelchancen.
Der deutsche Vizeeuropameister und Vizeweltmeister von 2015 war bereits mit einem Sieg bei der Vorregatta zur Europameisterschaft stark in die olympische Saison eingestiegen und zeigt nun erneut, dass er ein halbes Jahr vor der Regatta in Rio zu den Anwärtern auf olympisches Edelmetall zählt. Mit neuem Partner EWE bleibt Buhl der größte Hoffnungsträger für Olympia, weil keiner so verlässlich in der Weltspitze mitsegelt wie der Steuermann vom Segelclub Alpsee Immenstadt. "Wir haben gut trainiert, sind gut vorwärts gekommen", sagt Buhl-Coach Thomas Piesker. "Es gilt jetzt, konzentriert weiterzuarbeiten. Die EM ist mit den aktuellen Bedingungen ein gutes Training für Rio."
Im EM-Feld der knapp 100 Laser-Radial-Frauen liegt die 20 Jahre junge Lena Haverland als beste deutsche Starterin nach der Qualifikation auf Platz 40. Hinter ihr belegt Svenja Weger vor den letzten beiden Tagen der Regatta Platz 41. Spitzenreiterin ist einmal mehr die niederländische Silbermedaillen-Gewinnerin der Olympischen Spiele 2012: Marit Bouwmeester, die im August noch einmal nach dem vor vier Jahren so knapp verpassten Olympiagold greifen will, segelt vor Gran Canaria auf Titelkurs.

Freie Reporterin Sport