Segeln olympischTest im Olympiarevier mit Luft nach oben

Tatjana Pokorny

 · 15.09.2018

Segeln olympisch: Test im Olympiarevier mit Luft nach obenFoto: Sailing Energy/Pedro Martinez

Die WM-Leistungsträger konnten bei der Weltcup-Regatta vor Enoshima erneut überzeugen. Bei insgesamt drei Top-Ten-Platzierungen bleibt aber viel Arbeit bis 2020

Ein etwas besseres Gesamtergebnis hätten sich die Aktiven des German Sailing Teams für die Weltcup-Regatta im ehemaligen und künftigen Olympiarevier von Enoshima gewünscht. Zwar konnten die WM-Leistungsträger – Laser-Steuermann Philipp Buhl (Segelclub Alpsee-Immenstadt) und die 49er-Segler Tim Fischer und Fabian Graf (Norddeutscher Regatta Verein/Verein Seglerhaus am Wannsee) – nach Bronze bei den Welttitelkämpfen in Aarhus als jeweils Fünfte auch in japanischen Gewässern vor Enoshima mit einem Weltklasse-Ergebnis glänzen, doch außer ihnen konnte sich mit dem 470er-Duo Frederike Loewe und Anna Markfort (Verein Seglerhaus am Wannsee) nur ein weiteres Team in den Top Ten platzieren. Der Mannschaft half im Endspurt 49erFX-Vorschoterin Anika Lorenz, deren Serie an der Seite von Victoria Jurczok bereits beendet war. So konnte Lorenz spontan für ihre Vereinskameradin Anna Markfort einspringen, die mit Knieproblemen passen musste. Gemeinsam mit Frederike Loewe ersegelte Anika Lorenz zwei beachtliche sechste Plätze und half den gleichen Platz im Abschlussklassement zu sichern – das drittbeste deutsche Ergebnis in Japan.

  Kampfstark: Frederike Loewe und Anna Markfort im 470erFoto: Sailing Energy/Pedro Martinez
Kampfstark: Frederike Loewe und Anna Markfort im 470er
  Angriffslustig vor Enoshima: die WM-Dritten Tim Fischer und Fabian Graf im 49erFoto: Jesus Renedo / Sailing Energy
Angriffslustig vor Enoshima: die WM-Dritten Tim Fischer und Fabian Graf im 49er
  Souverän in die Top Fünf: Philipp Buhl im Laser vor EnoshimaFoto: Sailing Energy/Pedro Martinez
Souverän in die Top Fünf: Philipp Buhl im Laser vor Enoshima

Laser-Radial-Steuerfrau Svenja Weger vom Potsdamer Yacht-Club hat das Finale in Enoshima als Elfte nur knapp verpasst. Auch die 470er-Segler Simon Diesch und Philipp Autenrieth (Württembergischer Yacht-Club/Bayerischer Yacht-Club) segelten in insgesamt acht Rennen punktgleich mit den Zehnten auf Platz 11. Die 470er-Crew Nadine Böhm und Ann-Christin Goliaß erkämpfte Platz 12. Paul Kohlhoff und Alica Stuhlemmer (Kieler Yacht-Club) erreichten im Nacra 17 Platz 13 vor Johannes Polgar und Carolina Werner (Norddeutscher Regatta Verein/Kieler Yacht-Club, 14.). Die beiden Katamarane der deutschen Teams waren bei Kollisionen zu Beginn der Serie beschädigt worden. Polgar/Werner hatten aufgrund der notwendigen Reparaturen nach schweren Schäden sogar einen ganzen Wettfahrttag verpasst.

  Laser-Radial-Steuerfrau Svenja Weger segelte in Japan auf Platz 11Foto: Jesus Renedo / Sailing Energy
Laser-Radial-Steuerfrau Svenja Weger segelte in Japan auf Platz 11
  Simon Diesch und Phillip Autenrieth im 470erFoto: Sailing Energy/Pedro Martinez
Simon Diesch und Phillip Autenrieth im 470er

Für das German Sailing Team bot die Weltcup-Regatta in Japan eine gute Gelegenheit, das Revier kennenzulernen, in dem sie vom 27. Juli bis zum 6. August 2020 um Olympiamedaillen kämpfen wollen. Wirklich vergleichbar sind die Segelbedingungen jetzt im September mit jenen im Juli und August vor Enoshima aber nicht. "Wir hatten jetzt immer auch ablandige Winde, die für die Olympischen Spiele nicht typisch sein werden", erklärte 49er-Steuermann Tim Fischer einen der Unterschiede. Weiter sagte der WM-Bronzemedaillengewinner: "Wir sind sehr zufrieden mit unserem Ergebnis und freuen uns sehr, dass wir die Saison so abschließen konnten. Solide Resultate durch sehr gute Downwinds haben uns das Ergebnis beschert."

  Die Nacra17-Crew Paul Kohlhoff und Alica Stuhlemmer hatte im Feld der foilenden Katamarane Bruch zu beklagen, segelte auf Platz 13Foto: Jesus Renedo / Sailing Energy
Die Nacra17-Crew Paul Kohlhoff und Alica Stuhlemmer hatte im Feld der foilenden Katamarane Bruch zu beklagen, segelte auf Platz 13

Auch Philipp Buhl beendete seine intensive Saison überzeugend. Nach WM-Bronze und Platz fünf in Enoshima sagte Buhl: "Platz 5 im letzten großen Laser-Event des Jahres: Das ist keine phänomenale Leistung, aber eine solide, wenn man die Medaillenchance bedenkt, die ich vor dem Finale hatte. Dann aber kam eine schmerzliche Gate-Rundung! Ich freue mich für und bin beeindruckt von Elliot Hanson, der eine herausragende Woche hatte." So lobte Buhl den Briten, den er bei der WM im spannenden Kampf um Bronze hatte schlagen können. In Enoshima trat der Engländer entsprechend furios auf und gewann die Serie nach neun Wettfahrten und dem Medaillenrennen mit imposanten 38 Punkten (!) Vorsprung vor dem zweitplatzierten Australier Matthew Wearn. "Da kann man mal sehen", sagte Buhl, "wie fokussiert einer sein kann, der mit der meisten Wut und der höchsten Motivation nach der WM hier angreist ist um es besser zu machen. Das zeigt, was Entschlossenheit und das richtige Mindset ausmachen können." Auch für das Olympiarevier fand Buhl viel Lob: "Es gefällt mir bislang sehr gut. Das Wasser ist warm und sauber, die Bedingungen bislang vielversprechend und die Menschen sehr nett."

  Die schöne Impression hielt Fotograf Jesus Renedo vor Enoshima festFoto: Jesus Renedo / Sailing Energy
Die schöne Impression hielt Fotograf Jesus Renedo vor Enoshima fest

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