Segeln olympischNeue Abwasserrohre fürs Olympiarevier

Tatjana Pokorny

 · 01.09.2015

Segeln olympisch: Neue Abwasserrohre fürs OlympiarevierFoto: SailingEnergy/Jesús Renedo
Testregatta Rio 2015, 49erFX, Brasilien, Grael, Rio de Janeiro
Der Zustand des Olympiareviers ist besorgniserregend. Da sind sich Organisatoren, Beobachter und Sportler einig. Das soll sich jetzt ändern
  Für Olympiasegler wird es trotz vieler Schutzmaßnahmen unmöglich sein, den Kontakt mit dem Wasser auszuschließenFoto: SailingEnergy/Pedro Martinez Für Olympiasegler wird es trotz vieler Schutzmaßnahmen unmöglich sein, den Kontakt mit dem Wasser auszuschließen

Schrill haben die Alarmglocken geläutet, als in den vergangenen Wochen mehrere Segelsportler infolge ihrer Einsätze in Rios Olympiarevier erkrankten. Prominentestes Opfer war der deutsche 49er-Steuermann und Europameister Erik Heil, der eine Woche lang mit schweren Wundinfektionen in der Berliner Charité behandelt werden musste. Multiresistente Bakterien hatten fünf Infektionsherde an Beinen und Hüfte ausgelöst. Einer musste schmerzhaft herausgeschnitten werden.

  Mit Erkrankungen und heftiger internationaler Kritik an Rios belastetem Olympiarevier waren dunkle Wolken über der Guanabara-Bucht aufgezogenFoto: SailingEnergy/Jesús Renedo Mit Erkrankungen und heftiger internationaler Kritik an Rios belastetem Olympiarevier waren dunkle Wolken über der Guanabara-Bucht aufgezogen

Nun wollen die Olympia-Organisatoren endlich entschlossen handeln. Carlos Nuzman, Vorsitzender von Rios olympischem Organisationskomitee, sagte auf einer Pressekonferenz in London: "Das Problem wird bis zum Beginn der Spiele im kommenden Jahr gelöst sein." Zuvor hatten unabhängige wissenschaftliche Tests der Wasserqualität in der Guanabara-Bucht eine hohe Belastung des Reviers mit Bakterien und Viren aus menschlichen Abwassern ergeben. Auch das Internationale Olympische Komitee (IOC) hatte nach Rücksprache mit der Weltgesundheitsorganisation Tests auf krankheitserregende Viren angeordnet. Der internationale Seglerverband Isaf will in der Bucht vor Rio ebenfalls Testreihen durchführen lassen.

  Bitte säubern: Die Segler schätzen das Olympiarevier als herausfordernde Arena, wünschen sich aber eine deutlich bessere WasserqualitätFoto: SailingEnergy/Jesús Renedo Bitte säubern: Die Segler schätzen das Olympiarevier als herausfordernde Arena, wünschen sich aber eine deutlich bessere Wasserqualität

Im Rahmen der Pressekonferenz in London nannte Nuzmann die Verbesserung der Wasserqualität im Olympiarevier eine Schlüsselpriorität der Olympiaorganisatoren. Nuzman sagte dem Segelinformationsdienst Scuttlebutt: "Die Gesundheit der Athleten ist Punkt Nummer eins, an dem wir arbeiten. Wir kooperieren dabei eng mit der staatlichen Regierung und Forschern. Ich bin sicher, dass wir während der Spiele keine Beschwerden (über verdreckte Gewässer) haben werden." Nuzman sagte weiter: "Andere olympische Städte hatten Probleme mit ihren Gewässern und haben sie rechtzeitig in den Griff bekommen. Rio wird das Gleiche tun." Der Cheforganisator bezeichnete die Lage als "ernsthafte Angelegenheit" und versprach: "Wir tun unser absolut Bestes, um die Gesundheit der Athleten zu schützen." In diesem Zusammenhang solle der Bau eines neuen Abwasserrohrsystems Abhilfe schaffen. Ob es wirklich möglich sein wird, das Revier – beinahe so groß wie der Bodensee – binnen Jahresfrist erfolgreich zu reinigen, kann nur die Zeit erweisen.

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Tatjana Pokorny

Tatjana Pokorny

Freie Reporterin Sport

Tatjana „tati“ Pokorny ist Autorin von neun Büchern. Sie arbeitet als Reporterin für die YACHT, berichtete unter anderem von neun Olympischen Spielen, als Korrespondentin für die Deutsche Presse-Agentur (DPA), das Hamburger Abendblatt sowie weitere nationale und internationale Medien. Kernthemen sind der America's Cup, das Ocean Race, die Vendée Globe, SailGP und weitere nationale und internationale Regatten und ihre Protagonisten. Lieblingsdisziplin: Portraits von und Interviews mit Segelsportpersönlichkeiten.

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