Olympische Spiele

Segeln olympisch: Liebhaber des strategischen Segelns

Tatjana Pokorny

 · 03.08.2016

Segeln olympisch: Liebhaber des strategischen SegelnsFoto: Sailing Energy

Porträtserie Teil 7: Erik Heil und Thomas Plößel kämpfen ab dem 12. August im 49er um eine Medaille. Das Olympia-Revier liegt ihnen

  Bereit für ihre Olympia-Premiere: 49er-Steuermann Erik Heil und Vorschoter Thomas Plößel mit ihrem Trainer Thomas ReinFoto: HP Sailing
Bereit für ihre Olympia-Premiere: 49er-Steuermann Erik Heil und Vorschoter Thomas Plößel mit ihrem Trainer Thomas Rein

Zwei Tage nach seinem 27. Geburtstag wird 49er-Steuermann Erik Heil mit Vorschoter Thomas Plößel, 28, am 12. August in seine olympische Premiere starten. Das Berliner Duo zählt nicht nur mit Blick auf den dritten Platz bei der olympischen Testregatta 2015 zum erweiterten Favoritenkreis im Skiff für die Männer. "Uns macht es Spaß, bei schwierigen Bedingungen zu segeln", sagt Heil. Damit ist die Crew, die für den Norddeutschen Regatta-Verein startet, die Idealbesetzung für das komplexe und fordernde Olympia-Revier. Als Glücksbringer hat Erik Heil einen goldenen Löffel mit nach Rio genommen, den Thomas Plößel ihm einmal geschenkt hat. "Ich darf immer damit essen, wenn wir an dem Tag Erste im Klassement sind", erzählt Plößel lächelnd.

Als Top-Favoriten starten die Neuseeländer Peter Burling und Blair Tuke in die olympische 49er-Regatta. Die beiden Kiwis dominieren seit fast vier Jahren die Weltspitze im olympischen Skiff-Segelsport. Allerdings gelang vor wenigen Wochen Olympiasieger und America's-Cup-Steuermann Nathan Outteridge mit Iain Jensen nach längerer Durststrecke wieder ein Sieg über die Kiwis. Für die Überraschung sorgten die Australier ausgerechnet im Rio-Revier kurz vor der olympischen Regatta zu einem für sie idealen Zeitpunkt. Zu den weiteren Medaillenfavoriten zählen auch Erik Heil und Thomas Plößel.

Seit 15 Jahren in einem Boot, seit acht Jahren im olympischen 49er international erfolgreich: Erik Heil und Thomas Plößel gehen ab 12. August vor Rio auf Medaillenjagd.

DSV-Cheftrainer David Howlett sagt: "Erik und Thomas haben geliefert, als es wichtig war. Das ist für Olympische Spiele eine sehr wichtige und sehr nützliche Eigenschaft. Sie gehören für mich zu den Medaillenkandidaten. Ihr Glück: Im 49er ist die Gruppe der Edelmetall-Anwärter etwas kleiner als im Laser. Dass Erik und Thomas das strategische Segeln lieben, wird ihnen in Rio helfen – siehe Platz drei bei der olympischen Testregatta."

  Synchron und artistisch in Action: Erik Heil und Thomas Plößel im 49erFoto: Sailing Energy
Synchron und artistisch in Action: Erik Heil und Thomas Plößel im 49er

In der umkämpften nationalen Ausscheidung hatten sich Heil/Plößel knapp gegen ihre Trainingspartner und Freunde Justus Schmidt und Max Boehme durchsetzen können. Die laut Heil "beste Trainingsgruppe der Welt" hat ihre gemeinsame Arbeit bis kurz vor den Spielen fortgesetzt. Nach den Spielen wollen sie – ergebnisunabhängig – das gemeinsam Erreichte zusammen feiern. Plößel erklärt: "Dann segeln Erik und ich 15 Jahre zusammen, Justus und Max zehn Jahre. Und unsere Trainingsgruppe besteht seit fünf Jahren." Dem freudigen Anlass möchten Erik Heil und Thomas Plößel idealerweise mit einer Medaille weiteren Glanz verleihen. Doch sie wissen auch: Die Konkurrenten sind stark.

  Einst im Teeny und jetzt im 49er bei Olympia: Erik Heil und Thomas PlößelFoto: privat
Einst im Teeny und jetzt im 49er bei Olympia: Erik Heil und Thomas Plößel
  "Beste Trainingsgruppe der Welt": Erik Heil (r.), Thomas Plößel (l.), Justus Schmidt (2. v. l.), Max Boehme (2. v. r.) und ihre BetreuerFoto: privat
"Beste Trainingsgruppe der Welt": Erik Heil (r.), Thomas Plößel (l.), Justus Schmidt (2. v. l.), Max Boehme (2. v. r.) und ihre Betreuer

Den 49er schätzen die beiden Berliner sehr. Heils Liebeserklärung an das rasante Geschoss: "Der 49er ist technisch anspruchsvoll, schnell, komplex und macht unheimlich viel Spaß. Er fordert körperlich und geistig und wird nie langweilig." Trainer der beiden Europameister von 2014 ist Thomas Rein, der ebenso wie seine Schützlinge bereit ist für die große Bewährungsprobe unter dem Zuckerhut: "Ich bin hier, um das Beste für meine Athleten Erik Heil und Thomas Plößel zu geben – wie alle meine Teamkameraden und Kollegen. Und wir wollen das Beste für die olympische Idee geben."

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