Ganz zufrieden war Vize-Weltmeister Philipp Buhl am dritten Tag der Trofeo Princesa Sofía vor Mallorca mit seiner Leistung nicht. Mit Rang 41 in der sechsten Wettfahrt hat der Sonthofener sein Konto nach dem Frühstart im dritten Rennen nochmals schwer belastet, muss am Donnerstag von Platz 20 in die ausstehenden vier Rennen bis zum Medaillen-Finale am 1. April starten. "Ich ärgere mich über diese zweite Wettfahrt des heutigen Tages sehr", sagte der Aktivensprecher des German Sailing Teams, "ich war einfach nicht konsequent mit meinen Entscheidungen. Andererseits freue ich mich über die mit Rang zwei sehr gelungene fünfte Wettfahrt. Und darüber, dass wir uns als Trainingsgruppe mit Theo und Nik einen sehr guten Speed erarbeitet haben. Ich weiß das spätestens, seit wir in der Qualifikationsgruppe zusammen gesegelt sind. Echt überragend!"
Buhls Mitstreiter in der Trainingsgruppe unter Leitung von Coach Alexander Schlonski haben seit dem vergangenen Jahr weitere sichtbare Fortschritte gemacht und erinnern gemeinsam schon an die Glanzzeiten des Trios Grotelüschen/Buhl/Kamrath. Sie sind so schnell, dass der erst 20-jährige Nik Willim vom Norddeutschen Regatta Verein vor Mallorca bereits einen Tagessieg und einen dritten Rang einfahren konnte. Theo Bauer glänzte in dem zwar noch weitgehend ohne Übersee-Teams, aber dennoch international gut besetzten Feld bislang mit zwei dritten und einem fünften Rang. Dass er am Mittwoch in Rennen fünf etwa eine Minute vor der Luvtonne souverän im Spitzentrio segelte, als er bei einer Wende den Ausreitgurt verpasste und aus dem Boot statt in den Gurt "sprang", ärgerte den Steuermann vom Röbeler Segler-Verein, der in der vergangenen Woche seinen 22. Geburtstag feierte, maßlos. "Er war so stark dabei", litt Buhl mit, "Theo fährt extrem gut zurzeit."
Zwar liegt das deutsche Trio nach sechs Wettfahrten "nur" auf den Plätzen 18 (Willim), 20 (Buhl) und 26 (Bauer), doch die Erkenntnisse zum europäischen Saisonauftakt trübt das nicht. "In den kommenden Tagen gibt es noch so einige Punkte zu gewinnen und verlieren. Ich bleibe optimistisch für unsere Gruppe", sagt Buhl.
Deutsche 49erFX-Crew Jurczok/Lorenz setzt den Maßstab vor Mallorca
Den Maßstab setzen vor Palma de Mallorca weiter die Olympionikinnen Vicky Jurczok und Anika Lorenz: Die Crew vom Verein Seglerhaus am Wannsee holte in bislang neun Rennen fünf (!) Tagessiege und führt die 49erFX-Flotte souverän an. Im 49er bleiben in Abwesenheit der Rio-Bronzemedaillen-Gewinner Erik Heil/Thomas Plößel und der Europameister Justus Schmidt/Max Boehme – beide Teams steigen erst später in die nacholympische Saison ein – Tim Fischer (Norddeutscher Regatta Verein) und Fabian Graf (Verein Seglerhaus am Wannsee) an der Spitzengruppe dran. Als Gesamt-Fünfte nach neun Wettfahrten konnten auch sie schon einen Tagessieg holen und bislang mehrere Olympiateilnehmer hinter sich in Schach halten. Im Nacra 17 absolviert die neu formierte Crew Jan Hauke Erichsen/Ann-Kristin Wedemeyer (Flensburger Segel-Club) die erste gemeinsame Regatta. Als Zehnte nach neun Wettfahrten sind sie beste deutsche Crew in der Katamaran-Klasse und steigen in der Ergebnisliste Platz um Platz auf. Jan Hauke Erichsen sagte: "Der erste Tag hier war unser erster gemeinsamer Renntag. Das haben wir gemerkt. Vom Gelernten konnten wir aber seitdem schon viel umsetzen." Das Mixed-Duo testet mit Blick auf die Olympischen Spiele 2020 für eine mögliche gemeinsame Nacra-17-Kampagne. Im 470er verteidigten Simon Diesch (Württembergischer Yacht-Club) und Philipp Autenrieth (Bayerischer Yacht-Club) nach sechs Wettfahrten ihren starken sechsten Platz. Die Regatta zum Auftakt der europäischen Saison der Olympiasegler endet am 1. April.
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