Segeln olympischHerr Buhl findet sein Laser-Team cool

Tatjana Pokorny

 · 28.03.2017

Segeln olympisch: Herr Buhl findet sein Laser-Team coolFoto: Lars Wehrmann/DSV
Philipp Buhl bei der Trofeo Princesa Sofía im März 2017
Sie sind ein starkes Trio: Mit den jungen Laser-Assen Theo Bauer und Nik Aaron Willim bildet Vize-Weltmeister Philipp Buhl ein ideales Team

Ganz zufrieden war Vize-Weltmeister Philipp Buhl am dritten Tag der Trofeo Princesa Sofía vor Mallorca mit seiner Leistung nicht. Mit Rang 41 in der sechsten Wettfahrt hat der Sonthofener sein Konto nach dem Frühstart im dritten Rennen nochmals schwer belastet, muss am Donnerstag von Platz 20 in die ausstehenden vier Rennen bis zum Medaillen-Finale am 1. April starten. "Ich ärgere mich über diese zweite Wettfahrt des heutigen Tages sehr", sagte der Aktivensprecher des German Sailing Teams, "ich war einfach nicht konsequent mit meinen Entscheidungen. Andererseits freue ich mich über die mit Rang zwei sehr gelungene fünfte Wettfahrt. Und darüber, dass wir uns als Trainingsgruppe mit Theo und Nik einen sehr guten Speed erarbeitet haben. Ich weiß das spätestens, seit wir in der Qualifikationsgruppe zusammen gesegelt sind. Echt überragend!"

  Philipp Buhl im Einsatz bei der Trofeo Princesa SofíaFoto: Lars Wehrmann/DSV Philipp Buhl im Einsatz bei der Trofeo Princesa Sofía  Laser-Leitwolf Philipp Buhl und seine stärker werdenden Trainingspartner Theo Bauer (l.) und Nik Willim (r.)Foto: Lars Wehrmann/DSV Laser-Leitwolf Philipp Buhl und seine stärker werdenden Trainingspartner Theo Bauer (l.) und Nik Willim (r.)

Buhls Mitstreiter in der Trainingsgruppe unter Leitung von Coach Alexander Schlonski haben seit dem vergangenen Jahr weitere sichtbare Fortschritte gemacht und erinnern gemeinsam schon an die Glanzzeiten des Trios Grotelüschen/Buhl/Kamrath. Sie sind so schnell, dass der erst 20-jährige Nik Willim vom Norddeutschen Regatta Verein vor Mallorca bereits einen Tagessieg und einen dritten Rang einfahren konnte. Theo Bauer glänzte in dem zwar noch weitgehend ohne Übersee-Teams, aber dennoch international gut besetzten Feld bislang mit zwei dritten und einem fünften Rang. Dass er am Mittwoch in Rennen fünf etwa eine Minute vor der Luvtonne souverän im Spitzentrio segelte, als er bei einer Wende den Ausreitgurt verpasste und aus dem Boot statt in den Gurt "sprang", ärgerte den Steuermann vom Röbeler Segler-Verein, der in der vergangenen Woche seinen 22. Geburtstag feierte, maßlos. "Er war so stark dabei", litt Buhl mit, "Theo fährt extrem gut zurzeit."

  Mit starken Einzelergebnissen ersegelt sich Theo Bauer den Respekt der Teamkameraden und der KonkurrenzFoto: Lars Wehrmann/DSV Mit starken Einzelergebnissen ersegelt sich Theo Bauer den Respekt der Teamkameraden und der Konkurrenz  Starker Auftritt vor Palma de Mallorca des erst 20-jährigen Nik WillimFoto: Lars Wehrmann/DSV Starker Auftritt vor Palma de Mallorca des erst 20-jährigen Nik Willim  Da geht was vor Mallorca für Lasersegler Nik Willim Foto: Lars Wehrmann/DSV Da geht was vor Mallorca für Lasersegler Nik Willim 

Zwar liegt das deutsche Trio nach sechs Wettfahrten "nur" auf den Plätzen 18 (Willim), 20 (Buhl) und 26 (Bauer), doch die Erkenntnisse zum europäischen Saisonauftakt trübt das nicht. "In den kommenden Tagen gibt es noch so einige Punkte zu gewinnen und verlieren. Ich bleibe optimistisch für unsere Gruppe", sagt Buhl.

  Lob von Laser-Coach Schlonski für Schützling Theo BauerFoto: Lars Wehrmann/DSV Lob von Laser-Coach Schlonski für Schützling Theo Bauer  Lasersegler Theo Bauer im Hafen auf MallorcaFoto: Lars Wehrmann/DSV Lasersegler Theo Bauer im Hafen auf Mallorca

Deutsche 49erFX-Crew Jurczok/Lorenz setzt den Maßstab vor Mallorca

Den Maßstab setzen vor Palma de Mallorca weiter die Olympionikinnen Vicky Jurczok und Anika Lorenz: Die Crew vom Verein Seglerhaus am Wannsee holte in bislang neun Rennen fünf (!) Tagessiege und führt die 49erFX-Flotte souverän an. Im 49er bleiben in Abwesenheit der Rio-Bronzemedaillen-Gewinner Erik Heil/Thomas Plößel und der Europameister Justus Schmidt/Max Boehme – beide Teams steigen erst später in die nacholympische Saison ein – Tim Fischer (Norddeutscher Regatta Verein) und Fabian Graf (Verein Seglerhaus am Wannsee) an der Spitzengruppe dran. Als Gesamt-Fünfte nach neun Wettfahrten konnten auch sie schon einen Tagessieg holen und bislang mehrere Olympiateilnehmer hinter sich in Schach halten. Im Nacra 17 absolviert die neu formierte Crew Jan Hauke Erichsen/Ann-Kristin Wedemeyer (Flensburger Segel-Club) die erste gemeinsame Regatta. Als Zehnte nach neun Wettfahrten sind sie beste deutsche Crew in der Katamaran-Klasse und steigen in der Ergebnisliste Platz um Platz auf. Jan Hauke Erichsen sagte: "Der erste Tag hier war unser erster gemeinsamer Renntag. Das haben wir gemerkt. Vom Gelernten konnten wir aber seitdem schon viel umsetzen." Das Mixed-Duo testet mit Blick auf die Olympischen Spiele 2020 für eine mögliche gemeinsame Nacra-17-Kampagne. Im 470er verteidigten Simon Diesch (Württembergischer Yacht-Club) und Philipp Autenrieth (Bayerischer Yacht-Club) nach sechs Wettfahrten ihren starken sechsten Platz. Die Regatta zum Auftakt der europäischen Saison der Olympiasegler endet am 1. April.

Hier geht es zu den Ergebnissen.

  Nach der Halbzeit souveräne Spitzenreiterinnen vor Mallorca: die 49erFX-Seglerinnen Vicky Jurczok und Anika LorenzFoto: Lars Wehrmann/DSV Nach der Halbzeit souveräne Spitzenreiterinnen vor Mallorca: die 49erFX-Seglerinnen Vicky Jurczok und Anika Lorenz
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Tatjana Pokorny

Tatjana Pokorny

Freie Reporterin Sport

Tatjana „tati“ Pokorny ist Autorin von neun Büchern. Sie arbeitet als Reporterin für die YACHT, berichtete unter anderem von neun Olympischen Spielen, als Korrespondentin für die Deutsche Presse-Agentur (DPA), das Hamburger Abendblatt sowie weitere nationale und internationale Medien. Kernthemen sind der America's Cup, das Ocean Race, die Vendée Globe, SailGP und weitere nationale und internationale Regatten und ihre Protagonisten. Lieblingsdisziplin: Portraits von und Interviews mit Segelsportpersönlichkeiten.

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