Er hat lange mit sich gerungen und die Entscheidung vor sich hergeschoben, doch jetzt ist sie gefallen: Robert Scheidt nimmt als aktiver Teilnehmer Abschied vom olympischen Segelsport. Der sympathische Brasilianer zählte ein Vierteljahrhundert zu den ganz Großen seines Sports. Das glänzende Karriereende blieb ihm beim letzten Olympia-Auftritt im Heimatrevier vor Rio de Janeiro als Laser-Vierter zwar versagt, doch bis dahin hatte der Vater von zwei Söhnen schon fünf olympische Medaillen gewonnen und ist bis heute der Einzige, der mit Sir Ben Ainslie (4 x Gold, 1 x Silber) den erfolgreichsten Olympiasegler der Sportgeschichte bei Olympischen Spielen hat schlagen können. Das gelang ihm 1996 vor Savannah in einer Blitz-, Donner- und Regenschlacht.
"Diese Entscheidung, meine olympische Karriere zu beenden, zählte zu den schwersten, die ich je zu fällen hatte. Ich habe über 25 Jahre auf dem höchstmöglichen Niveau an Regatten teilgenommen. Aber nun fühle ich mich nicht mehr wettbewerbsstark genug. Die Zeit ist gekommen. Ich hoffe, dass ich dem Sport weiter dienen kann und Brasilien auch in Zukunft viel Erfolg haben wird", sagte Scheidt dem brasilianischen Fernsehsender TV Globo.
Zuvor hatte Scheidt via Facebook bereits am Montagabend eine große Veränderung in seinem Leben angekündigt und dazu ein anrührendes Bild mit seiner litauischen Ehefrau, der ebenfalls olympisch erfolgreichen Gintaré Scheidt, veröffentlicht. Es zeigt die beiden bei den Olympischen Spielen 2016. Sie hatte 2008 vor Qingdao als erste litauische Seglerin mit Silber im Laser Radial eine Medaille bei Regatten der Olympischen Sommerspiele gewonnen. Die Sport- und Tourismusmanagerin ist seit 2008 mit dem fünfmaligen olympischen Medaillengewinner und Doppel-Olympiasieger Robert Scheidt verheiratet und hat ihn mit dem Verzicht auf die Fortsetzung der eigenen Karriere stets unterstützt.
Scheidt gewann in seiner glanzvollen Karriere neunmal eine Laser-Weltmeisterschaft – ein Rekord, der ihm auf absehbare Zeit nicht zu nehmen sein wird. Sir Ben Ainslie verwies er dabei dreimal auf den Bronze-Rang. Olympisch holte Scheidt 1996 und 2004 Gold im Laser, 2000 und 2008 Silber. Im Starboot fügte er seinem imposanten Medaillensatz Bronze und drei WM-Titel hinzu. Den Versuch, es nach seinem letzten Laser-Einsatz olympisch noch einmal im rasanten 49er zu probieren, brach der in São Paulo geborene Scheidt mit seinem Rücktritt nun ab. Zweimal, 2001 und 2004, wählte die Segelwelt ihren brasilianischen Superstar zum Rolex-Weltsegler des Jahres. Etwas von seiner geballten Erfahrung will Scheidt nun an kommende Generationen und auch die eigenen Kinder weitergeben.
Er zählte zu den Stars der letzten Olympischen Sommerspiele und wird in diesem Video vorgestellt. Am Ende hat es für den Brasilianer mit der sechsten Medaille nicht ganz geklappt, doch er gewann das abschließende Medaillenrennen und trat als Laser-König stilvoll ab
Nach Platz vier bei den Olympischen Spielen war Robert Scheidt als König der Lasersegler bereits zurückgetreten, versuchte sich aber anschließend im 49er und erklärt hier den ungewöhnlichen Klassenwechsel

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