Olympische Spiele

Segeln olympisch: Die große Scheidt-Show in Rio

Tatjana Pokorny

 · 12.08.2016

Segeln olympisch: Die große Scheidt-Show in RioFoto: Sailing Energy / World Sailing

Robert Scheidt ist 43 Jahre alt. Einige seiner Gegner im Laser könnten seine Söhne sein. Er hat sie immer noch im Griff. Wie seine Medaillen

  Robert Scheidt bei seinem sechsten Olympia-Start zum sechsten Mal auf Medaillen-KursFoto: Sailing Energy / World Sailing
Robert Scheidt bei seinem sechsten Olympia-Start zum sechsten Mal auf Medaillen-Kurs

Wie zuletzt des Öfteren, ist Brasiliens Super-Segler Robert Scheidt auch in das olympische Heimspiel in der Guanabara-Bucht nicht ideal eingestiegen. Seinen sechsten Olympiastart eröffnete der 43-Jährige Ausnahme-Athlet mit einem 25. Rang. Die Sache ist aber die: Bei Robert Scheidt ist so ein Aussetzer in der Vorrunde kein Alarmzeichen. Und so ließ der König der Lasersegler auch in Rio dem missratenen Auftakt gleich einmal einen Wettfahrtsieg folgen, um das Bild wieder zu korrigieren. Zwar kreuzte er in Wettfahrt drei erneut erst als 27. die Ziellinie, doch seitdem hat er sich konstant in Richtung Podiumsplätze gepirscht.

  Wird der älteste Segler der olympischen Segel-Flotte in der Guanabara-Bucht noch ein letztes Mal der Beste sein können?Foto: Sailing Energy/World Sailing
Wird der älteste Segler der olympischen Segel-Flotte in der Guanabara-Bucht noch ein letztes Mal der Beste sein können?

Beinahe unauffällig, möchte man sagen. Bis Scheidt zwei Wettfahrten vor dem Medaillenfinale plötzlich mit 50 Punkten auf dem Konto auf Platz zwei lag und mit nur drei Zählern Rückstand auf den 30-jährigen Kroaten Tonci Stipanovic (47 Punkte) nun als heißester Gold-Anwärter gilt. Denn: Robert Scheidt besitzt schon fünf olympische Medaillen (2 x Gold, 2 x Silber, 1 x Bronze), die er bei bislang fünf Olympia-Einsätzen gewann. Jeder Olympia-Start ein Treffer – er weiß, wie es geht. Auch im hohen Laser-Alter, in dem man seinem Gesicht im Einsatz die physischen Strapazen ansieht, ist und bleibt Scheidt das Maß der Dinge in der klassischen Einhand-Jolle. Grundlage allen Erfolges ist seine Liebe zum puristischen Laser-Segeln.

Die Laserflotte startet am Samstag in die letzten beiden Wettfahrten, bevor am Montag im Finale die Medaillen-Entscheidungen fallen. Es gibt niemandem, der nicht glaubt, dass Scheidt seiner Medaillensammlung eine letzte Olympia-Medaille hinzufügen wird. Welche Farbe sie haben wird, entscheidet der Brasilianer mit seinem Können. Philipp Buhl, der in seiner Jugend schon Scheidt-Konterfeis in den Schulheften kleben hatte, kämpft heute um den Einzug ins Finale. Als Gesamt-Elfter muss der Sonthofener am Samstag erfolgreich punkten, will er sein Minimalziel erreichen. Nach der erhofften Medaille kann der 26-Jährige nur noch mit kleinen seglerischen Wundern greifen, denn er hat 32 Punkte Rückstand auf den Bronze-Platz. Er hat zwar den Ruf des "Gerne-Jägers" und Aufhol-Königs, doch dieser Weg ist auch für für den großen Kämpfer Buhl sehr weit. Es bleibt also in jedem Fall spannend bei den Lasern.

  Philipp Buhl und Robert Scheidt bei einer Kieler Woche: Der Brasilianer war immer Vorbild des SonthofenersFoto: tati
Philipp Buhl und Robert Scheidt bei einer Kieler Woche: Der Brasilianer war immer Vorbild des Sonthofeners

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