Der letzte deutsche Qualifikationskrimi im Kampf um eine mögliche siebte Olympia-Fahrkarte für das Audi Sailing Team Germany ist eröffnet. Im englischen Olympia-Revier vor Weymouth ging es nach dem gestrigen Flautenausfall am Donnerstag bei der Weltcup-Regatta erstmals zur Sache. Das größte Programm hatten die Nacra-17-Crews mit vier Wettfahrten zu absolvieren. In diesem Feld findet das Duell der beiden deutschen Crews um nur noch einen erreichbaren Olympia-Startplatz in der neuen olympischen Mixed-Katamaran-Klasse statt.
Die Kieler Paul Kohlhoff und Carolina Werner haben den ersten von nur vier verbliebenen Regattatagen nervenstark eröffnet und liegen mit den Rängen 4-3-5-(9) nach vier Wettfahrten hinter den Kanadiern Luke Ramsay/Nicola Girke und den Olympia-Favoriten Billy Besson und Marie Riou aus Frankreich auf Platz drei. Jan Hauke Erichsen und Lea Spitzmann stiegen mit den Rängen 7-14-(16) und einem Tagessieg in die Serie ein, die am 12. Juni mit den Medaillenrennen endet. Die Flensburger liegen damit zunächst auf Platz zehn. DSV-Cheftrainer David Howlett ist wie auch DSV-Sportdirektorin Nadine Stegenwalner als Beobachter vor Ort und sagte: "Das waren heute sehr schwierige Bedingungen in leichten und drehenden Winden. Unsere Nacra-Crews haben gute Leistungen in diesem Feld mit all den Top-Seglern gezeigt, von denen viele schon für die Olympischen Spiele qualifiziert sind. Ich hoffe, sie können diese Leistungen fortsetzen."
Nachdem beide deutsche Mannschaften die Olympia-Qualifikation im Rahmen der regulären dreiteiligen Ausscheidung knapp verpasst hatten, wurde ihnen aufgrund guter Perspektiven diese zusätzliche Chance zur Erbringung eines Leistungsnachweises vom Deutschen Segler-Verband (DSV) eingeräumt. Vor Weymouth müssen die beiden Crews aus dem Audi Sailing Team Germany aber nicht nur die Bugspitze vor den nationalen Rivalen haben, sondern auch einen Platz unter den besten zehn Teams ergattern. Nur dann will der DSV die in diesem Last-Minute-Duell siegreiche Mannschaft dem Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) zur Nominierung vorschlagen.
Bei den RS:X-Surfern konnte der Schwarzwälder Toni Wilhelm zum Auftakt der Weltcup-Regatta für die olympischen Disziplinen genau in dem Revier glänzen, in dem er vor vier Jahren im olympischen Finale an der Bronze-Medaille vorbeigesegelt und Vierter geworden war. Wilhelm führt sein Feld nach vier Rennen vor zwei Chinesen an. Der Münchner 470er-Steuermann Ferdinand Gerz und sein Berliner Vorschoter Oliver Szymanski liegen nach drei Rennen auf Platz 14. Weitere deutsche Olympia-Teilnehmer haben auf den Weltcup-Start verzichtet und bereiten sich in Kiel auf die bevorstehende Kieler Woche und den olympischen Einsatz vor.

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