Tatjana Pokorny
· 24.07.2018
Es ist das Comeback dieses Sommers: Peter Burling und Blair Tuke wollen es noch einmal im olympischen 49er wissen. Die beiden neuseeländischen Segelstars hatten 2016 im 49er die Goldmedaille in Rio de Janeiro gewonnen und ein Jahr später mit dem Emirates Team New Zealand den America's Cup dominiert – um dann auch im Volvo Ocean Race anzugreifen. Doch im Meeres-Marathon um die Welt blieb beiden – Burling segelte mit Bouwe Bekkings Team Brunel auf Platz 3, Tuke mit dem spanischen Team Mapfre auf Platz 2 – die mögliche "Triple Crown" versagt, weil am Ende Charles Caudreliers Dongfeng Race Team das Rennen machte.
Heute haben die beiden Ausnahmesegler eine weitere Olympia-Kampagne angekündigt, und das erneut parallel zur kommenden America's-Cup-Verteidigung 2021 im heimischen Auckland. Gespannt wartet die Segelwelt nun darauf, ob und wie schnell diese beiden "fliegenden" Kiwis ihre unglaubliche 49er-Klassendominanz der Jahre 2012 bis 2016 wieder herstellen können. Zwischen den Olympischen Spielen 2012 und 2016 hatten Burling und Tuke jede große Regatta und vier aufeinander folgende Weltmeisterschaften gewinnen können, bevor sie als Steuermann und Trimmer, aber auch als technisch hochbegabte Impulsgeber hinter den Kulissen maßgeblich zum Sieg der Neuseeländer im 35. America's Cup vor Bermuda beitrugen und Larry Ellisons Titelverteidiger vom Oracle Team USA vom Kurs fegten.
Ein Comeback im 49er hatten die beiden Segelfreunde nie ausgeschlossen. Doch wollten sie erst abwarten, wie es im Volvo Ocean Race für sie läuft und ob ein paralleles Engagement im olympischen Segelsport und im America's Cup erneut möglich sein würde. Jetzt ist der wiederholte Doppel-Einsatz beschlossene Sache und öffentlich verkündet, das teilte der neuseeländische Segelverband Yachting New Zealand heute mit. Im Rahmen ihrer Olympia-Kampagne setzen die Überflieger erneut auf ihr bewährtes Team mit Hamish Wilcox und David Slyfield. "Wir haben uns diese Entscheidung nicht leicht gemacht", sagte Blair Tuke, "Es ist die höchste Ehre, dein Land bei Olympischen Spielen vertreten zu dürfen, und wir sind beide unglaublich darauf fokussiert, den Cup für Neuseeland zu verteidigen. Wir wollten sicherstellen, dass wir beiden Kampagnen alles geben können, was wir haben." Burling ergänzte: "Wir wissen, dass die Kombination aus Olympia und America's Cup sich gut ergänzt. Sie ergibt ein Hochleistungsumfeld in allen Bereichen des Segelsports für uns, das uns fordert und auf höchstem Niveau agieren lässt."
Für ihre Entscheidung haben Burling und Tuke sowohl vom neuseeländischen Segelverband als auch vom Emirates Team New Zealand grünes Licht bekommen. Wie könnte es auch anders sein, wenn man für beide Einsätze die Besten haben kann?

Freie Reporterin Sport