Segeln olympisch"Da wäre mehr drin gewesen"

Tatjana Pokorny

 · 15.05.2016

Segeln olympisch: "Da wäre mehr drin gewesen"Foto: JLDigitalMedia.net

Der letzte Qualifikationstag bei der Laser-WM gelang Philipp Buhl nicht wie gewünscht. Noch aber ist für den Medaillenjäger alles drin

  Rutschte an WM-Tag vier auf Platz neun zurück, wahrte aber seine Medaillenchancen: der amtierende Vize-Weltmeister Philipp BuhlFoto: JLDigitalMedia.net
Rutschte an WM-Tag vier auf Platz neun zurück, wahrte aber seine Medaillenchancen: der amtierende Vize-Weltmeister Philipp Buhl

Der letzte Tag der Qualifikationsrunde bei der Laser-Weltmeisterschaft in Mexiko verlief für Philipp Buhl nicht nach Wunsch. Der 26-jährige Steuermann vom Segelclub Alpsee-Immenstadt fiel nach den Rennen sieben und acht auf Platz neun zurück und ärgerte sich ein wenig über die verpassten Chancen. Vor den letzten sechs Rennen der Hauptrunde ist für den Sonthofener der Kampf um die Medaillen zwar noch lange nicht gelaufen, doch er hätte sich für den dreitägigen Endspurt in der Goldflotte eine bessere Ausgangsposition im Feld der 112 Starter aus 51 Nationen gewünscht.

  Die Wettfahrten sieben und acht verliefen nicht nach Plan und auch nicht nach Wunsch. Doch immerhin gelangen Philipp Buhl ein paar sehenswerte AufholjagdenFoto: JLDigitalMedia.net
Die Wettfahrten sieben und acht verliefen nicht nach Plan und auch nicht nach Wunsch. Doch immerhin gelangen Philipp Buhl ein paar sehenswerte Aufholjagden

In der siebten Wettfahrt konnte sich Buhl nach nicht ganz glücklicher Wahl der falschen Kursseite in der für ihn so typisch kämpferischen Art von Zwischenposition 25 noch auf Rang zehn vorarbeiten und sich mit der gelungenen Aufholjagd gut motivieren. "Da hat meine Strategie nicht ganz gestimmt, aber ich war am Ende doch wieder sehr schnell unterwegs."

In der achten Wettfahrt geriet Buhl ohne eigene Schuld in Not, als sich etwa 20 Sekunden vor dem Start ein gegnerischer Bug in die Großschot seines Lasers einfädelte. Die beiden Jollen zappelten vier Sekunden ineinander verhakt auf dem Wasser, bis sie sich wieder voneinander lösen konnten. Das waren "teure" vier Sekunden, denn Buhl fand nun keine Lücke mehr, durch die er an vorderste Front durchdringen konnte, und musste aus der zweiten Reihe starten. "Das war unglücklich", sagte Buhl, der seinen beiden bereits gewonnenen WM-Medaillen von 2013 (Bronze) und 2015 (Silber) in Mexiko gerne eine dritte hinzufügen würde. Die achte Wettfahrt beendete Buhl als Zehnter und bedauerte: "Ich hatte einen sehr guten Plan, und der wäre im Nachhinein betrachtet auch voll aufgegangen."

  112 Segler aus 51 Nationen kämpfen in Mexiko um Titel und gute PlatzierungenFoto: JLDigitalMedia.net
112 Segler aus 51 Nationen kämpfen in Mexiko um Titel und gute Platzierungen

Seine Hoffnung auf Edelmetall hat Buhl aber noch längst nicht aufgegeben. Drei Tage und sechs Wettfahrten bleiben dem Allgäuer, um den Spitzenreitern wieder näherzukommen. In Führung liegt der britische Titelverteidiger Nick Thompson mit nur 16 Zählern auf dem WM-Konto. Der neunmalige Weltmeister und Doppel-Olympiasieger Robert Scheidt (33 Punkte) ist auf Platz drei hinter dem bei dieser WM sehr konstant segelnden Franzosen Jean-Baptiste Bernaz (21 Punkte) vorgerückt. Buhl hat mit 46 Zählern 13 Punkte Rückstand auf Platz drei und sagt: "Zehn und elf heute waren nicht ideal, aber auch alles andere als schlecht. Ich bin ja noch ordentlich dabei. Aber es wäre eben mehr dringewesen."

  Dem neunmaligen Laser-Weltmeister Robert Scheidt sieht man die harte Arbeit an, die der WM-Einsatz erfordertFoto: JLDigitalMedia.net
Dem neunmaligen Laser-Weltmeister Robert Scheidt sieht man die harte Arbeit an, die der WM-Einsatz erfordert

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