Für Philipp Buhl wird es bei der WM jetzt eng im Kampf um die Medaillen. Der Steuermann vom Segelclub Alpsee-Immenstadt hat auch am vorletzten Tag der Titelkämpfe seinen "Achterbahnkurs" fortgesetzt und seinem WM-Konto die Punkte für ein sehr gutes und ein verpatztes Rennen hinzugefügt. 76 Punkte hat der Allgäuer in bislang einem Dutzend Rennen kassiert – zu viele, um noch nach dem Titel zu greifen. "Doch zu den Medaillen bin ich noch in Schlagdistanz. Es geht ja die ganze lange Serie um die mentale Mammutaufgabe, die Medaillenchance am letzten Tag zu haben. Wenn ich morgen als Jäger noch einmal alles rausholen kann, dann ist auch fast alles drin."
Vor Buhl liegt Titelverteidiger Nick Thompson mit 34 Punkten klar in Führung und auf Gold-Kurs. Der Franzose Jean-Baptiste Bernaz, sonst bei großen Serien oftmals mit großen Leistungsschwankungen im Einsatz, liegt nach sechs Tagen mit 53 Punkten auf Platz zwei. An dritter Stelle lauert der Zyprer Pavlos Kontides mit 65 Punkten auf seine Chance. Der Australier Matthew Wearn macht sich punktgleich mit Kontides ebenso noch Hoffnung auf eine Medaille wie der neunmalige Laser-Weltmeister und Doppel-Olympia-Sieger Robert Scheidt (74 Punkte) und auch Philipp Buhl. Der hatte zwar in Rennen 11 mit Rang drei erneut eine Galavorstellung seines Könnens abgeliefert, in Wettfahrt 12 aber eine Wendemarke berührt. In Folge der Bestrafung kam Buhl trotz toller Aufholjagd von einem der hintersten Plätze in der Goldflotte nicht mehr über Rang 25 hinaus.
Zwei reguläre abschließende Rennen sind für den Finaltag in der Nacht zu Donnerstag deutscher Zeit geplant. Trainer Thomas Piesker sagte über Buhls bisherige Leistungen und die Finalaussichten: "Der Begriff Achterbahnfahrt trifft den bisherigen Verlauf ganz gut. Bislang schafft Philipp es aber super, mit dem Druck umzugehen und alle kleinen und größeren Hürden zu umschiffen, die sich ihm in den Weg stellen. Wir werden alles für ein 'WM 2015 reloaded' geben." Piesker spielt damit auf Buhls denkwürdigen Endspurt bei der Weltmeisterschaft 2015 an, als sein Schützling als Fünfter in die letzte Wettfahrt gestartet war, das Rennen gewann und überraschend Silber holte. Piesker setzt bei seinen Gedankenspielen auf eine besondere Fähigkeit Buhls: "Philipp ist gern Jäger. Wir wissen, dass uns die letzten Tage liegen. Und die Konkurrenz weiß das auch. So lange noch keiner die Medaille um den Hals hat, werden wir um eine kämpfen."

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